Traum und Trauma ... oder die vier Phasen der Heilung
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Trauma (3)
TRAUM und TRAUMA ….oder die vier Stufen der Heilung
Wilhelm Reich, ein Psychoanalytiker, beschrieb vier Stufen der Heilung, die sich in jedem schamanischen Kult wiederfinden lassen.
(1) Stimulation, Trigger (2) Aufladung, (3) Entladung und (4) Entspannung.
Was bedeutet das?
In spannenden Geschichten findet sich oft etwas Vergleichbares. Ein Spannungsbogen wird langsam aufgebaut, und dann kommt es zur Auflösung und zur Moral der Geschichte.
In der klassischen Musik gibt es diese Spannungsbögen, die ein Stück faszinierend machen. Man geht mit und erlebt durch die Musik bestimmte Jahreszeiten und Gefühle.
In der Biologie des Menschen gibt es diese Abläufe, die wir im Sport, bei Entspannungsübungen oder in der Sexualität erleben können.
Und in Heilungsverläufen von seelischen oder körperlichen Krankheiten gibt es diese Muster ebenso.
1.) Zur Geschichte
Heilung verläuft nach einem Muster, das den Menschen seit mindestens 40.000 Jahren bekannt ist. Es gibt Höhlenmalereien in Europa und Asien, die darauf hindeuten. Menschen fanden heraus, dass man durch Tänze, Trommeln und Singen in ekstatische Zustände gelangen konnte, die zu Entspannung bis hin zu Traumalösung führten. Bewegung, die zu Erschöpfung und schließlich zum Zusammenbruch führte, schenkte ein erweitertes Bewusstsein, das die Alltagsrealität durchbrach und damit alles stark relativierte, auch traumatisierende Inhalte. Man wechselte die Perspektive des Seins. Viele Ausdauersportler suchen heute diesen Moment, wo sich plötzlich alles leicht anfühlt, im Sport. Manche Menschen nutzen bestimmte Atemtechniken, um diesen Effekt zu provozieren (Holotropes Atmen). Religiöse Gemeinschaften betrieben Traumfasten, beispielsweise die Katharer.
Auf der Suche nach einem befreienden Bewusstseinszustand entdeckten die Menschen irgendwann auch psychedelische Substanzen. Heilige Getränke wurden in Gemeinschaft begleitet von einem Schamanen oder Priester als Sakrament eingenommen und veränderten Sprache und Denken. Kunst auf allen Kontinenten der Welt erzählt von diesen heiligen Zeremonien mit Cannabis, Meerträubel (Ephedra), einem aufputschenden Mittel, Mohn, Pilzen mit Psilocybingehalt, Kakteen mit Meskalin, Ayahuasca mit DMT oder Rohkakao, welcher Theobromin enthält, welches ein Entspannungsgefühl macht, aber auch das Bewusstsein weitet.
2.) Mein Selbstexperiment mit Mama Cacao
Rohkakao mit lauwarmem Wasser, welches nicht wärmer als 42 Grad Celsius ist, und einem leckeren Löffel Honig habe ich selbst mal in 2024 auf nüchternen Magen abends auf meinem Sofa getrunken. Bei mir hat das zu einer deutlichen Veränderung meiner Sinneswahrnehmung und meiner Emotion geführt, mit der ich nicht an laufenden Maschinen arbeiten wollen würde, die ich aber jedem empfehlen kann, der sich schwer und beladen fühlt. Ich war abends plötzlich angenehm wach wie mittags um 12 Uhr. Die Müdigkeit war wie weggeflogen. Mein Kopf war klar. Ich hatte das Gefühl, als wenn alles ganz nah wäre. Es gab gefühlt keine Distanz mehr. Man nennt das wahrscheinlich Verbundenheit. Die realistische Einschätzung von physikalischer Distanz sinkt, was halt im Straßenverkehr problematisch werden kann, wenn man denkt, dass man mal eben über eine Straße laufen könnte bevor der Bus kommt. Gefühlt ist man hier und dort gleichzeitig. Emotional war es für mich ein unglaublich sicheres, verbundenes und schönes Gefühl, was einen anders denken lässt. Ich hatte bislang nicht das Bedürfnis, dies zu wiederholen. Aber es hat mich tief beeindruckt, welche Wirkung der Kakao auf den menschlichen Körper und Geist hat. Probieren geht über Studieren. Mich hatte das Kakaothema einfach interessiert, weil viele Youtuber darüber berichtet hatten und ein Geheimnis um den Kakao gemacht hatten und um die Bezugsquelle. Das ganze Geheimnis ist, dass es Rohkakao sein muss, nicht der Backkakao aus dem Supermarkt, denn der wurde erhitzt und ist nicht mehr roh.
Nach dem Selbstexperiment hatte ich verstanden, dass Kakao eine heilige Pflanze ist, weil sie einen mit wacher Liebe einhüllen kann, die einen nachhaltig anders denken lässt. Wir denken anders, wenn wir in Liebe sind. Wir haben dann keine Angst, unseren Standpunkt zu verlassen, wie ein sicher gebundenes Kind keine Angst hat, sich von der Mama zu entfernen, um die nähere Umwelt zu erkunden.
3.) Die Bedeutung der Gruppe
Tanzen, Trommeln, Singen und/ oder der Konsum einer Substanz sind nicht einfach gleichzusetzen mit Traumalösung oder Heilung. Es braucht immer einen kulturellen und gemeinschaftlichen Rahmen, den wir heute in modernen Gesellschaften kaum noch finden.
Es braucht eine bestimmte Praxis, ein Ritual, eine Handlung, mit oder ohne Substanz UND die Gruppe. Heilung muss vom Gegenüber bezeugt werden, am besten von einer kleinen festen Gruppe. Wir sind soziale Wesen. Man kann auch alleine im Rückzug heil werden, aber man merkt diesen Heilungseffekt erst dann richtig, wenn man sich anschließend wieder in Interaktion begibt. Man spürt dann das persönliche Wachstum, das man durchlaufen hat, weil andere anders auf einen reagieren. Das macht ganz viel mit dem Selbstbild und dem Selbst-Bewusstsein. Wir brauchen die anderen als Spiegel für die Flecken, die wir selbst nicht einsehen können.
Heilung braucht beides, Rückzug und Interaktion.
Zu den vier Heilungsphasen: Manche Dinge müssen erst schlimmer werden, bevor sie besser werden. Erst dann holt der Mensch, der Körper, die Seele ihre letzten Reserven heraus, um SELBSTHEILUNG in Gang zu setzen. Selbstheilung ist die letzte Reserve, das letzte Mittel, wenn es nicht mehr weiter geht. Das ist wie auf einer Treppe, wenn es nicht mehr weiter geht, dann kommt die nächste Stufe, dann geht es eins höher. Wenn Beziehungen lauwarm geworden sind, dann kann ein ordentlicher Streit über ein Ende oder eben einen Neuanfang einer Beziehung entscheidend sein. Wenn Probleme sich verschärfen, erst dann werden rettende Ideen oder Lösungen geboren. Die längste Nacht gebiert das Licht. Nicht zufällig liegt der Zeitpunkt der Wintersonnenwende kurz vor dem Tag der Geburt Christi. Bevor das Licht geboren wird, ist man nicht selten im Dunklen allein. Das gehört zusammen.
Wenn man mit einem Problem auf sich selbst zurück geworfen wird, wenn niemand einem helfen kann, dann kann die Natur am besten arbeiten. Die Natur hat für jedes Problem auch die Lösung. Wirkungsvolle Heiler kennen die Selbstheilungskräfte der Natur und stimulieren und begleiten die vier Phasen, die oben genannt wurden. Diese vier Phasen laufen von allein ab, wenn man nicht eingreift, wenn man nicht stört. Der Schamane erkennt, wenn jemand diese Unterstützung in der Gruppe braucht. Er hilft einem, die Wunde zu finden. Heilen muss und kann man alleine. Aber die Gruppe hält einem liebevoll den Raum. Das, was sich vielleicht anhört wie Spirisprech, meint, dass die Anwesenheit von wertschätzend eingestellten Menschen in solchen Phasen der Heilung wirklich wie ein Medikament wirkt, nach dem Motto: „Solange Menschen an meiner Seite sind, kann es nicht so schlimm sein, werde ich alles meistern.“
4.) Die moderne Gesellschaft und alte Gesellschaften im Vergleich
Woran fehlt es in der heutigen Zeit?
Jemanden zu triggern, ist keine Kunst. Jemanden zur Weißglut zu bringen, ist auch kein Problem. Aber nicht jede Anspannung und Aufladung führt zu einer Heilung. Es gibt Paare, die sich jeden Tag streiten, und nichts wird besser. Es kommt nie zu dem Punkt, wo sie sich Bedürfnisse oder Gefühle ehrlich mitteilen. Man kennt sich seit 30 Jahren, hat sich aber nie gesagt, was man am anderen liebt und warum. Oder man hat dem anderen nie gesagt, wovor man Angst hat. Man kennt sich selbst nicht richtig. Man traut sich nicht, sich in seiner Verletzlichkeit zu zeigen, weil man Angst hat, dass der andere damit nicht gut umgehen kann, einen dafür ablehnt oder sogar verlässt. Menschen dringen nicht zueinander vor, weil sie sich selbst nicht richtig kennen oder nicht gut darüber sprechen können, was sie tief in sich fühlen. Gefühle können sich nicht entladen, weil Worte fehlen. Wenn man für etwas keine Worte hat, weil das Problem vielleicht in einem vorsprachlichen Alter entstanden ist, dann kann man das Problem schlecht mit Worten erklären. Bindungstrauma entsteht in der Regel in den ersten drei Lebensjahren. Daher dauert es lange bis es ins Bewusstsein dringt und noch länger bis es im Gefühl sprachlich eingeordnet werden kann. Bindungstrauma ist eine Angst, die bei jedem etwas anders aussieht und etwas anders kompensiert wird. In einer traumatisierten Gesellschaft haben viele Menschen bestimmte Traumareaktionen UNBEWUSST von den Eltern übernommen haben. Man reagiert in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Art und weiß nicht genau, warum. Was die Mutter nicht kann, kann die Tochter dann später auch nicht so einfach. Und was der Vater vorlebt, macht man automatisch auch so. Weil viele Menschen ganz ähnliche Probleme haben, halten wir diese Verhaltensweisen für normal. Wir reden halt nicht gern über „das Eingemachte“. Das ist unpassend, kommt nicht gut an. Man macht sich verletzlich, wenn man diese persönlichen Befindlichkeiten anderen preisgibt. Jeder kennt das. Man fügt sich in einen Rahmen, den man selbst nicht gesetzt hat.
Sollte man diese kleinen oder größeren Probleme nicht einfach ruhen lassen? Die Zeit heilt doch alle Wunden, oder? Und Bindungstrauma hat doch nichts mit den aktuellen Kriegen in der Welt zu tun, oder? Die Oma hatte doch den Krieg erlebt und nicht die Enkeltochter. Der Opa starb viel zu früh, aber der Enkel lebt doch.
Meine Sicht auf diese Probleme, die in der Kernfamilie entstanden sind und dann weite Kreise in alle Lebensbereiche ziehen, ist, dass man daran ganz natürlich arbeiten sollte. Heilungsarbeit war bis ins späte Mittelalter eine ganz normale KULTURTECHNIK, die in jeder Gesellschaft natürlich angewendet wurde. Heilung fand immer in der Gruppe statt. So wurde das Wissen von Generation zu Generation weiter gegeben. Jeder wusste, dass Heilung möglich ist. Jeder durfte dieses Wissen bezeugen. Das Wissen war Allgemeingut. Es war im Sinne der Gruppe, ein Mitglied der Gruppe bei seiner SELBSTHEILUNG zu unterstützen. Heilung kommt nicht von außen, sondern von innen.
Der erfahrene Heiler wusste um diese vier Phasen der Heilung, weil er sie selbst durchlaufen hatte. Im Prinzip ging es nur darum, dem Betroffenen den geeigneten Gruppenrahmen für seine Heilungskrise zur Verfügung zu stellen, ihn beim Durchlaufen der Phasen zu unterstützen, die Phasen gefühlt gemeinsam zu durchlaufen ohne wichtige Prozesse beim Individuum zu stören.
Dieses alte Wissen wurde nur dadurch ausgelöscht, weil es im späten Mittelalter religiöse bzw. politische Strömungen gab, die uns und auch Indigene in Übersee von diesem alten schamanischen Heilungswissen abschnitten.
5.) Was können wir heute für unsere kollektive Heilung tun?
Wie können wir uns heute gegenseitig bei guten Heilungsverläufen unterstützen?
Ich kann hier nur aus meiner persönlichen Sicht erzählen, weil jeder Mensch Entwicklungsschritte etwas anders erlebt, obwohl wir vermutlich strukturell betrachtet alle demselben Muster folgen. Wir teilen alle dieselbe Biologie, sang bereits Sting.
Wenn Menschen in Extremsituationen kommen, dann werden alte Wunden getriggert. In Notfällen funktioniert die Vermeidung oder Kompensation nicht, Masken fallen. Eine plötzliche oder chronische Stressituation bringt uns in einen „Notfallmodus“, wenn die Wunde nicht bearbeitet ist. Das ist schlecht und gut zugleich. Eine bestimmte Bemerkung oder ein Verhalten einer anderen Person reicht, und man fühlt sich subjektiv verletzt. Andere Menschen können das nicht unbedingt nachvollziehen. Das müssen sie auch nicht. Wichtig ist, dass man es dem anderen zugesteht, dass er sich subjektiv verletzt fühlen darf. Das ist es, was die Gruppe für den Einzelnen leisten kann. Man kann als Betroffener in solchen Situationen an sich selbst beobachten, wie weit man ist. Was lässt einen kühl, was regt einen (immer noch) auf? Welchen Impuls verspürt man? Möchte man im Erdboden versinken oder es der ganzen Welt mitteilen, wie es einem gerade geht? All das ist wichtig. Da liegt viel Information drin. Im Laufe meines Lebens haben sich die Reaktionen auf bestimmte wiederkehrende Situationen verändert, weil ich bestimmte Verletzungen auf meiner Seele bearbeiten konnte. Auch meine Strategien, mit etwas umzugehen, haben sich geändert. Wenn ich mich mit bestimmten Situationen auch heute noch überfordert fühle, dann schaue ich genau hin, was im Kern mich triggert, mich ängstigt, traurig oder wütend macht. Das braucht Zeit, Rückzug oder ein Gespräch. Das braucht Maßnahmen, die emotional gegensteuern, weil man das natürliche Bedürfnis nach Balance hat.
Was, wenn Balance nicht mehr hergestellt werden kann? Dann kann ein Heilungsprozess beginnen.
Die meisten Menschen verbinden mit Disbalance den Anfang vom Ende, weil wir gelernt haben, immer über alles Kontrolle haben zu müssen, um zu funktionieren. Kontrollverlust ist kein schönes Gefühl, wenn man das nicht gelernt hat, nicht lernen durfte. Glücklich sind die, die beim Fall jedes Mal weich landen durften. Das prägt ein Leben lang.
Ich mag auch Kontrolle, Struktur und Vorhersagbarkeit. ABER ich habe lernen dürfen, dass es Situationen im Leben gibt, die Dich überwältigen, Dich umhauen, wo der Körper, die Seele streikt, nicht mehr mitmacht. Das ist die Pause in der Musik. Dann bringst Du keinen Ton mehr raus. Dein Gefühl ist plötzlich taub. Ein anderer ist plötzlich taub, reagiert nicht mehr. Was machst Du dann? Jemand dekompensiert, hört nicht mehr auf zu weinen. Jemand kommt auf negative Ideen, die Dir Angst machen. Du bist mit Dingen bei Dir oder anderen konfrontiert, die Dir den kalten Schweiß auf die Stirn treiben. All das habe ich in meinem Leben an mir oder am Gegenüber erlebt. Das war nicht schön, aber das gehört zum Leben. Und ich bin heute dankbar für diese Erfahrungen, weil sie mein Heilungswissen erweitert haben. Ich habe ein großes Gefühlsspektrum bei mir und anderen kennen lernen können und ein sich wiederholendes Muster in diesen Verläufen erkannt. Ich bin demütiger dem Leben gegenüber geworden. Ich habe verstanden, was ein Trauma setzt. Ich habe Menschen gesehen, die über Jahrzehnte wie emotional blockiert waren. Ich war selbst viele Jahre blockiert. Ich habe gesehen, wie sich Trauma entlädt, wenn es nach Jahren „zufällig“ reaktiviert wird, wenn es kein Halten mehr gibt, wenn Impulse durchbrechen, Handlungen automatisiert ablaufen, wenn Menschen vor ihrem eigenen Scherbenhaufen stehen und selbst fassungslos über die Energie sind, die in ihnen steckte und sich ungefragt entlud. Energien können sich nach außen oder nach innen entladen. Dinge können im Äußeren oder im Inneren zusammen brechen. Manch eine Traumareaktivierung läuft unsichtbar für die Umwelt ab, aber die Person selbst vollzieht einen lebensverändernden Prozess still und heimlich und kehrt danach völlig verändert zurück. Man sieht es selbst und alle anderen auch. Das ganze Gefühlsspektrum hat sich brachial den Weg bereitet, ist zurück. Man ist anfangs überfordert mit all den alten neuen Gefühlen.
Diese Prozesse von Entstehung, Verhärtung und Entladung von Trauma sollte man kennen, um sie frühzeitig erkennen und in heilsame Bahnen lenken zu können.
Schamanen hatten dieses Wissen.
Und Wilhelm Reich, ein Arzt, der in den 1930er Jahren in die USA auswanderte, hatte dieses wertvolle Heilungswissen durch eigene Forschungsarbeiten wieder entdeckt. Die Food and Drug Administration (FDA) steckte ihn für die Entdeckung der Orgon-Therapie ins Gefängnis, wo er plötzlich und unerwartet kurz vor seinem Entlassungstermin 1957 starb.
Disbalance, die das Angebot gemacht bekommt, in die vier Heilungsphasen einmünden zu dürfen, weil es eine feste Gruppe und einen erfahrenen Heiler gibt, ist eben nicht der Anfang vom Ende, wenn sie geduldig und gut begleitet wird. Menschen verletzen sich gegenseitig, aber sie heilen sich auch gegenseitig.
Es gibt in dem natürlichen Heilungsprozess eine Entladungsphase, ein paar Scherben und einen Tiefpunkt. Aber dieser Tiefpunkt ist später der Wendepunkt, nach dem alles anders wurde.
Kann man das Ganze nicht irgendwie abfedern und milder gestalten ohne Scherbenhaufen?
Sind wir als Gesellschaft wirklich so krank?
Mein Eindruck ist, dass heute viele Menschen gar nicht merken, wenn andere Menschen Probleme haben. Man schaut weg, möchte nichts damit zu tun haben. Und darin liegt das erste Problem unserer Zeit. Wir schauen weg, weil wir von diesen natürlichen Heilungsverläufen nicht viel wissen. Wer „krank“ ist, geht zum Spezialisten, und der soll es richten. Und das funktioniert eben nicht. Menschen schlucken dann Tabletten und bleiben krank. Menschen machen Kurzzeittherapie im sterilen Raum mit einer fremden Person, die zehn Jahre an einer Uni studiert hat. Anschließend gehen sie zurück in ihr krankmachendes Umfeld. Heilung kann nicht gelingen, wenn wir als Gruppe nicht unterstützen.
Wir brauchen wieder das WISSEN und die ERFAHRUNG von Heilung.
Wir brauchen wieder Menschen, die uns erzählen, wie ihre Heilung abgelaufen ist, wie schlimm es war und dann doch noch gut wurde. Was hat uns geholfen? Wie haben sich hilfreiche Personen in unserem Umfeld verhalten? War jemand für uns da? Oder haben es alle mit der Angst zu tun bekommen und haben sich nicht mehr gemeldet als es einem am schlechtesten ging? War das Gefühl, mit der schlimmen Situation allein gelassen worden zu sein, vielleicht am allerschlimmsten? Oft habe ich von Patienten in der Psychiatrie den Satz gehört, dass es eine große Erleichterung für den einzelnen war, zu hören, dass man mit diesem Problem nicht „komisch“ war, sondern, dass andere das gleiche Problem hatten. Das war erleichternd, weil man dann nicht mehr die Angst haben musste, ausgestoßen zu werden, obwohl es eine neue Gruppe von fremden Mitpatienten war. Aber entscheidend war offensichtlich, dass es Menschen gab, die einen mit der „Krankheit“ nicht abgelehnten. Das ist ein Ur-Bedürfnis von Menschen. Und genau das geben wir uns in der modernen Gesellschaft nur noch auf Rezept bzw. in einer Klinik. In Kliniken findet letztlich auch keine Heilung statt. Probleme werden nur auf einen anderen Ort verlagert und vertröstet, aber nicht im Sinne der vier Phasen durchlaufen. Denn heftige Gefühle passen in keine Klinik und Ärzte und Psychologen sind nicht immer Heiler, die eine Selbstmeisterung durchlaufen haben.
Fazit: Man braucht vor heftigen Gefühlen, wenn man ihnen in einer Gruppe bewusst Raum geben möchte und die Gruppe gut vorbereitet ist, keine Angst zu haben. Heiler, Schamanen, Priester, Kräuterweiber und Hebammen gingen zu allen Zeiten gekonnt mit diesen Gefühlen um. Sie provozierten sie sogar, weil sie um das Heilungspotenzial, was ihnen lag, wussten. Es brauchte immer schon Wissen, Erfahrung, eigene Heilungserfahrung und eine liebende Gruppe, um körperliche Krankheit zu heilen und seelisches Trauma zu lösen, zu integrieren, es zu einer persönlichen Stärke zu machen, um schließlich vom Traumatisierten zum Heiler für andere zu werden. Und am Ende heilte jeder sich selbst, denn es waren ja SELBSTHEILUNGSKRÄFTE.
Quellen:
Youtube-Video „Orgon-Energie: Die genialste Entdeckung, die verschwiegen wurde, Wilhelm Reich“ auf dem Kanal „universe inside you“
ENDE
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