Wochenbericht: 6. bis 12. Dezember. Mit Alice Weidel, Gegenwind auf X und dem „gefährlichsten“ Dissidenten des Landes.
„Revolutionäres aus Prag“ hieß der Text, den ich vor gut einem Jahr über das erste Alternativ-WEF geschrieben habe. Nummer zwei war jetzt fast schon Routine. Wieder Prag, wieder Václav Klaus zur Eröffnung (allerdings, so schien mir, nicht mehr ganz so fit und inspirierend), wieder ein Tag mit vielen, die in den letzten Jahren zu Weggefährten und Vertrauten geworden sind.
Unterschied Nummer eins: Bei der Premiere konnte jeder, der im Planspiel oder auf dem Podium saß, neben seinem Partner zwei Freunde mitbringen. Bei mir: ein Paar aus der Oberpfalz, das mich zu einem Vortrag eingeladen und zum Dank dann nach Prag ausgeführt hatte. Ich konnte mich so revanchieren. Diesmal hat der Veranstalter sein Geld in Influencer investiert und so das Gefühl verstärkt, bei einem Klassentreffen zu sein. Gebremst wurde das durch die zweite Neuerung. Politiker auf der Bühne, Alice Weidel zum Beispiel. Ich verzichte darauf, diesen Auftritt hier zu kommentieren. Es steht alles frei im Netz. Seit gestern auch das Podium „Der Krieg in Europa & wie wir ihn stoppen können“ mit mir.
Texte
„Ich bin Russin“. Die Geschichte von Vera, die in den 1990ern aus dem fernen Osten nach Neubrandenburg kam, aufgeschrieben von Mirko Jähnert, der bei uns ein paar Kurse besucht hat.
Politik-Fasten. Hans der Kleingärtner ist ein Naturtalent – als Beobachter und als Schreiber. Ein Text zum Genießen, der ganz nebenbei einen frischen Blick auf Orwells „1984“ bringt.
Herrschaft der Handelnden. Höhepunkt und Abschluss einer Artikelserie, in der Axel Klopprogge den Zeitgeist aufs Korn nimmt und dabei den Finger in Wunden legt, die viele weit „oben“ nicht sehen wollen.
Quantensprung. Donar Rau, wie Mirko Jähnert einer von unseren Absolventen, ist hin und weg nach der Lektüre von „Jeder Mensch“ (Ferdinand von Schirach). Auf X gab es gleich Gegenwind. Tenor: Wischiwaschi, diese sechs neuen Grundrechte.
Spieglein, Spieglein. Noch ein Höhepunkt. Daniel Sandmann schont die eigenen Leute nicht – auch den „gefährlichsten“ Dissidenten im Land nicht. Wer glaubt, mit einer KI sprechen zu können, der, so lässt sich das zusammenfassen, geht der Macht auf den Leim.
Videos
Die Raunächte nahen – Zeit zum Lesen und vielleicht sogar Zeit für einen Roman. In diesen knapp 30 Minuten gibt es gleich fünf Tipps. Diether Dehm, Raymond Unger, Jörg Bernig, Kathrin Schmidt und Christoph Nußbaumeder. Wer das alles schon kennt, empfiehlt das Video einfach weiter oder kauft ein Büchlein als Geschenk.
Kurse
Wer lernen will, wie man Interviews führt oder Berichte und Rezensionen schreibt und so eines Tages vielleicht auch in diesem Newsletter steht: Der Bewerbungsschluss für den Kompaktkurs Journalismus naht – genau wie der für das Seminar „Intellektuelle Selbstverteidigung“. Das komplette Programm für 2026:
30. April bis 3. Mai: Intellektuelle Selbstverteidigung
13. bis 17. Mai: Kompaktkurs Journalismus
24. bis 27. September: Interview
8. bis 11. Oktober: Journalismus-Retreat
Jederzeit (wochentags, Anfragen per Mail): Still bleiben, dagegenhalten, weglaufen? Wie wir im Gespräch bleiben
Sonstiges
In Prag bin ich gleich Robert Stein in die Arme gelaufen. So ein Filmemacher nutzt das sofort für ein kurzes Interview. Wer mehr mag: Das Buch „Mut zum Widerspruch“ ist da. Persönliche Geschichten von „Dissidenten der Alternativlosigkeit“ (Untertitel, nicht meine Selbstbezeichnung). Mit Christian Dettmar, Christian Schubert, Andreas Sönnichsen, Heike Egner und und und. Vielleicht auch ein Weihnachtsgeschenk.