Drecksgeschäfte

Ethik und Moral findet man vermutlich dort am wenigsten, wo sie am lautesten postuliert werden.

Man muss in den Dreck hineingeschlagen haben,
um zu wissen, wie weit er spritzt.

Wilhelm Raabe

Multimilliardäre werden in der Schweiz als größtes Sicherheitsrisiko wahrgenommen – nicht etwa ein militärischer Angriff durch eine andere Macht. Das jedenfalls ergab eine Erhebung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) im Mai 2025.

Eine neue Umfrage des Instituts Sotomo und deren mediale Aufbereitung konstruieren indes die Erzählung von der flexiblen und «pragmatischen» Neutralität, die Waffenlieferungen an die Ukraine und selbst einen Schweizer NATO-Beitritt wegen der «zunehmenden Bedrohung» nicht ausschließt. Neutralität wird dabei mehr als Traditionsbekenntnis denn als politisches Prinzip der Friedenssicherung dargestellt.

Krieg ist ein Geschäft, und zwar ein dreckiges. Mit methodischen Tricks wird an der schrittweisen Demontage des Neutralitätskonzepts gearbeitet. Nicht die Rolle der Schweiz als Vermittlerin steht im Zentrum der Umfrage, sondern die Spielräume, die sich aus der fehlenden verfassungsmäßigen Absicherung der Neutralität ergeben – zur Freude der Rüstungsindustrie.

Wo journalistische Autorität beansprucht wird, ohne Verantwortung für die Folgen der eigenen Publikationen zu übernehmen, kann viel Unheil entstehen. In Bern hat jetzt das Obergericht eine mediale Erzählung von Polizeigewalt mit bemerkenswerter Deutlichkeit zerlegt. Das betroffene Medienhaus Tamedia reagiert mit Schweigen.

Bezüglich der bedrohlichen Multimilliardäre würden mir spontan mindestens zwei ganz besondere Kandidaten einfallen: Donald Trump und Bill Gates. Ersteren nennt Hermann Ploppa den «Polterer von Davos». In einem scharfzüngigen Kommentar zu dessen Auftritt beim diesjährigen Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) kommt der Politologe zu dem Schluss, dass Trump in einer Parallelwelt lebt.

Ebenfalls beim WEF hat Bill Gates ein neues 50-Millionen-Dollar-Projekt zusammen mit dem Softwareunternehmen OpenAI vorgestellt. Unter dem Namen Horizon1000 sollen afrikanische Länder mit der Einführung von KI-Werkzeugen in der gesundheitlichen Primärversorgung beglückt werden. Uneigennützig wie immer will man mit derartigen Experimenten «das Leben der Menschen verbessern».

Es steht zu befürchten, dass der vermeintliche Philanthrop Gates bei diesem Vorhaben ebenso konsequent agiert, wie zum Beispiel beim Thema Klimawandel. Während er Abstinenz zum Schutz des Planeten predigt und fossile Brennstoffe verteufelt, hat er kein Problem damit, Millionen in Ölunternehmen wie BP und Shell zu investieren.

Die transhumanistischen Weltverbesserer, die sich im WEF-Umfeld so wohlfühlen, nannte man früher auch Eugeniker. Und dieses Gebiet der «Erbgesundheitslehre», oder «Rassenhygiene» in der Sprache der Nazis, wird heutzutage eher als «Bevölkerungspolitik» bezeichnet.

Von Ideen für eine «Verbesserung der Gen-Qualität» der Menschen bis zur gezielten Tötung «unrentabler» Personen ist es sicher noch ein Weg, aber vielleicht doch kein allzu weiter. Kaltschnäuzigkeit braucht es jedenfalls für beides. In einer neuen Folge seiner HIStory-Serie beschäftigt sich Hermann Ploppa mit der langen Tradition der Euthanasie.

Schockierend könnte es derweil auch wirken, wenn essbare Impfstoffe mit lebenden Viren aus Flugzeugen über Städten abgeworfen werden. Im US-Bundesstaat Texas wird das seit Jahrzehnten praktiziert. Wegen steigender Tollwutfälle bei Wildtieren werden dort aktuell orale Impfstoffe aus der Luft verteilt.

Tiere, die den Köder mit dem Impfstoff aufnehmen, können laut einer Studie über einen Monat lang ansteckend sein – auch für Menschen. Anwohner werden offenbar nicht immer im Voraus über die Gefahr versehentlicher Exposition informiert.

[Titelbild: Pixabay]


Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben und ist zuerst auf Transition News erschienen.