LÜKEX 18

Kein neues Pandemieplanspiel

Um von vorn herein Missverständnisse auszuräumen: LÜKEX 18 ist keine neue Marke für langlebige, energiesparende Leuchtkörper.

Auszüge aus der Zusammenfassung des 92 Seiten langen Auswertungsberichtes LÜKEX 18, dessen sperriger Name schon verrät, welche Geistesgrößen hier am Werk waren. Dass es sich hierbei um ein Akronym handelt, ist den Verfassern zwar aufgefallen, hat sie jedoch nicht davon abgehalten, es dennoch zu verwenden.

Am 28. Und 29 November 2018 wurde die achte länderübergreifende Krisenmanagementübung mit dem Thema „Gasmangellage in Süddeutschland“ durchgeführt.

Es handelt sich um eine regelmäßig stattfindende, strategische länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübung, die sich an die obere politisch-administrative Ebene richtet. Damit wird gleich klargestellt, wer am Ende das Sagen hat. Das erinnert ein wenig an die politisch motivierten, nicht vom RKI wissenschaftlich empfohlenen Maßnahmen während der ersten Pandemiespiele der Neuzeit in Echtzeit.

Hauptakteure u. a.: Bundesministerium des Inneren (die Gasmangellage wird immer unser Feind sein!), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (das ist die, die so hervorragend beim terroristischen Stromausfall im Südwesten Berlins im Einsatz war), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (ahnte das Ministerium bereits, was ihm später dann mit Robert blühen würde?), die Bundesnetzagentur (das ist die, die ja nicht nur für Strom-, Gas- und Telekommunikationsnetze, sondern auch für Denunzierungsportale zuständig ist).

Weiter nahmen Baden-Württemberg und Bayern, als „Intensiv Übende Länder“ teil, als „Übende Länder“ u. a. auch Berlin. Wie hilfreich dieses teilföderale Bundesmanöver vermutlich in der Lüneburger Heide (daher wohl die Abkürzung LÜ in LÜKEX) war, hat man dann ja in Berlin gesehen.

Auf Seiten der Betreiber „Kritischer Infrastrukturen“ beteiligten sich besonders die Fernleitungsnetzbetreiber. Man kann wohl davon ausgehen, dass das Stromnetz ebenfalls zur kritischen Infrastruktur gehört, womit den Strategen zumindest bewusst war, was kritische Infrastruktur überhaupt ist. Das ist jetzt wirklich erfreulich.

Hauptziel war die Verbesserung des Zusammenwirkens auf der Grundlage des „Notfallplans Gas“. Möglicherweise liegt in irgendeiner Schublade auch der Notfallplan Strom. Ansonsten hätte man die Begriffe Gas und Strom auch austauschen können, und schon wäre die Krisenmanagementübung auch hierfür fertig gewesen.

Insbesondere die Aufgaben, Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten der handelnden Krisenstäbe konnten näher betrachtet und optimiert werden.

Es scheint doch recht wichtig zu sein, wer wofür zuständig ist, welche Rechte und Pflichten er hat und vor allem wo die Verantwortlichkeiten liegen, damit man, falls was schiefläuft, was eher naheliegend ist, sagen kann, der andere sei schuld. Diese Taktik kennen wir schon aus der Enquete-Kommission. Und „Krisenstab“ hört sich genau so „militärisch“ an, wie bereits während der Corona-Krisenmanagementübung in Echtzeit, in die bekanntlich die Bundeswehr in Form eines Generals mit am Tisch saß.

Die Intensität einer Gasmangellage entsprechend wird nach dem Notfallplan Gas zwischen drei Krisenstufen /Frühwarn-, Alarm- und Notfallstufe) differenziert. Da alle drei Stufen in der Übung abgebildet und …geübt werden sollten, musste sich die Gasmangellage im Übungslauf sukzessive verschärfen.

Ein Vorschlag für die nächste Übung: Vielleicht könnte man einen Drehbuchautoren engagieren, der weiß, wie man eine Story dramaturgisch aufbaut, der kennt sich mit Plots, wie Krisen-, Frühwarn- und Alarmstufen bestens aus.

Dem Szenario wurden eine extreme und langandauernde Kältewelle sowie niedrige Gasspeicherfüllstände zu Grunde gelegt.

Aha, das Grundkonzept steht schon mal. Und eine langandauernde Kältewelle und niedrige Gasspeicherfüllstände bieten bereits derzeit schon eine glaubwürdige Grundlage für das Drehbuch.

…es wurden mehrere Lieferausfälle eingespielt. … ursächlich bestehend aus einer Kopplung zwischen Gas- und Stromausfällen und Lieferausfälle im internationale Gastransit.

Der internationale Gastransit wird derzeit durch die Sprengung der Nordstream 2-Pipeline, garantiert nicht durch die Russen, dem Nicht-haben-wollen russischen Gases durch den verbliebenen intakten Strang und der Kältewelle in den USA, wodurch weniger LNG-Gas-Tanker auf dem Weg an die LNG-Terminals unterwegs sind, behindert.

Mit der Feststellung der Notfallstufe wurde die Bundesnetzagentur zum Bundeslastverteiler und hatte die Aufgabe, den lebenswichtigen Gasbedarf sicherzustellen.

Das wäre eine wunderbare Gelegenheit, die Gasversorgung auf Staatsbetrieb umzustellen, da gibt es bestimmt Erfahrungswerte sozialistischer Staaten, die hierbei sehr hilfreich sein könnten.

Für die Betreuung sogenannter „geschützter Kunden“ (Haushalte und Fernwärmeanlagen) wäre der Bevölkerungsschutz entsprechend gefordert, der sich Dank der Übung bereits in Berlin so herausragend im Bereich Strom profilieren konnte.

Mit einem wie auch immer zu bewerkstelligenden Druckanstieg wäre die Gasmangellage jedoch noch nicht unmittelbar beendet, da die Wiederinbetriebnahme der Netze und der Anschluss aller Kunden zeitaufwändig und technisch anspruchsvoll wäre.

Nach unfachmännischer Einschätzung mit durchschnittlichem Hausverstand wäre es dann vielleicht recht clever, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Derzeitige Aktivitäten in diese Richtung sind nicht zu erkennen, aber vielleicht finden die im Geheimen statt.

Vielleicht legen die Krisenmanagemnt-Experten derzeit im ehemaligen Regierungsbunker im Ahrtal einen Vorrat an Camping-Gas-Kartuschen für die gesamte unseredemokratische Republik an.

Ein weiterer Übungsschwerpunkt war die Erprobung und Optimierung der (Risiko- und) Krisenkommunikation.

Das hat ja im Zusammenspiel von Bezirksbürgermeisterin, der Berliner Innensenatorin und der Erreichbarkeit des Regierenden Bürgermeisters von Berlin auf dem Tennisplatz schon mal bestens geklappt.

Nachfolgend werden die wesentlichen Erkenntnisse (war da schon was?) und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen (alles natürlich rein freiwillig) für die Bereiche „Stabsarbeit“ (militärische Ordnung muss sein), „Krisenkommunikation“, „Gaswirtschaftliches Krisenmanagement“ (man kann auch Gastwirtschaftlich lesen, denn das Konzept könnte auch durchaus an einem Stammtisch entstanden sein) und „Bevölkerungsschutz“ (der beste Schutz wäre, man würde rechtzeitig dafür sorgen, dass eine Gasmangellage erst gar nicht eintritt, Deutschland war ja mal eine führende Wirtschaftsnation) zusammengefasst.

Stabsarbeit

In der Stabsarbeit kam in der LÜKEX 18 das Nationale Krisenteam Gas erstmalig zur praktischen Anwendung. (Wenn auch nur in der Theorie).

Im Bereich des Krisenmanagements stehen zwei Erkenntnisfelder im Vordergrund: Die notwendige Harmonisierung von Erwartungshaltungen im Rahmen der Kommunikation und die Qualität des Informationsaustausches.

Das heißt, die unterschiedlichen Herangehensweisen und Interessenlagen müssen so harmonisiert werden, dass jeder Fehler auf den anderen schieben kann und es am Ende keiner gewesen ist. Die Erwartungshaltungen müssten möglichst niedrig angesetzt werden, so kann die Enttäuschung auch relativ niedrig ausfallen.

Grundsätzlich hat sich in der Übung über alle Ebenen hinweg gezeigt, dass bewährte Mittel, wie z. B. der Austausch von Verbindungspersonen und Fachberater/innen (gendern nicht vergessen!), trotz der immer schnelleren (aber dadurch nicht besser werdenden) Kommunikationsmittel und -wege (z. B. Fax in Gesundheitsämtern, Funklöchern in ländlichen Gegenden, analoger Funkverkehr zwischen der Armada deutscher Panzer, Deutsche Bundespost, Deutsche Bahn) unabdingbar bleiben.

Verbesserungsvorschlag: Im Falle eines Notfalls stelle man in angemessenem Abstand Trommler auf, die Nachrichten per Morsezeichen schnell und störungsfrei übermitteln können.

Krisenkommunikation

Risiko- und Krisenkommunikation als Bestandteil eines ganzheitlichen (wie putzig) Krisenmanagements gewinnen immer mehr an Bedeutung, daher auch ein Übungsschwerpunkt. Die Sozialen Medien entwickeln sich dynamisch (da sei Daniel Günther vor!). Ein Ausblenden des Informationsraums „Soziale Medien“ verbietet sich heute. Geschrieben 2018, diese Einschätzung hat sich sicher mittlerweile geändert. Da muss man doch was unternehmen!

Neben der zielgerichteten Kommunikation muss auch das Medien-Monitoring zur Aggregation von Lageinformationen und deren Aufbereitung für das Krisenmanagement künftig verstärkt geübt werden.

Zielgerichtete Kommunikation darf hier wohl auf keinen Fall mit manipulierter Herausgabe von Informationen verwechselt werden. Medien-Monitoring heißt wohl nichts anderes, als dass man aufpassen muss, was nach außen dringt und was besser unter den Teppich gekehrt wird. La Deutungshoheit sommes nous! Und inzwischen gibt es ja den DSA und TTPA, das wird sicher ungemein helfen.

In der Übung wurde deutlich, dass eine „one voice policy“ nicht praktikabel ist. Stattdessen sollte eine „one message policy“ – die Übermittlung einer Kernbotschaft gleichen Inhalts von unterschiedlichen Stellen – angestrebt werden.

Übersetzt: Es hat sich herausgestellt, dass jeder etwas anderes sagt, was Teile der Bevölkerung verunsichern könnte. Besser ist, man einigt sich auf eine Kernbotschaft und die tröten dann alle mit gleichem Wortlaut heraus. Das hat sich während Corona ja auch inzwischen schon in der Praxis bewährt. Und kritische Stimmen zu Wort kommen lassen, hätte in der Tat die Leichtgläubigen unter Umständen zu Zweiflern machen können, und das wollte man nicht.

Vorbereitete Textbausteine, abgestimmte Sprachregelungen und FAQs haben sich in der … Krisenkommunikation als Hilfsmittel bewährt.

Textbausteine sind ein beliebtes Einsatzmittel, wenn es darum geht, unangenehmen Fragen auszuweichen. Ein bisschen Sprech-Bauschaum, und schon wird die Zeit mit Worthülsen gefüllt und die ursprüngliche Frage ist weg und muss nicht beantwortet werden.

Bei abgestimmten Sprachregelungen könnte vielleicht das orwellsche Wahrheitsministerium helfen oder die Einführung einer deutschen Einheitssprache. Ist aber nur ein Vorschlag.

FAQs werden gerne genommen, wenn man vermeiden will, dass ein Mensch antwortet. Gleichgeschaltete Antworten machen das Leben ungemein leichter.

Und jetzt kommt ein Knaller:

Eine proaktive und zielgerichtete Krisenkommunikation ist wichtig, um die D E U T U N G S H O H E I T in der Krise zu behalten. Informationsdefizite können sonst mit falschen und kontraproduktiven Informationen gefüllt werden.

Sie sagen es offen und unumwunden: Wir beanspruchen die Deutungshoheit, was wir sagen ist richtig, andere, kritische Stimmen haben gefälligst die Klappe zu halten. Wir müssen argumentativ so stark sein, dass kein Blatt Papier zwischen dem passt, was wir so kunstvoll als Textbausteine zusammenfügen.

Und auch an die Doofen wird gedacht: Bei einer zielgerichteten Kommunikation ist auf eine allgemein verständliche und empathische Sprache zu achten. Also, auch der Dümmste muss verstehen können, was wir Geistesgrößen uns ersonnen haben, und mit ein bisschen Gefühl geht es leichter, die Unserewahrheit in die Köpfe der Menschen hinein zu träufeln.

In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Eine Zensur findet nicht statt.

Das lassen wir mal so im Raum stehen.

 

Gaswirtschaftliches Krisenmanagement

Es besteht Klärungsbedarf hinsichtlich der Haftungsregelungen. Das bedeutet konkret, wer kann für was am besten nicht haftbar gemacht werden und wie bleiben all unsere Köpfe insgesamt über Wasser?

Es sollte daher überprüft werden, ob ein genereller Haftungsausschluss … sinnvoll ist. Das bestätigt vorgenanntes. Die Betreiber von Gasspeichern sind in der Regel nicht die Gaseigentümer. Folglich ist festzulegen, ob der Speicherbetreiber oder der Gaseigentümer Adressat von Maßnahmen sein soll (die am besten nicht zu hinterfragen sind) und wie mit dadurch evtl. entstehenden Haftungsansprüchen umgegangen werden soll. Die Möglichkeiten zur Durchsetzung von Maßnahmen, deren Adressaten nicht Folge leisten (entweder du spurst, oder es gibt was auf die Mütze) sind juristisch zu prüfen (damit man uns, die wir das ganze Aushecken, auf keinen Fall ans Bein pinkeln kann.) – beispielsweise die Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine polizeiliche Unterstützung (…und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt).

(Gott, ist das krank.)

Eine vollständig diskriminierungsfreie Abschaltung bzw. Reduzierung nicht geschützter Kunden ist … nicht umsetzbar und kann möglicherweise im Widerspruch zur Effektivität der Maßnahmen stehen. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob eine Abschaltung von systemrelevanten Gaskraftwerken vor geschützten Kunden sinnvoll ist.

Einen Tod muss jemand sterben. Nötigenfalls muss man das Prinzip der Triage aus der Medizin anwenden. Oder man hat später diese Erkenntnis auf die Corona-Krisenmanagementübung im Praxisbetrieb angewendet.

Dabei sind die Auswirkungen von Stromausfällen und die Folgen von Gasabschaltungen im Krisenfall abzuwägen. Der klassische Fall der Wahl zwischen Pest und Cholera.

Die Kriterien zur Feststellung der Notfallstufe im Notfallplan Gas sollten überprüft werden. (Die Geisteszustände der Geistesgrößen möglicherweise auch).

 

Bevölkerungsschutz

Hier wurden die Auswirkungen der Strom-, nein, der Gasmangellage in den Teilbereichen „Bevölkerungsverhalten und Stärkung der Selbsthilfefähigkeit“, „Staat und Verwaltung“, „Gesundheitswesen“, „Wirtschaft“ … betrachtet.

Da kam der terroristische Angriff auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins ja gerade recht… Hier konnte man wunderbar beobachten, wie sich die Bevölkerung verhält. Wie praktisch, dass es sich hierbei eher um eine wohlhabendere Bevölkerung handelte, die über die Mittel verfügte, die Zeit zu überbrücken und die Schäden am Eigentum (geplatzte Leitungen, Heizung, Elektrizitätsversorgung, Unterkunft etc.) wohl weitgehend aus der eigenen Tasche zu bezahlen. In Marzahn wäre man wohl zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Im Bereich Staat und Verwaltung konnte man sehen, dass für den Krisenstab dringend Pausen eingebaut werden müssen, damit man mal bei einer Stunde Tennis den Kopf frei bekommt, um genau zu überlegen, wie es weitergehen könnte.

Auch im Bereich Gesundheitswesen konnte man Erfahrungen sammeln, wie man an den Bildern des Besuchs des Tennisspielers in einer Turnhalle bei einer 96-jährigen Frau mit hoher Pflegestufe sehen konnte. „Siehste Gaby, geht doch!“

(Wenn es nicht so erbärmlich wär, wäre es zum tot lachen. Was für Dilettanten waren hier am Werk?)

Vielleicht erklärt das auch das Aussetzen von 1 Million Euro auf sachdienliche Hinweise zum Ergreifen der Vulkanier. Einerseits vermittelt die Höhe der Summe eine gewisse Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit im Willen der Aufklärung und andererseits ist sie auch eine Versicherung, dass man die 1 Million niemals auszahlen muss, weil man ziemlich sicher sein kann, dass die Schuldigen eh niemals gefunden werden. Auch hier könnte der Umgang mit den Nachforschungen zu Nordstream 2 von ungeheurer Bedeutung sein.

Allen Bereichen gemein ist die Erkenntnis, dass eine Gasmangellage teils kaskadenartige Auswirkungen haben kann. Tja, so was kommt von so was.

Deutlich wurde dennoch, dass das Szenario der LÜKEX 18, mit seiner geringen Eintrittswahrscheinlichkeit (die Realität straft Lügen, derzeit steht man kurz davor) aber hohem Schadenspotenzial, drastische Auswirkungen auf das öffentliche Leben und die Versorgung haben würde.

Ebenso wäre mit einer hohen Anzahl an kältebedingten Erkrankungen zu rechnen. (Allein schon diese Erkenntnis ist die gesamte Krisenmanagementübung wert. Anders wäre man nämlich nie zu solch einer wichtigen Erkenntnis gekommen.)

Folge der allgemeinen Verschnupfung wäre, dass Staat und Verwaltung (an erster Stelle genannt), aber auch die Wirtschaft somit aus mehrfacher Sicht von Personalengpässen betroffen wären. (Wo doch laut des besten Bundeskanzlers aller Zeiten die Deutschen obendrein auch noch zu faul zum Arbeiten sind. Die paar Fleißigen können dann nicht auch noch krank werden.)

Den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden (Huii, huii!) ist die Lageentwicklung, insbesondere etwaiger Ausfälle der Beheizung, frühzeitig anzuzeigen, damit diese adäquate Maßnahmen treffen und die Bevölkerung mit Handlungsempfehlungen vorbereiten können. Hierzu wäre es am besten, die Bevölkerung mit Glaskugeln auszustatten, damit sie schauen können, ob ein Ausfall der Beheizung unmittelbar bevorsteht. Handlungsempfehlungen könnten sein: Lange Unterhose anziehen, nicht mehr lüften, in die Hände klatschen und einen Dauerlauf auf der Stelle starten, sowie Ruhe bewahren, bis die Kälteperiode vorüber ist.

Falls eine Gasmangellage die Abschaltung ganzer Netzgebiete notwendig machen würde, müssen Verfahren der Evakuierung und Unterbringung vorbereitet und abrufbar sein. (Vorschlag: Ein Dauerkontingent an Hotelbetten im Süden Europas vorhalten, um die Bevölkerung dort hin zu verbringen, bis die Gasmangellage behoben ist.)

Die Beheizungsmöglichkeiten vorgesehener Notunterkünfte sind dabei zu berücksichtigen. (Würde sich erübrigen, wenn vorgenannter Vorschlag auf Zustimmung stoßen würde.)

Krankenhäuser, Altenheime und andere grundlegende soziale Dienste sind nur als „Ultima Ratio“ für eine Trennung von der Gasversorgung vorzusehen… Hier vielleicht bitte noch einmal kurz darüber nachdenken, was wäre, wenn gar kein Druck oder Gas mehr vorhanden wäre, nur so nebenbei!

(Es wird nicht besser:)

Insgesamt wird empfohlen, weitere Erkenntnisse zu den Auswirkungen einer Gasmangellage, auch in Zusammenhang mit einer extremen Kältewelle, zu sammeln. (Wie jetzt, war die Krisenmanagementübung auf sommerliche Temperaturen ausgelegt?)

Conclusio: Es ist gelungen, die „Bevölkerungsschutzwelt“ und die „Energiewelt“ einander näher zusammenzubringen und ein Verständnis für ein länder- und ressortübergreifendes Krisenmanagement bei den Teilnehmenden(denden) nachhaltig zu stärken.

Im Interesse der eigenen Daseinsberechtigung beabsichtigen wir daher schon sehr bald eine weitere Krisenmanagementübung anzuberaumen, um die bisherigen wichtigen Erkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen.

Aus der Krisenmanagementübung Lükex 18 (Lügex 18 oder Lückex 18) quillt vor allem eines hervor: Menschenfremde, Praxisferne, Mangelnde Erfahrung in der Bewältigung des Alltages, selbstüberschätzendes Gutmenschentum, militärisch-hierarchische Zuständigkeitshörigkeit, Erfüllungsgehilfentum, Schreibtisch-Strategie, Theorieverfallenheit, Inkompetenz, Dilettantismus in Perfektion, Paragraphenreitertum und den Wunsch, ja nicht persönlich für irgendetwas zur Verantwortung gezogen werden zu können.

Man kann aufgrund der aktuellen sinkenden Gasspeicherstände nur zum Gott des Gases beten, dass diese Universal-Dilettanten niemals in Aktion treten müssen, denn das kann nur in einem Chaos enden. Oder sollte man beten, dass genau das eintritt, damit auch noch der Allerletzte versteht, mit welchen „Genies“ wir es hier zu tun haben?

Die 92 Seiten der Vorstellung einer neuen Glühbirne wären komplett überflüssig, wenn die beteiligten Schreibtisch-Strategen einfach nur auf die Idee kommen würde, eine Gasmangellage unter keinen Umständen aufkommen zu lassen, z. B. in dem man rechtzeitig dafür sorgt, dass die Speicher ausreichend Gas vorhalten. Aber so eine Idee kommt den Gasmangellagestrategen einfach nicht in den Sinn, weil das viel zu wenig verkopft und schlicht und ergreifend zu einfach wäre. Man muss ja beweisen, zu welchen komplizierten Denkvorgängen der Genius der Beteiligten in der Lage ist.

Noch ein Tipp für eine aller letzte Möglichkeit sich gegebenenfalls aus der Affäre zu ziehen: “Das konnten wir zum damaligen Zeitpunkt nicht mit in unsere Überlegungen einbeziehen” oder “Wir konnten ja von den tatsächlichen Ausmaßen einer Gasmangellage keine Ahnung haben, war ja schließlich das erste Mal.”

Quelle: www.luekex.de

 

(Sorry, dass der Text so lang geworden ist. Jedoch so viel Unsinn ist nicht mit drei Sätzen zu beschreiben.)

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)