Aus dem praktischen Leben
Die Spinne webt ihr Netz nicht zum bloßen Anschauen und Bewundern ihrer Webkunst. Es steckt eine Absicht dahinter, sie will Beute fangen. Darum täte es der Beute gut, sich nicht von der Schönheit des Spinnennetzes betören zu lassen, sondern auch die Gefahr zu erkennen, die möglicherweise von ihm auf sie ausgeht. Die Beute kann das nicht, Menschen schon.
Die Überzeugung, in der Ernährung auf Fleisch und tierische Produkte allgemein zu verzichten, ist eine Entscheidung, die im Privatbereich bleiben muss.
Etwas anderes ist es, wenn sich ein Verein gründen würde, der sich die Verbreitung und Förderung von Vegetarismus und Veganismus zum Vereinszweck gemacht hat. Klarer Gründungszweck und klare Absicht der Gründung.
Im Vorstand eines Vereins, der zu einem anderen Zweck gegründet wurde, aus dessen Statuten eine andere Absicht der Vereinsgründung hervorgeht, ist die Mission, diese Ernährungsweisen durch praktische Anwendung konsequent fleischloser Kost, auf Treffen, die besonders und gerade von diesem Vorstand organisiert werden, nicht angebracht, weil sie dort wie eine Ideologie in die Vereinszwecke und Entscheidungen hineinwirkt, die den eigentlichen Vereinszweck verwässern und einfärben, also auf keinen Fall dort hingehören.
Die Auswahl gereichter Speisen seitens eines Vorstands, liegt einerseits zwar im freien Ermessen der Organisatoren, andererseits stellt sie eine Übergriffigkeit dar, weil davon ausgegangen werden muss, dass nicht alle Mitglieder zwangsläufig Fleischverzichter (Verzicht beinhaltet eine freiwillige Entscheidung) sind, weil ja der Vereinszweck ein ganz anderer ist.
Die Freiwilligkeit des Fleischverzichts auf der einen Seite, den Organisatoren, zwingt die andere Seite, die Mitglieder, auf etwas verzichten zu müssen, auf das sie freiwillig nicht verzichten würden, wenn sie die freie Wahl im Konsum der dargereichten Speisen hätten.
Diese freie Wahl ist von vornherein ausgeschlossen, weil tierische Produkte von vorn herein bewusst aus dem Angebot der dargereichten Speisen ausgeschlossen werden.
Für das Fortkommen und die Weiterentwicklung sowie die ständige Anpassung an die jeweiligen Realitäten ist es schädlich, wenn ein Vorstand kritikresistent ist.
Als Beispiel hierfür steht das wiederholte Anbieten fleischloser Kost auf einer Folgeveranstaltung, die erneut vom Vorstand ausgerichtet wurde, die die Ernährungsgewohnheiten seiner Mitglieder nicht mehrheitlich repräsentiert, obwohl es wegen einer vorangegangenen Veranstaltung mit gleichen Vorzeichen hierzu einen regen Austausch zur Problematik dieser Vorgehensweise gegeben hatte, dort eine Einsicht wegen der vorgebrachten Argumente offensichtlich nur vorgetäuscht wurde, weil diese nicht dazu führte, dass sich an der Auswahl der angebotenen Speisen etwas in der Folgeveranstaltung geändert hätte, was nur mit Ignoranz und Ideologieverbohrtheit zu erklären ist.
Es scheint deutlich die Mission durch, andere davon überzeugen zu wollen, dass es auch für sie gut wäre, sich der fleischlosen Ernährung anzuschließen. Umgekehrt würde man von den Fleischessern jedoch niemals hören, dass es für den Teint vielleicht gut wäre, einmal wieder ein ordentliches Stück Fleisch zu sich zu nehmen. Das würde seitens der Vegetarier und Veganer sicher als Übergriffigkeit zu Recht angeprangert werden. Es geht lediglich darum, nicht mit zweierlei Maß zu messen.
Persönliche Präferenzen und Befindlichkeiten gehören nicht in die Organisation einer für alle bestimmten Mitgliederveranstaltung.
Selbstverständlich muss auch der Gerechtigkeit wegen darauf hingewiesen werden, dass das ausschließliche Reichen von nicht vegetarischer bzw. veganer Kost auf anderen Vereinsveranstaltungen gleichermaßen ignorant ist, weil man in den heutigen Zeiten immer damit rechnen muss, dass sich unter den Besuchern auch sich vegetarisch und oder vegan ernährende Menschen befinden. Auch das ist eine Form von Ignoranz, mindestens aber Gedankenlosigkeit, die nicht toleriert werden sollte.
Wenn dann noch in Klein- oder Untergruppen, die dem Verein nahe stehen, kleine Videos verbreitet werden, in denen den Fleischessern ein schlechtes Gewissen eingeredet werden soll, oder von vorn herein auf fleischlose Kost bestanden wird, ohne die Essgewohnheiten anderer zu berücksichtigen, dann kann sich nur der Verdacht einer Ideologie, die dahinter steht, verhärten. Eine Aussage wie: „Fleisch essen ist satanisch“ trägt ebenfalls nicht dazu bei, dass man von Toleranz denjenigen gegenüber sprechen kann, die in ihrer Bewusstseinsentwicklung noch nicht den erhabenen Stand der „Erleuchteten“ erreicht haben.
Diese Vorgehensweise ist ein warnendes Beispiel dafür, dabei geht es gar nicht um die konkrete Sache an sich, dass die Gefahr besteht, dass das Durchsetzen einer persönlichen Überzeugung, hier Ideologie genannt, sich auch in anderen Themen Bahn brechen kann, wenn Gegenwind, Einwände oder Kritik zugunsten eigener Überzeugungen vom Tisch gefegt werden und persönliche Befindlichkeiten über den Bedürfnissen und Anforderungen des Vereins stehen. Es kann nicht angehen, dass diktatorisch bestimmt wird, das andere Menschen „gefälligst“ dasselbe zu essen bzw. nicht zu essen haben, wie man selbst.
Mit einer freiheitlichen Organisationsstruktur hat diese Vorgehensweise nicht das geringste zu tun. Dieses Beispiel soll auch zur Mahnung dienen: „Wehret den Anfängen!“, wichtiger und aktueller denn je, in den heutigen Zeiten.
Auf nicht mehr oder weniger sollte hier mit diesem exemplarischen Beispiel hingewiesen und sensibilisiert werden, wenn man sich wegen A einem Verein anschließen will, B jedoch unterschwellig eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Vegetarier und Veganer mag das B als Unterpunkt in A gar nicht stören, Fleischesser, die nur A wollen, aber schon.
Daher gilt auch in diesen verrückten Zeiten, in der viele in Vereinen nach Gleichgesinnten suchen, um in Zukunft mögliche Krisen gemeinsam zu meistern: Augen auf bei der Vernetzung!
(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*
(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild von pixabay)