Der große Veggie-Betrug

Nährstoffmangel durch Fake-Hamburger – und das Geheimnis der Hundertjährigen

Es ist so etwas wie der blinde Fleck in der Veggie-Debatte. Ein Tabu. Auch und gerade jetzt, im „Veganuary“: der Betrug aus dem Supermarktregal.

Es war einmal eine Erbse, und sie verwandelte sich eines Tages in einen Hamburger… Klingt wie ein Märchen, ist aber schon Wirklichkeit (Bild: DR. WATSON/KI)!

Bei den jüngsten, ziemlich erregten Streitereien in der Europäischen Union, ob sie nach ihrer Verwandlung auch so heißen dürfen, „Hamburger“** **oder „Käse“ oder „Schnitzel“, da ging es in erster Linie um Äußerlichkeiten, darum, was draufsteht – und nicht um das, was wirklich drin ist in diesen veganen Fake-Produkten.

Dabei ist es das einzige, was wirklich interessiert. Jedenfalls unseren Körper. Er muss ja damit klarkommen.

Was unseren Körper interessiert

Es ist kein Fleisch, auch kein Käse, nichts vom Tier. Es ist angeblich was „Pflanzliches“ – in Wahrheit aber eher Chemisches, mit oft dubiosen Zutaten wie der berühmten Methylcellulose (E461), bekannt aus dem Baumarkt, dort erhältlich als Tapetenkleister.

Geschmackstechnisch sind da einige chemische Klimmzüge nötig, damit das überhaupt jemand schluckt. Nur mit industriellem „Aroma“ ist das einigermaßen erträglich.

Kaum vorzustellen, wie das alles in Wahrheit schmeckt. Ohne die Geschmacks-Krücken aus dem Labor. Etwa der Fake-Hamburger namens Beyond Burgerce=google), der sich frecherweise sogar als „authentisch lecker“ ausgibt. Oder Veganes Mühlen Hack, die „Vegane Hackfleisch Alternative mit Sojaprotein“. Und wie würde wohl Like Döner in Wahrheit schmecken, also die tierfreie Version des Klassikers aus dem türkischen Imbiss? Und jene käseähnliche Schmiere namens Simply V frisch\&streichzart Natur auf Mandelbasis? Oder die Creme Vega, jenes Kokosöl, das ebenfalls schauspielert und* *als „vegane Alternative zu Crème fraîche“ aus dem Hause Dr. Oetker auftritt (Bild: Netzfund)

Soll gesünder sein, glauben viele.

Eher nicht, sagen Mediziner.

Wenn beim Geschmack geschummelt wird

Der Geschmacksbetrug bei den Veggie-Produkten: eigentlich ein Lebensmittel-Skandal gigantischen Ausmaßes. Massenhaft wird Qualität vorgegaukelt, werden Eigenschaften vorgetäuscht, die das Produkt nicht hat. 

Klar ist es gesund, viel Obst und Gemüse zu essen, also Avocados, Artischocken, Pilze, Äpfel, Birnen, Beeren.

Doch wer stattdessen solche „ultra-verarbeiteten“ Veggie-Produkte zu sich nimmt, schadet seinem Körper eher. Das zeigen immer mehr medizinische Studien.

Es ist ja gut gemeint, gilt als moralisch hochwertig, sich vegan zu ernähren, aus Mitgefühl für die lieben Tiere, oder um den Planeten zu schonen.

Doch die Zweifel daran wachsen, ob es wirklich gut ist für uns selber.

Und so hören viele wieder auf damit. Weil sie die Folgen am eigenen Leibe spüren.

Eigentlich hat der Körper ein ausgeklügeltes Programm entwickelt, um sich mit allem Notwendigen zu versorgen. Er hat ein feines Sensorium für das, was er zu sich nimmt. Auf Lügen reagiert er empfindlich. Oder irgendwelche Vorgaben aus sachfremden Motiven. Immerhin geht es um die Ernährung, also um die eigene Existenz, und da können Illusionen zum Problem werden. Oder wenn Ideologie gegen Biologie antritt. 

Ideologie, Biologie, Materie

Unser Körper ist Materie, ebenso wie die Nahrung, aus der er geformt wird, durch einen Prozess, der etwas vereinfachend „Stoffwechsel“ genannt wird. Dabei werden Nahrungsmittel in Körperteile verwandelt. Auberginen, Pfannkuchen, Spaghetti Bolognese in Augäpfel, Kniescheiben, Herzklappen. Einmal jährlich muss praktisch alles erneuert werden.

Als Hilfsmittel für diese Verwandlung hat uns der liebe Gott den Geschmack gegeben.

Der Geschmack ist nicht nur eine zierende Beigabe zum Essen. Er ist ein ganz zentraler Bestandteil, von existenzieller Bedeutung, er führt uns zu den Substanzen, die wir für unser Leben brauchen – und schützt uns vor anderen, die uns schaden.

Oder schickt uns ins Verderben – wenn er falsche Signale sendet. Wenn irgendwas mit Soja so tut, als ob es Fleisch wäre.

Und die kleine grüne Erbse nicht mehr Erbse sein mag, sondern als Star-Zutat im Hamburger auftritt. Oder als Käse, in zweifelhafter Begleitung, etwa dem ominösen Glucono-Delta-Lacton, oder einem Designerstoff namens Modifizierte Stärke, zusammengehalten vom Gummi Arabicum. Und nur ein Farbstoff dafür sorgt, dass es wie Käse aussieht, und „Aroma“ dafür, dass es so schmeckt.

Die Intelligenz der kleinen Maus beim Fressen

Die Maus, über die kürzlich die New York Times berichtete, würde sich da ganz schön veräppelt fühlen. Oder sogar in den Abwehrmodus schalten.

Sie erkennt auf den ersten Blick, im Bruchteil einer Sekunde, was in ihrem Futter steckt, womit sie es da zu tun hat, und welchen Nährwert es hat. Das hatten Neuroforscher ermittelt und haarklein beschrieben: wie die Maus frisst, wie sie guckt, schmeckt, schluckt, verdaut, und weshalb sie wann genug hat.

Es ist ein ausgefeilter Rückkopplungsprozess, bei dem der Geschmack eine wesentliche Rolle spielt. Er signalisiert, was drin ist im Essen, wie viel Energie zu erwarten ist, welche Vitamine, Mineralstoffe, Fette (Bild: DR. WATSON/KI).

Der Körper reagiert darauf, bereitet die entsprechenden Verarbeitungsmaßnahmen vor. Der Geschmack leitet offenbar die Substanzen aus der Nahrung durch den ganzen Körper zu ihrem Bestimmungsort. Dafür gibt es, wie (erst) in den letzten Jahren entdeckt wurde, überall im Organismus Sensoren.

Und wenn der Käse Lügen verbreitet, falsche Erwartungen weckt, trügerische Signale sendet, dann führt das zu Ungleichgewichten, falscher Versorgung, Defiziten.

Das ist bei der Maus so, und das ist auch beim Menschen so.

Der Körper braucht Material und nicht Trugbilder. Wenn er die lebensnotwendigen Stoffe nicht bekommt, die er braucht, dann fehlt ihm was. 

Nährstoffmangel bei Veganern?

Deshalb warnt jetzt sogar das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor „Mangelerscheinungen“ beim „kompletten Verzicht“ auf Fleisch und Fisch - und damit auch auf die „Vitamine und Spurenelemente“, die darin stecken.

So hätten „Personen, die sich vegan ernährten“ oft auffällig wenig Jod im Körper, ein „lebenswichtiges Element für Wachstum, Knochen und Gehirn.“

Zwar könne eine „gut geplante“ vegane Ernährung auch klappen, versichern Experten – aber für Normalsterbliche es scheint eher Glückssache zu sein.

Vor allem bei Kindern kann eine „schlecht geplante“ Ernährung verheerende Folgen haben. Wachstumsstörungen, Knochenschwäche, gestörte Gehirnentwicklung, früher Tod.

Wenn bei Superstars das Gehirn aussetzt

Superstar Miley Cyrus, die den veganen Lebensstil aus Liebe zu ihren Haustieren begonnen hatte (Foto: Instagram), quittierte ihn nach eigenen Angaben, weil ihr Gehirn damit „nicht richtig funktionierte“.

Auch ihr Ex-Mann Liam Hemsworth hatte irgendwann genug davon: Er fühlte sich erstmal „richtig niedergeschlagen und antriebslos und allgemein nicht gut“, sagte er: „Und dann bekam ich einen Nierenstein.“

Als Ursache dafür gilt ein übermäßig hoher Konsum eines Stoffes namens Oxalat – eine chemische Verbindung, die in Nüssen, Spinat, Hülsenfrüchten und Kleie vorkommt, welche er in seiner veganen Epoche exzessiv konsumiert hatte, schon in seinem morgendlichen Smoothie aus fünf Handvoll Spinat, Mandelmilch, Mandelbutter und veganem Protein. Nach dem Motto: Viel hilft viel.

Der „gut geplante“ Lebensstil ohne Steak, Omelette, Hähnchen, Fisch & Meeresfrüchten kann also auch im Desaster enden.

Schließlich ist es ein äußerst komplexer Prozess, wie schon bei der kleinen Maus.

Das Geheimnis der Hundertjährigen

Ein Mensch besteht nach Medizinerschätzungen aus zwei Millionen verschiedenen Substanzen. Doch auch die klügsten Experten wissen nicht wirklich genau, wie viele Nährstoffe von welcher Sorte wir genau brauchen – und wo welche drinstecken.

Und schwierig wird es dann, wenn wichtige Nahrungsmittel und mithin Nährstoffquellen aus ideologischen Gründen ausgeschlossen oder gar vorgespiegelt werden.

Gerade kam eine Studiet) aus China heraus. Die interessante Frage: Was ist das Geheimnis der Hundertjährigen? Gibt es ein Rezept, um möglichst lange zu leben?

Das Ergebnis: Am größten war die Wahrscheinlichkeit, über hundert Jahre alt zu werden, bei den Allesessern.

Die Fleischverächter gehen deutlich früher aus dem Rennen. Bei den Vegetariern lag die Chance nur bei 80 Prozent, und bei Veganern sogar lediglich bei 70 Prozent.

Dabei müssen es nicht unbedingt Riesensteaks und Bratenberge sein. Die Chinesen essen ja üblicherweise nur ein bisschen Fleisch mit dem Gemüse aus dem Wok.

Wie viel es sein soll, teilt mir mein Körper mit, im Verlauf des Rückkopplungsprozesses, wie bei der Maus: Wenn ich genug gegessen habe von dem, was mein Organismus möchte, dann signalisiert er mir das. Dann nehme ich natürlich nicht noch ein Stück vom Braten.

Wenn er etwas braucht, dann entwickelt er Appetit darauf. Das berichten ja sogar die härtesten Fleischverächter: Dass sie immer wieder mal Lust haben auf den Geschmack von Wurst, Steak, Schnitzel, Braten oder Bolognese.

Sie interpretieren das als Folge jahrelanger Gewohnheit. Dabei ist es in Wahrheit ein Verlangen des Körpers nach Materialien, die er braucht, und die er erfahrungsgemäß dort findet.

Mittlerweile aber wächst offenbar wieder die Zahl der Menschen, die darauf hören.

Zeitenwende: Ist Fleisch essen wieder okay?

Fleisch ist zurück, melden Medien, in vielen Ländern. Ausgerechnet jetzt im „Veganuary“. So sieht sie aus, die „Ernährungswende 2026“.

Sogar im weltweit einzigen veganen Drei-Sterne-Restaurant gibt es wieder Tierisches: eine Auster als Vorspeise, eine kleine Portion Hummer oder mit Lavendelhonig glasierte Ente. Auch Hühnchen ist geplant, im New Yorker „Eleven Madison Park“.

Auch der Sonntagsbraten feiert ein Comeback, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ)beobachtet hat.

Von der US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow wurde berichtet, gerade jüngst zu Weihnachten, ihr bestes Geschenk ever sei ein Fleischthermometer gewesen. Da wunderte sich die Modezeitschrift Vogue: „Ist Fleisch essen wieder okay?“

Womöglich ist es besser, nicht irgendwelchen Moden zu folgen, sondern den Bedürfnissen des eigenen Körpers.

Einfach das zu essen, was der Körper braucht, worauf er Lust hat.

Gut, auf ihn zu hören. Und sich nicht ablenken zu lassen.

Mehr zum tieferen Sinn von Geschmack und Genuss gibt’s hier:

Hans-Ulrich Grimm: Die Suppe lügt. Der große Ernährungsbetrug – und wie wir uns schützen.1-1)