übertrifft den Zauberlehrling
Der Hexenmeister
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So hat der alte Meister, sich noch einmal fort begeben!
nicht für immer, nein, für ewig!
Ha! Was war es doch ein Leichtes!
Er achtete auf mich vergeblich,
Nun wartet er als Leiche!
Ich tat ihm Alles wie ers zeigte,
Also zeigte er mir sein Geheimnis,
so kams das diese Macht nun mein ist!
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Niemals wieder, hätt ers’ erlaubt!
Aufrecht ging er stets durchs Leben.
Starke Glieder, stolzes Haupt.
Oh. Oh. Oh. Was da stand. Das nahm mein Verstand.
Mein Kopf war entflammt.
Oh. Bei Gott verdammt.
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“Meister, das ist ja schrecklich!”
Rief ich lauthals vom Entsetzen.
Ich wollts eigentlich verbrennen auf der Stelle… Nicht so Schnelle!
Sprach der alte Fetzen.
Wenn ein Ding ein mal entdeckt ist,
geht es nicht mehr bis es weg ist.
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Also schreiben wir es hin ins Buch,
Es bändigt damit schlimmen Fluch.
Löschten wir diese Erinnerung,
Dann bringt er uns von innen um.
Ich weiß dort steht des einen Brauch,
der stets nach seinesgleichen schaut.
Find er sie, dann ruft er sie, die sind…
Sag, ist dir nicht wohl, mein Kind?
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Er war doch sonst nicht so gesprächig!
Meistens sittsam, faul, gefräßig,
dann zum Mittag hin doch oft schon schläfrig,
fragt mich: ob ich weis wie späts ist… Du dummer Tattergreis!
Ein Wunder, dass du überhaupt was weißt.
Hab nicht dein Ehrgeiz, dein Talent,
Sanftmut, Güte, sind mir fremd,
Da ist nun nichts mehr was mich hemmt!
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2
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Ja! Ja! Ja! JA
Nun endlich gleich, es bahnt sich an,
Ob die Formel ich begreifen kann?
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Denn eines hab ich wohl gelernt,
wo einmal Macht ist, ist noch mehr!
Wie tu ich es wie tu ich das
Karo Kreuz Pik Bube Ass
Jakob Kreuzweg Dornenkröne,
Opfer euch geborne Söhne
Eure Töchter hörn mir auch-
Die ziehn doch meine Freunde auf!
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Ja da stutzt ihr, wie die Hühner,
das Fleisch hört mir-
Rest ist für die falschen Brüder.
Es schmecket mir. Das Ganze hier.
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Ich habe es dem Buch entnommen:
Was ich hab darf nicht entkommen,
Denn fortan’ verbrennts’ die Sonne.
Ich begründe eine Knabenschule,
Entzünde dort dann Lavagruben
und züchte fortan Sklavenghoule!
Dafür braucht es Handberufe,
Sklave, hörst du? Ja, ich rufe.
Ab mit dir, grab da ne Grube!
Da! Und da! Und da! Und da!
Du denkst jetzt an nichts andres mehr!
Du bist ein Sklave, Ich dein Herr!
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Fein. Es funktioniert. Doch dumm sind sie.
Mein. Umfunktioniert. Mir nutzen sie.
Nein. Strunzendummes Nutz-Tier-Vieh.
Mein Schmutz ist noch zu gut für die.
Wein! Ihr Wutze wollt wohl nutzlos dien?!
Kein Bein! Auf die Stumpfe rutscht auf Knien!
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Wäre der alte Meister doch schon je verreckt!
Was hat der Gammler bloß versteckt!
Die Bücher, gerne schwelgte der Esel,
wie ein Bebrühter die Wälzer gelesen.
Das Beste lag an der Kette am Tresen.
Staub war dran, ich durfte nicht fegen.
Wie taub war er dann, gesetzte Regel.
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Klingt nach einem guten Wesen.
Halt, wer da hat Mut zum reden?!
Dir werd ich’s zeigen, deinem Herrn zu trotzen!
Lakain, von euch zwein wird sein Herz zerstochen!
Doch tuts langsam.
Ich will Spaß haben.
Und das ist erst der Anfang.
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Oh, du ehrloser, kaltherziger Drache!
Das du in Mund nimmst solche Sprache!
Dein ganzer Schund und Unrat soll verbrenn in Feuerlache!
Zeit das all die Schandtat endet und wir ohne Meister neu anfangen!
Ihr, die von den Geschichten habt gelernt,
Hat der Wicht dort vorn auch mies gelehrt!
Das Worte deutet euch das Werk!
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Es ist nicht als solches,
zu greifen nach dem Dolche,
Was nicht zu richten mit dem Schwert,
Stirbt auch nicht von bisschen mehr.
Ich hört des Hexers Wahnsinn singen,
Die Formel konnt ihm Wahn nicht bringen,
Doch in den Worten hört ichs klingen:
Hilf uns, Hilf uns Hilf dir selbst!
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Der Meister sagte gib uns Geld!
Sei freundlich, sachte und mach schnell,
das bedeutet uns die ganze Welt!
Wenn wir frei sind unds gefällt,
Behältst du dann den ganzen Rest!
Schnell, jetzt spute dich und lern den Text!
Wenn das klappt- dann gibt’s nen Fest!
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Ich prüfte, wägte, scherzte!
Es wehte, stimmte, schmerzte.
Ich nahm mir dies Wort zu Herze!
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Darum höre, Hexenmeister
Die Hexe auf die hört der Deister!
So ein grausam schlimmer Zwerge,
Gehört draußen auf den Rübenberge!
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Mit einem richtig lauten Donnerschlag,
vom Dienstag auf den Donnerstag,
Trompetenspieler Trommelschlag!
So ward von da an neuer Tag.
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Es kamen nun endlich die Hexen nach Hause.
Es waren auch endlich die Hexer zu Hause.
Es warn einfach echte Menschen zu Hause.
Schlussendlich war all das schrecklicher Zauber.
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Der Alte er lernte noch, wie man es bewahrt.
Ja, der junge Mann, er erlernte es gar.
Doch die Schlacht gewannen wir alle,
weil wir uns selbst in die Augen sahn.
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So Menschenkind, egal wie groß, egal ob Kleine.
Es bleibe: jung bleibt jung, alt bleibt alte.
Alt lernt von jung, Junge durch Falte.
Der letzte Wunsch der gesalbten:
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Schau das es den unseren gut geht,
Hör was das alter euch sagt,
Fühl was aus dem Herz kommt.
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Und wenn es soweit ist erhaltet ihr euren Platz.
Es sind eure Kinder, es braucht keinen Meister.
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Aber Hexen sind frei und gehören dem Deister.
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Autor: Timogenes, der Hexenmeister
Maler: William Blake, The Ancient of Days 1794
“Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.”