Eine Rezension
Auf dem Gründungstag der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Gießen gab es eine leider sehr misslungene, stümperhaft ausgeführte Showeinlage.
Jetzt hat man inzwischen schon jahrelang auf den Genuss eines drittklassigen öffentlich-rechtlichen Komikers mit ZDF-Hintergrund verzichtet, und dann taucht er auf einmal auf dem Gründungstag mit schwarzer Langhaarperücke auf.
Vermutlich aus Zeitgründen, die andere Beitragszahlerverschwendungsproduktion ist aufwändiger, konnte er sich nicht ausreichend auf seinen Gastauftritt vorbereiten, denn er war zwar wirklich sehr bemüht, schaffte es aber leider dennoch nicht, ganz in seine Rolle zu schlüpfen, die er darzustellen versuchte. Das machte seine Rolle sehr unglaubwürdig.
Hatte man sich gerade daran gewöhnt, ja – so hat der Hitler gesprochen und gestikuliert, fiel er leider wieder aus der Rolle und imitierte Goebbels. Da das leider ständig hin und her ging, waren beide Parodien gleichermaßen schlecht und unprofessionell inszeniert.
Es ist halt schwer, an die Komik der Originale heranzukommen. Als blutiger Anfänger solle man vielleicht besser sein Können nicht gleich überschätzen und sich erst einmal an leichtere Rollen heranwagen. In der aktuellen und vorangegangenen Regierung gäbe es dafür reichlich Beispiele für ein dem Talent entsprechendes Übungsmaterial.
Die grottenschlechte Qualität der Darbietung kann natürlich auch daran gelegen haben, dass der recht schmucklose Charme der Veranstaltungshalle in Gießen nicht die Atmosphäre eines Sportpalastes in Berlin hergab, was die Darstellung des Versuchten sicher erschwerte. Begnadete Künstler brauchen auch eine angenehme Atmosphäre, sonst können sie nicht ihr ganzes Potenzial zur Entfaltung bringen. Auch das Publikum in Gießen scheint nicht ganz so begeistert von der Vorstellung gewesen zu sein. Das spornt einen angehenden Darstellerpraktikanten natürlich auch nicht besonders an, Höchstleistungen zu bringen.
Da es sich möglicherweise um eine, wenn auch dilettantische Darbietung außerhalb des geschützten Raumes auf dem Lerchenberg gehandelt hat, ist davon auszugehen, dass es eine entsprechende Sonder-Gage gegeben hat. Hier sollte die letzte Rate „Auszahlung nach Auftritt“ auf keinen Fall ausgezahlt werden. Man sollte sogar überlegen, ob die vorangegangenen Teilzahlungen für Vorbereitung etc. zurückgefordert werden, da es sich ja möglicherweise um Gelder der Zwangsbeitragszahler handelt.
Auf das entsprechende Bild- und Tonmaterial, das die Minderleistung eindeutig dokumentiert, soll hier aus Rücksicht auf das hohe Niveau der hier dem Lesen Mächtigen, die mehr Qualität gewohnt sind, verzichtet werden.
Kritik geht auch an die Jugendorganisation, die muss sie aushalten können, wenn aus ihr etwas werden soll: Bitte in Zukunft nicht mehr das Paket „Irgendwas mit Comedy“ bestellen, man sieht ja, wie das in die Hose gehen kann. Dann schon lieber in Zukunft jemanden auftreten lassen, der sein schauspielerisches und komödiantisches Handwerk wirklich versteht.
Mit so platten Witzen wie „Wollt ihr den totalen Lacher?“ kann man heute keinen Hering mehr vom Teller ziehen.
Als Übungsobjekt wäre der Auftritt von Charly Chaplin als Anton Hynkel in „Der große Diktator“ zu empfehlen, doch bis zu solch einer großartigen Leistung ist es ein langer Weg.
https://www.youtube.com/watch?v=xY9_rA2RSsE
(Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)
“Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.”
* *
(Bild von pixabay)