Freie Medienakademie XVIII

Wochenbericht: 21. bis 27. Februar. Mit einem Nachtrag, einer Leseliste und vielen langen Texten.

Wer unsere Seite regelmäßig liest, hat sich letzten Samstag wahrscheinlich gewundert. Ein Newsletter ohne Medien-Tresen und damit auch ohne das ZDF und den Text Fakes und KI von Helge Buttkereit. Ich war mir sicher, dazu drei Zeilen eingefügt zu haben, und konnte das deshalb aus dem Kopf ergänzen auf Pareto, die erste Version aber wollte das System nicht wieder hergeben und auch den Newsletter kein zweites Mal verschicken. Sie sehen: Diese Mail unterscheidet sich tatsächlich von den üblichen kommerziellen Anbietern. Ich kann nicht sehen, ob Sie das hier lesen und ob Sie auf einen meiner Links anspringen und auch den Versand nicht vorher testen. Anfang Januar war der komplette Verteiler verschwunden und auch von den Administratoren nicht mehr zu finden. So ist das bei Medienrevolutionen.

Wenn Sie den ZDF-Text schon kennen: Es gibt genug neuen Lesestoff für das Wochenende. Diese Februartage werden als Textmarathon im Gedächtnis der Freien Medienakademie bleiben. Selten haben wir so viele Seiten gelesen, bearbeitet, bebildert. Es wird grundsätzlich und analytisch (Ulrich Gausmann, Beate Broßmann, Daniel Sandmann), konkret (Anne Krämer, Mirko Jähnert) und historisch-persönlich (Michael Sailer).

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Texte

Wenn die Waffen sprechen. Das passiert tatsächlich – im gleichnamigen Roman von Martin Beck und Thorsten Bohnenberger. Eine Rezension von Antje Meyen.

Falsche Frage vor Gericht. Ein Text, der viel geteilt wurde. Ulrich Gausmann schaut auf den „Prozess gegen Deutschland“ im Hamburger Thalia-Theater und bürstet gegen einen Alternativ-Mainstream, der Harald Martenstein gefeiert hat.

Macht endlich Frieden. Noch ein Rückblick – hier auf eine Demo in München, bei der Anne Krämer Eugen Drewermann gehört hat, Ruth Firmenich, Ulrike Guérot und Rainer Rothfuß. Mit feinen Fotos, die früher in der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand gedruckt worden wären.  

„Das ist Machtmissbrauch“. Stellen Sie sich vor: Ein Kreistag wählt Sie zum Vize-Landrat, aber das Innenministerium sagt, Sie bringen es nicht. So passiert in MV mit Jens Kreutzer vom BSW. Ein Interview von Mirko Jähnert.  

Bildung von unten. Michael Sailer berichtet über einen lebenslangen Selbstversuch, der nicht zu einem Doktortitel geführt hat, sondern in „eine subtile Matrix der Faulenzerei“. Mit vielen Anekdoten aus dem alten München.

Revolution von oben. Zurück in die Gegenwart, garniert mit einem Blick in die nahe Zukunft. Beate Broßmann rezensiert „Der Unsichtbare“ von Michael Steinberger und sagt: anschnallen und festhalten, wenn wir überleben wollen.

Eigentlich möchte ich leben. Sie sehen: Wir bleiben beim Thema. Daniel Sandmann serviert am Medien-Tresen zwar auch ein Schlückchen Epstein, aber darum geht es ihm nur am Rande. Zitat: „Medien an sich haben einen unglaublichen Sog zum Faschismus.“

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Videos

Wer nicht glaubt, dass das Medium schon die Botschaft ist, sondern eher wissen möchte, wie die Inhalte zustande kommen, findet hier eine kommentierte Leseliste. Sechs Bücher über Journalismus und Propaganda in zwölf Minuten (und nicht in zehn, wie ich am Anfang noch voller Zuversicht verspreche).

Kurse

Die beiden Frühjahrsseminare (Kompaktkurs Journalismus und „Intellektuelle Selbstverteidigung“) sind so voll, dass sich nicht einmal mehr eine Warteliste lohnt. Es wird aber Neuauflagen geben. Im Herbst:

24. bis 27. September: Interview

8. bis 11. Oktober: Journalismus-Retreat

Jederzeit (wochentags, Anfragen per Mail): Still bleiben, dagegenhalten, weglaufen? Wie wir im Gespräch bleiben

Sonstiges

Eben im Briefkasten: „Die Welt steht Kopf“ von Eugen Zentner (Gedichte, erschienen im Massel-Verlag) und „Wem die Welt gehören könnte“ von Ulrich Gausmann (geschrieben mit Peter Schmuck). Glückwunsch an unsere beiden Autoren!

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