Gedanken und Gefühle zu zwei erstaunlichen Büchern.
Wir Menschen unserer Zeit sind recht verkopft unterwegs. Fast alle, auch wir in diesem Kanal, argumentieren zum Steinerweichen. Da werden Gedanken, Behauptungen, angebliche oder wirkliche Beobachtungen gedanklich seziert, rational analysiert, wieder zusammengefügt zu immer neuen Wortgeflechten. Die Hoffnung dahinter scheint mir darin zu liegen, dass die meisten Menschen glauben, etwas mehr im Recht zu sein mit ihren Gedanken als andere, und durch gedanklich/rationale Akrobatik diesem Recht zum Durchbruch zu verhelfen suchen.
Leider fallen wir mit dieser Strategie immer wieder auf die Nase. Auch ich musste mir das nach einigen Jahrzehnten akademischer Forschung über die Rolle von Emotionen eingestehen, weil ich letztlich mit hunderten wissenschaftlichen Studien auch im Rationalen hängen blieb. Es ging zwar um Emotionen, aber eben im akademisch/rationalen Gewand. Meine Hoffnung, dass die Leser dieser Studien ihre Lebensziele neu justieren, um künftig mehr positive Emotionen erleben zu dürfen, hat sich bislang nur in wenigen Einzelfällen erfüllt.
Anfang des Jahres fielen mir zwei bemerkenswerte Bücher in die Hände. Sie stammen von Autoren, die mir bislang nur über ihre Beiträge in der Welt des rationalen Analysierens bekannt waren. Beide haben mit ihren Büchlein die vertraute Welt hinter sich gelassen und sich anderen Formaten zugewandt, welche direkt unsere Emotionen ansprechen.
Rainer Monnet ist Maschinenbauer, Waldorfpädagoge, Innovationsmanager, Unternehmensberater und Autor eines Buches über Nachhaltigkeitsbilanzierung. Er hat eine Novelle verfasst über eine Reise, auf der sich Menschen verschiedener spiritueller Traditionen der Menschheit begegnen und austauschen über Fragen, wie wir unser Leben gestalten und was wir voneinander - und auch von Bienen lernen können.
Ernst Wolff, Journalist, Buchautor und Kritiker des globalen Finanzsystems, hat ein zauberhaft illustriertes Kinderbuch geschrieben. (Das auch Erwachsene lesen können ;-). Auch hier geht es um eine Reise. Ein Zoo-Erdmännchen entdeckt, dass die Welt größer ist als das Gehege, in dem es geboren wurde. Ihm gelingt die Flucht und es entwickelt einen Plan für die Kameraden im Gehege.
Mir war warm ums Herz, als sich die Handelnden dieser Bücher fanden, sich kennenlernten, Vertrauen entwickelten, Ängste überwanden und lernten, im Hier und Jetzt zu erspüren, welche wundervollen Optionen uns als göttliche Wesen offenstehen.
Das ist mir bei der Lektüre von vielen, vielen Fachbüchern noch nicht passiert. Vielleicht öffnen sich hier Wege jenseits der rationalen Wortgefechtsräume, die wir öfter und mutiger beschreiten sollten?
*Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.*