Dietrich Hallervorden und Herbert Grönemeyer vereint im Kampf gegen Ungeziefer
Schädlingsbekämpfung? Ratten sind doch solche Schädlinge. Da könnte sich Dietrich Hallervorden mal mit Herbert Grönemeyer kurzschließen, der kennt sich ja mit Ratten aus, mit rechten ganz besonders. Die Schädlinge beim Namen zu nennen, das hat er sich im Gegensatz zu Grönemeyer nicht getraut. -Ratten im Blick, alles tut weh, hab Wutzeuge in meinem Bauch...-
„Leute, ich bin ja sehr erfolgreich in der Schädlingsbekämpfung. Wie ich das mache? Na, ich wähle einfach nicht die AfD! Ja, versucht es auch mal. Es hilft!“
Wem fällt da nicht sofort eine Wortschöpfung aus der vorläufig dunkelsten Zeit Deutschlands ein, nur mit Schädling(e) hinten, und Volks vorne.
Schädlinge, zu denen Ratten wohl eindeutig gehören, ja, die muss man natürlich bekämpfen. Denn wenn es zu viele werden, dann können sie eben schnell zu Volksschädlingen werden.
Natürlich sind damit nicht die beiden Verirrten gemeint, sondern die, die damals als Ratten bezeichnet wurden. Kulturverfall, Enthemmung und ein unangemessener Ton auch denjenigen gegenüber, mit denen man vielleicht politisch nicht das geringste gemein hat, scheint immer wieder einmal in Wellen aufzutauchen, derzeit in der besten Unse-rede-mokratie, die Deutschland je hatte. Was für ein Trauerspiel!
Eine funktionierende Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Opposition gibt. Sie ist wichtiger Bestandteil im Streben nach einer bestmöglichen Lösung innerhalb respektvoll miteinander geführter Debatten, die durchaus auch mal hitzig sein können. In einer Demokratie geht es um das Ringen nach Lösungen mit den besten Argumenten. Das Problem ist, dass die Alt-Parteien keine guten Argumente mehr haben, für den Mist, den sie verzapfen. Und sehr wahrscheinlich wissen sie das auch selbst. Man hat sich schon so tief in die Grütze gefahren, dass ein Zurück unmöglich geworden ist, stattdessen immer noch eine Gabel Mist obendrauf.
Eine Diktatur zeichnet sich dadurch aus, dass sie die, die ihr nicht in den Kram passt, mit allen Mitteln versucht auszuschalten, mundtot zu machen, weil sie den Alleinanspruch auf die Weisheit für die beste Lösung meint gepachtet zu haben.
Im 3. Reich gab es die NSDAP, in der DDR die SED, und das heutige Deutschland ist auf dem besten Weg zu einer DEP, einer Deutschen Einheitspartei, die aus einem Zusammenschluss der Altparteien besteht, mit dem Ziel, eine unliebsame Opposition, die ihr bei ihren Plänen im Wege steht, zu verdrängen, am besten sogar zu verbieten. Die SPD, nur als Beispiel, könnte ja mal in ihren Archiven kramen. Da finden sich bestimmt Aufzeichnungen darüber, wie das Hitlerregime mit ihr seinerzeit umgegangen ist. Schon alles vergessen? Willi Brandt war sicher nicht im Exil, weil er immer schon in Skandinavien leben wollte. Und leider lebt Helmut Schmidt nicht mehr, der würde euch dermaßen zusammenfalten, dass euch kein Hut mehr passen würde.
Es gilt: Wehret den Anfängen, obwohl das deutsche Regime in seinen anti-demokratischen Bestrebungen schon sehr weit vorangeschritten ist, mit Unterstützung von Madame Reichskanzlerin im Brüssel und all den Kräften, die da im Hintergrund ihre Strippen ziehen.
Es muss aus Sicht der Alt-Parteien unbedingt ein Bollwerk aufgebaut werden, gegen jeden, der an der liebgewonnenen Macht kratzen will. Man fürchtet, dass es tatsächlich andere Kräfte geben könnte, die den vollendeten Unsinn, den die Altparteien verzapft haben, dadurch aufdecken würden, in dem sie es vielleicht besser machen könnten, was derzeit wirklich nicht schwer ist.
Man muss die Opposition noch nicht einmal gut finden, aber sie muss doch vorhanden sein in einer freiheitlich-demokratischen Ordnung. Und es ist auch keine Machtergreifung, wenn Volkes Wille der Opposition durch Wahlen eine Chance geben will, was derzeit wohl zunehmend so aussieht. Lasst die AfD doch mal ran, dann können sie mal zeigen, was sie können. Schlimmer als jetzt, kann es garantiert nicht werden. Was hat Deutschland angesichts des politischen Mülls, der in der jüngsten Zeit verzapft wurde, denn schon noch zu verlieren?
Die Firmen hauen eh ab, die jungen Menschen denken über das Auswandern nach, die Wirtschaft geht den Bach runter, die Gasspeicher füllen sich nicht, man heckt Notfallpläne für einen möglichen Blackout aus, statt die Energieversorgung zu sichern und wieder schnellstens hochzufahren, man lässt jeden orientalischen Willi rein, ob er nun arbeiten will oder nicht, ob er sich an unsere Gesetze, auf die wir uns geeinigt haben, hält oder nicht, er darf ja bleiben, Kriegsgeile hecken einen Operationsplan Deutschland aus, es wird grundlos gegen Russland eskaliert. Es wird ja langsam fast langweilig, die ganze Litanei immer wieder aufzuzählen.
Fällt die Opposition weg, das gilt auch, wenn die Opposition die Alt-Parteien wären, dann fehlt doch eine Kraft, die gegensteuern kann, wenn man vom Kurs abgekommen ist.
Und das Deutschland mit Volldampf durch Gewässer mit Untiefen fährt, ist nun beim besten Willen nicht zu bestreiten.
Herr Hallervorden, Herr Grönemeyer, und bei der Gelegenheit auch Herr Kerkeling: Gehen Sie bitte alle noch einmal in sich und besinnen Sie sich, was Demokratie wirklich bedeutet. Von Schädlingsbekämpfung und Ratten zu sprechen gehört in die unterste Schublade eines Schrankes, der im siebzehnten Stock eines Kellergeschosses in der hintersten, allerletzten Ecke steht. So redet kein Demokrat, der Demokratie verstanden hat. Wer solche Reden schwingt, ist aus welchen Gründen auch immer ideologisch vergiftet und hat den Boden einer freiheitlich-demokratischen Überzeugung längst verlassen.
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