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Dringend nötiger Abbau des Bürokratieabbaus – aus Sicht der Betroffenen

Die nachfolgenden Schilderungen sind keine Verallgemeinerung, sie stellen lediglich eine Beschreibung der herausragendsten Exemplare ihrer Zunft dar, von denen es, zugegebenermaßen, nicht zu wenige gibt.

Eine Kakistokratie, die Herrschaft der Schlechtesten, funktioniert nur so gut, wie die vielen fleißigen Helferlein, die im Hintergrund brav ihren Dienst tun.

Derzeit bietet die Regierungskunst in Deutschland mehr Anlass zu Kritik, als die Finger in die Tastatur tippen können. Satiriker haben es derzeit sehr schwer, den Affenzirkus, den die Clowns, Hampelmänner, Kasperle, Hofnarren und Schranzen abliefern, zu überbieten.

Das Berliner Unterhaltungspersonal lässt einen Film ablaufen, den es selbst hergestellt hat und auf die Opposition als Leinwand projiziert, wodurch ein ständig schiefes Abbild der Realität entsteht. Science-Fiction sozusagen. Gut zu erkennen an den Begriffen „Regelbasierte Grundordnung“, „Wertewesten“, „Delegitimierung des Staates“, „Staatsfeinde“, „Gesichert rechtsextrem“, und allem, dem das Wort „Unsere“ vorangestellt wird. Also vor allem Unseredemokratie und Unseremeinungsfreiheit, die unter allen Umständen durch DSA und TTPA geschützt werden müssen.

Die Psychologie nennt das Projektion, in vielen Fällen kann man es auch schon als pathologische Schizophrenie bezeichnen, es gibt jedoch auch Fälle von Dissoziation und deutlich erkennbare Anzeichen des Stockholm-Syndroms. Soweit die fachliche Expertise aus der Küche und dem Vorgarten eines Psychologenhauses, wobei seltenere Fälle von Dauer-Hypnose und unterschiedlich lang andauernder geistiger Umnachtung hier nicht näher erwähnt werden sollen.

Gerne werden bei der Bestätigung der Qualität der Ergebnisse Experten aus Glaubwürdigkeitsgründen herangezerrt, wobei der Begriff „Experte“ genau so wenig geschützt ist, wie der Begriff „Journalist“, was die tägliche Propaganda-Show von systemkonformer Presse und zwangsfinanzierten Qualitäts-Hauptstrom-Gehirnwaschanlagen unter Beweis stellen.

Beispielsweise Südamerika-Experte darf sich jeder nennen, der unfallfrei eine Banane essen kann. Journalist jeder, der statt eines Xses ohne Autograph seinen möglichst kurzen Vornamen “velerlos” schreiben kann. Und wenn gar nichts geht, kann man immer noch Auslandskorrespondent in Washington D.C. werden und von dort aus Tatsachen verdrehen.

Jetzt hoffen viele darauf, dass es sich bei dem Film nicht um einen Streifen „in Kino 6 bei ständigem Einlass nur für Erwachsene“ handelt, sozusagen auf Endlosspule, sondern dass der Film an sein baldiges Ende kommt, damit man endlich raus an die frische Luft kann. Die sinkenden Kinobesucher lassen leise Hoffnung aufkommen, dass das Berliner Ensemble früher oder später vom Winde verweht werden wird. Dazu passend das Lied: „Wind of Change“ von den Scorpions.

https://www.youtube.com/watch?v=n4RjJKxsamQ

Sollte es dann gelingen, dass die Opposition endlich auch mal in einem neuen Film mit bewährten, dann wieder demokratischen Mitteln Regie führen darf, würde das jedoch nicht zwangsläufig bedeuten, dass die vielen fleißigen und wichtigen Helferlein, die Cutter und Beleuchter, die Maskenbildner, die Requisiteure usw. gleich mit ausgetauscht würden, wobei wir nach der viel zu langen Einleitung bei den eigentlichen Protagonisten dieses Textes wären, den Staatsdienern, Beamten, Regierungsmitarbeitern, oder wie auch immer man sie nennen will.

Denn diese oft außerirdisch anmutende Spezies muss über bestimmte Charaktereigenschaften verfügen, die nicht jedem gegeben sind.

Wer also hat das Zeug, ein richtiger Beamter oder Staatsdiener zu werden?

Selbstbewusstsein ist sicher eher hinderlich, denn sonst hätte man wohlmöglich den Wunsch, selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Mut sollte nicht zu viel vorhanden sein, sonst würde man nicht die Sicherheit suchen und einem staatlich-abhängigen, sicheren Arbeitsverhältnis mit Pensionsanspruch mehrere Jahrzehnte seines wertvollen Lebens schenken.

Selbstdenken sollte auch nicht zu den bevorzugten Aktivitäten gehören. Eher sollte man es als angenehm empfinden, sein Gehirn bei Dienstantritt am Morgen in den Spint zu hängen und darauf zu warten, dass Dienstanweisungen von höhergestellten Vorgesetzten, die sich schon ein Stück weit nach oben angebiedert haben, entgegenzunehmen und den gesetzlichen Vorschriften und Vorgaben nach, pflichtbewusst und sorgfältig auszuführen.

Und wie entlastend ist es doch für das eigene Seelenheil, wenn man sagen kann, man habe nur ausgeführt, was einem aufgetragen wurde. Die Verantwortung habe der Vorgesetzte oder die Anweisung kam von übergeordneter Stelle. „Meine Institution, das unbekannte Wesen.“

Das funktionierte schließlich auch schon in der vorläufig dunkelsten Zeit Deutschlands ganz hervorragend.

Geduld als Stärke sollte man auf jeden Fall mitbringen, denn es kann schon mal eine Zeit dauern, bis einem neue Arbeit zugewiesen wird.

Eine gewisse Unterwürfigkeit kann nie schaden, und ein klassisch hierarchisch aufgebautes Weltbild, dass man niemals in Frage stellen würde, kann bei der Arbeit sehr hilfreich sein.

Eine Mitgliedschaft im Club der Untertanen ist von Vorteil, bietet sie doch regen Austausch unter Gleichgesinnten.

Wie wichtig es ist, ein eher ängstlicher Mensch zu sein, hat das grandiose Durchsetzen der politisch, nicht wissenschaftlich fundierten Maßnahmen, während der gleichzeitigen Pest- und Cholera-Zeit bewiesen, die nicht ohne den unermüdlichen Einsatz vieler systemtreuer, niemals etwas in Frage stellender Dienstanweisungsausführer möglich gewesen wären.

Gesundheitsämter haben getelefaxt, bis der Lochstreifen glühte, Polizisten konnten endlich einmal ihre Fähigkeiten im Niederringen von Menschen mit dem Grundgesetz in der Hand unter Beweis stellen, oder das Liedchen von Georg Kreisler trällern: „Geh’n wir Alte vertreiben im Park“, oder schamlos mit einer 150 cm langen obszönen Latte durch Einkaufspassagen gehen. Besonderer Dank gilt auch dem protokollfreien PEI, dass trotz modernster Technik gar nicht mehr mit dem Erfassen hinterherkam.

https://www.youtube.com/watch?v=TX6yg59s7j0 

Auch das RKI konnte seine militärische Disziplin unter Beweis stellen, in dem ihr Tierarzt, Lothar, der Menschenversteher, stolz verkünden durfte, dass militärische Befehle nicht zu hinterfragen sind.

Mit diesem Spitzenpersonal stelle man sich nun einmal vor, da käme auf einmal eine Opposition in Regierungsverantwortung, die möglicherweise sogar in der Lage wäre, Deutschland wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Weltbilder würden reihenweise zusammenbrechen, „weil man das doch schon seit 20 Jahren so macht“ und gar nicht nachvollziehen kann, wieso das jetzt auf einmal anders laufen soll.

Bürokratieabbau wäre eine Gefahr für die Existenzberechtigung vieler Posten und Pöstchen. Es wäre eine Unmöglichkeit zu verlangen, die Ein-Tassen-Kaffeemaschine, die 20 Jahre lang auf der Fensterbank gestanden hat, plötzlich einen Meter weiter auf den Aktenschrank zu stellen, wie, um Himmels willen, sollte man sie ausgerechnet da wiederfinden?

Der Staatsleim, der alles bisher so schön zusammengehalten hat, müsste wahrscheinlich mit einem Spachtel aus jeder Ritze gekratzt werden. Das kann mal gut und gerne eine Beamtengeneration dauern.

Es ist deshalb unangebracht, sich zu früh darauf zu freuen, dass Brandmauer-Ede, Fritze-Flink, der Russen-Jo, Revolver-Boris, Lars, Lars und Lars, und wie sie alle heißen, einmal nicht mehr das Drehbuch dieser Dauer-Tragödie fortschreiben, denn es könnte sein, dass dann die eigentliche Arbeit erst richtig los geht.

 

Nicht falsch verstehen, es ist ja gut, dass es Menschen gibt, die so gestrickt sind.

Um es mit Loriots Worten zu sagen: Das Leben für einen Beamten ohne Dienstanweisung ist möglich, aber sinnlos.

 

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)