Aspartam - immer wieder verteufelt

Es hört nicht auf. Seit Jahrzehnten wird dem Süssstoff Aspartam, einer Verbindung der zwei Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin, in zweifelhaften Studien immer wieder vorgeworfen, gefährlich, Demenz verursachend und krebserregend zu sein. Allerdings entsteht diese Verbindung auch natürlicherweise im Darm. Hat die Zuckerindustrie zu viele Gewinneinbussen?

Kampf der Zuckerindustrie um Marktanteile?

Weil ich immer wieder gefragt werde und panikschürende Nachrichten zugeschickt bekomme, gehe auch ich jetzt einmal auf das Thema ein.

Aspartam wird seit Jahr(zehnt)en regelmässig verteufelt mit Verweisen auf - bei genauem Hinsehen -unhaltbare Studien. Das ist verunsichernd und erschwert die Orientierung. (Déjà-vu einer leider in den letzten paar Jahren zunehmend aufdringlicher werdenden Strategie?)

Bei Transition-News (unter mehreren Beiträgen, z.B.: https://transition-news.org/studie-kunstliche-sussstoffe-konnen-den-kognitiven-verfall-beschleunigen) und auf You-Tube (https://www.youtube.com/shorts/ksmg4t1jI6I - man lese bloss die Kommentare) finden sich auch in den ‘kritischen’ Medien viele (für meinen Geschmack zu) ideologisch gefärbte und angsterzeugende Beiträge, die sich auf dieselben, schon x-fach widerlegten Studien beziehen.

Es ist tatsächlich nicht immer einfach, gute Studien von Schrottstudien zu unterscheiden und die dahinterstehenden Interessen zu erkennen. Nur Überschriften zu lesen reicht sicher nicht.


Wie immer, schaue ich solchen Fällen jeweils nach, was Dr. med. Ulrich Strunz dazu schreibt.

Dr. Strunz, ein sehr erfahrener Wissenschaftler UND Praktiker, ist einer der Pioniere in Sachen angewandter Epigenetik. Er analysiert die Studienlage jeweils genau und liest die Studien ganz durch. Aufgrund der vielen besorgten Zuschriften seiner Patienten zum Thema Aspartam ist er über die Jahre hinweg mehrfach und für mich sehr nachvollziehbar und überzeugend auf das Thema eingegangen (der älteste hier zitierte Artikel stammt von 2008.). Die Quellen gibt er immer an.

 

Ich zitiere aus drei Artikeln:

  1. ZUR ZUSAMMENSETZUNG VON ASPARTAM
    (Aspartam, Artikel vom 04.06.2008 - https://www.strunz.com/news/aspartam.html)

    Aspartam […] besteht hochrein aus zwei Aminosäuren. Aus Asparaginsäure und Phenylalanin [Phenylalanin ist essenziell, kann also vom Stoffwechsel nicht hergestellt, sondern muss über die Nahrung aufgenommen werden - Einschub RHR]. Also aus Eiweiß. Die beiden Aminosäuren kommen vor in jedem Stück Brot, in jedem Schluck Milch, in jedem Bissen Fisch. Gekoppelte zwei Aminosäuren nennt man ein Dipeptid. Das übliche Eiweiß sind Polypeptide, also viele, viele Aminosäuren aneinandergekoppelt. Im Darm werden diese langen Ketten in kleinste Teile zerlegt, also in Dipeptide und in einzelne Aminosäuren. Damit die dann ins Blut gelangen können. Das heißt logischer Weise, dass auch Asparaginsäure und Phenylalanin gekoppelt natürlicherweise im Darm entsteht. Zufällig. Bei der Verdauung [Hervorhebung von RHR]. Wenn also lange Eiweißketten zerlegt werden in ganz kurze. Aspartam erzeugt sich also jeder Mensch jeden Tag im Darm.

    Randbemerkung: Bei der Verstoffwechselung dieser zwei Aminosäuren entsteht 11% Methanol. Ein Alkohol. Genau so wie bei dem Genuss eines Apfels. In jedem Glas Apfelsaft ist mehr Methanol als der Körper nach einem Cola Light produziert. Das sei doch bekannt, so soeben lächelnd eine Nahrungsmittel-Chemikerin zu mir. Die täglich routinemäßig Methanol in praktisch sämtlichen Nahrungsmitteln misst. 

    Sie misst in einem Glas Tomatensaft 5x mehr Methanol als nach dem Trinken von einem Glas Aspartam-Limonade.

    Das sind die Fakten.”

  2. SCHWEIZER MÄUSE

    In seinem Artikel, Aspartam: Der Schlussstrich vom 26.03.2020 schreibt Dr. Strunz
    (https://www.strunz.com/news/aspartam-der-schlussstrich.html
    - dasselbe auch schon 2013: https://www.strunz.com/news/aspartam-und-krebs-jetzt-reichts.html):

    “Im Jahre 2007 wurde der Schlussstrich gezogen. Unter das Thema Aspartam. Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die ALLE, tatsächlich ALLE erhältlichen Studien ausgewertet hatte […]. Im gleichen Jahr [wurde ein zweiter Schlussstrich gezogen von] 10 Wissenschaftlern aus USA, England, den Niederlanden (Crit Rev Toxicol. 2007, Vol 37, No 8, S 629-727). In der Arbeit wird penibel JEDE bisherige Veröffentlichung zu Aspartam ausgewertet und man findet so Angaben wie:

    Tierversuche werden häufig mit 4000 mg/KG Körpergewicht pro Tag gemacht. Also, man höre und staune, mit umgerechnet 26.660 Aspartam-Tabletten. Wie gesagt: pro Tag. Das ganze Tierleben. Und dann findet man irgendeine schädliche Wirkung. Tja. Nach 26.000 Tabletten wird mir auch komisch.

    Leider musste die EFSA sich nach 2007 […] noch einmal äußern. Denn 2010 haben italienische Wissenschaftler etwas ganz, ganz Neues, Schreckliches gefunden: 

    Aspartam macht Krebs in Leber und Lunge bei männlichen SCHWEIZER Mäusen (bitte nicht lachen). 

    Weil das Schema immer das Gleiche ist, weil das Ganze so lustig ist, lassen Sie uns doch die Zusammenfassung der Studie gemeinsam überfliegen. 

    Gefüttert wurden die Mäuse mit 159.600 Süßstofftabletten pro Tag (Umgerechnet auf 60 kg Mensch). Ihr ganzes Leben. Hat das je ein Mensch geschafft? Völlig unmöglich.

    Die Tiere wurden nach dem Tode seziert und man fand eben gehäuft Krebs. 

    Leider nur bei den männlichen Mäusen. Nicht bei den weiblichen. Können Sie das erklären? Ich auch nicht. Also müsste die Arbeit doch recht positiv lauten: Frauen dürfen Aspartam essen bis zum Abwinken, oder? Die haben eigentlich doch etwas sehr Schönes bewiesen, oder?

    Jetzt kommt der Trick: Das waren SCHWEIZER Mäuse. Da muss man sich belesen. Weshalb schreiben die das hin? 

    Schweizer Mäuse sind ein Stamm, der besonders leicht Krebs bekommt. Deshalb hat man weltweit beschlossen, mit diesen Mäusen Studien nur höchstens 104 Wochen zu machen. Niemals bis zum Tod, wie aber hier geschehen. Denn dann würde die sowieso hohe Krebsrate noch mehr ansteigen. Was also haben die Forscher hier getan? Die haben gegen die Regeln verstoßen. Haben also gefälscht. Warum sagt das niemand laut?
    Kommt noch hinzu: Wenn man die Laborbücher weltweit einsieht, merkt man, dass bei Schweizer Mäusen die spontane Krebsrate vergleichbar ist mit der hier gefundenen Krebsrate nach Aspartam. Jetzt wird’s wirklich lächerlich. […]”

  3. “SIE SCHÄMT SICH NICHT UND SIE SCHLUCKEN ES.”
    (Bewundernswert, Artikel ohne Datum aus der Wissensdatenbank von Dr. Strunz - https://drstrunz.de/wissen/details.php?id=116589)

    “Bewundernswert […] Wie die Zuckerindustrie es geschafft hat, Süßstoffe zu verteufeln. In erster Linie Aspartam. Aspartam, ein Teufelszeug, wenn wir Tausenden von Seiten im Internet glauben wollen.

    Ach Kinder!

    Liegt vor mir eine Diplomarbeit aus der Universität Hamburg. Betreut von Prof. Dr. M. Häusler. Über Aspartam. Daraus möchte ich Ihnen – hoffentlich zum letzen Mal – eine Tabelle wiedergeben und einen hübschen Satz.

    Den zuerst:

    ‘Der Verzehr von 0,75 Kilogramm Äpfeln führt zu einem Methanolanstieg im Plasma auf umgerechnet 1 mg/dL. Eine ähnlich hohe Konzentration hat sich vergleichsweise erst bei einer Aufnahme von 100 mg/kg KG Aspartam gezeigt.’

    Also noch einmal:

    Das Gefährliche an Aspartam, so lesen wir, ist das Abbauprodukt Methanol. Nach eineinhalb Pfund Äpfeln haben Sie im Blut 1 mg/dL. Den gleichen Effekt kriegen Sie auch mit Aspartam. Stimmt. Nur müssen Sie dann bei 70 kg Körpergewicht

    7 g Aspartam,

    eine unmögliche Menge geschluckt haben. Um die paar Äpfel zu erreichen. Verstanden? Der deutsche Durchschnittsverbrauch ist übrigens 3 mg.”

    *Tabelle aus der Diplomarbeit.*

                                                                            Phenylalanin                    Asparaginsäure
    Aspartam Getränk
    200 ml                                                       60 mg                                      48 mg

    Milch
    200 ml                                                       360 mg                                   580 mg

    Rindfleisch
    150 g                                                           1383 mg                                3236 mg

    Forelle
    150 g                                                          1560 mg                               4091 mg


    Ja, schämt sich die Zuckerindustrie eigentlich gar nicht?
    Trotz dieser Fakten Aspartam als in irgendeiner Weise gefährlich zu verleumden?

    Nein, die schämt sich nicht. Und Sie schlucken es.”

So geschieht meines Erachtens Propaganda/Manipulation, der auch Journalisten immer wieder auf den Leim gehen. Die Muster sind weiterhin die gleichen und die Lügen werden wiederholt, bis sie sich in allen Köpfen festgesetzt haben! Es gilt, auch den Behauptungen auf der “eigenen” Seite gegenüber skeptisch zu bleiben und ihnen mit möglichst genauem Hinschauen und so viel eigenem Wissen und, ja, auch Intuition wie möglich zu begegnen.

Frieden braucht Ehrlichkeit in Kommunikation und Wissenschaft.

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\Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.**

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