Freiheit, Teil 1 von 2

Das Heraussaugen der drei Glieder aus dem Menschen

Grundlage soll zunächst das stark vereinfachte Menschenbild sein, das davon ausgeht, dass der Mensch aus Körper, Seele und Geist besteht. Auf diese drei Glieder wird seit Jahrhunderten eingewirkt, weil es Kräfte gibt, die verhindern wollen, dass der Mensch das volle Potenzial seiner Möglichkeit der Freiheit erreicht. Stattdessen haben Kräfte die Simulation einer Freiheit geschaffen, um dieses in jedem Menschen innewohnende Bedürfnis nach Freiheit zu befriedigen. Bei einem großen Teil der Menschheit ist das gelungen. Das Bedürfnis nach einer wahren Freiheit dringt jedoch von Zeit zu Zeit immer wieder an die Oberfläche. Dann müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. In einer solchen Zeit leben wir jetzt. Die in einer sogenannten westlichen Demokratie herrschenden Verhältnisse funktionieren jedoch nicht perfekt. Sie haben immer wieder Menschen hervorgebracht, die die künstlich erzeugte Freiheit in Frage stellen. Deutet sich an, dass diese Strömung zu stark wird, haben diejenigen, die die sogenannte Freiheit definieren, bislang die Mittel und Möglichkeiten, korrigierend einzugreifen. Nötigenfalls sogar mit Gewalt.

Lupenreine Demokratien gibt es nicht. Derzeit wird das Mittel der Projektion sehr stark angewendet, um zum Beispiel Mängel in Russland und im Iran aufzuzeigen, in erster Linie aber deshalb, um von den eigenen Unzulänglichkeiten, wie beispielsweise in den USA und in Deutschland, abzulenken.

Man kann sich die Frage stellen, ob eine Demokratie überhaupt die geeignete Form ist, nach der eine Nation aufgebaut sein sollte. John F. Kennedy soll einmal gesagt haben, dass die Demokratie die zweitbeste Struktur für ein Land ist. Und auf die Frage, was denn dann die beste Form wäre, soll er geantwortet haben, dass diese noch erfunden werden muss. Die derzeit herrschenden „demokratischen“ Verhältnisse erfordern es, genau darüber ernsthaft nachzudenken, nachdem sich Alternativen, wie Kommunismus, Faschismus, Totalitarismus, Diktatur, Monarchie bereits als nicht geeignet herausgestellt haben.

Bei vielen könnte das bisher Geschriebene den Impuls auslösen, jetzt kommt was, da hat einer die Lösung. Diese Reaktion würde nur zeigen, wie sehr sie mit ihrem Denken in der Falle sitzen. Die Menschen sind über Jahrhunderte darauf konditioniert, den Apfel geschält und in mundgerechten Scheiten auf einem kleinen Teller präsentiert zu bekommen, so dass sie nur noch den Mund aufmachen müssen, dreimal kauen und dann herunterschlucken. Die eigentliche Aufgabe der Menschen wäre, sich den Apfel selbst so zuzubereiten, wie sie ihn am liebsten verspeisen würden.

Dieses Bild soll verdeutlichen, dass den Menschen die Selbstverantwortung, das Selbstdenken, das Selbstfühlen und Selbstwollen bzw. Selbsthandeln weitgehend aberzogen wurde. Es ist höchste Zeit, dass die Menschen wieder in die Selbstermächtigung kommen. In dem Wort stecken „selbst“ und „Macht“. Ich habe die Macht über mich und andere sollten sie nicht über mich haben, weil niemand besser weiß, wissen kann, als ich selbst, was gut für mich ist.

Dieser Text soll lediglich der Versuch sein, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es sein könnte, sich mit der Vorstellung über die eigene Freiheit einmal intensiver zu beschäftigen. Was bedeutet Freiheit eigentlich für mich?

Wie konnte sich nun die künstliche Freiheit von der eigentlichen dem menschlichen Wesen gemäßen Freiheit so weit entfernen?

 

 

Heraussaugen Glied Körper:

Es gibt keinen bestimmten Tag X, an dem dieser Prozess der Abschaffung der Freiheit im eigentlichen Sinne begann. Einsteigen könnte man jedoch bei dem Zeitalter der Aufklärung.

Bis dahin bildeten die drei Wesensglieder des Menschen noch eine gewisse Einheit. Die aufkommenden Naturwissenschaften brachten sicher „erhellende“ Erkenntnisse darüber, wie die Welt rein mechanisch funktioniert, weitreichende Erkenntnisse in der Medizin. Sie führten aber auch zu einer Art Verhärtung und erzeugten ein Weltbild, das stark materialistisch geprägt war. Das führte dazu, dass die unsichtbaren Kräfte, die geistigen Kräfte, die hinter all dem stehen, immer weiter zurückgedrängt wurden. Bis heute kommen so die Naturwissenschaften an eine unsichtbare Grenze, und erst in neuerer Zeit fließen wieder über die Quantenphysik Elemente aus der geistigen Welt in die Anschauungen ein, zwar mit physikalischen Begriffen erklärt, doch im Grunde sind es Phänomene, die der geistigen Welt angehören. Über die Mathematik und Musik kann man Gesetzmäßigkeiten entdecken, die in ihrer Perfektion „nicht von dieser Welt“ sein können und eine universale Wahrheit erahnen lassen, weil sie für viele das Vorstellungsvermögen übersteigt. Das führt zu der Behauptung, dass es zwar viele Meinungen, aber nur eine einzige Wahrheit gibt.

Nur zwei ganz einfache Beispiele: Überall auf der Welt wird von allen Menschen anerkannt, dass in der einfachen Mathematik Eins und Eins Zwei ergibt. Das ist universell und ein verbindendes Element über alle Menschen hinweg. Hört man sich an einem Bach, in dessen Bett einige größere Steine liegen, das Plätschern des Wassers an, so passt der hohe Ton exakt zu dem ebenfalls hörbaren tiefen Ton. Der Unterschied beträgt genau eine Oktave.

Die Zeit der Aufklärung war jedoch auch eine Zäsur, eine Abschaffung eines Teils der menschlichen Freiheit, denn sie hatte einen immensen Einfluss auf eines der menschlichen Glieder, nämlich das Körperliche. Dadurch, dass das in den Vordergrund drang, wurde das Seelische und Geistige zurückgedrängt. Die Erkenntnisse in den Naturwissenschaften haben den Menschen davon entfernt, sich auch als geistiges Wesen zu sehen. Sie haben ihn von einem Teil seiner Ganzheit abgespalten.

 

Heraussaugen Glied Seele:

Eine weitere Zäsur, man könnte auch sagen, ein weiterer Angriff auf die Ganzheit des Menschen, ist der Kirche als Institution zuzuschreiben. Diese ermächtigte sich, für das Seelenheil zuständig zu sein, und übte damit eine ungeheure Macht über die Menschen aus, bis heute. Sie vermag es, den Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden, wofür sie auch gleich ein Gegenmittel geschaffen hat, die Beichte. Vom Prinzip her so ähnlich wie heute die Pharmaindustrie, die eine Krankheit generieren kann und gleichzeitig auch das „Heilmittel“ dafür zu Verfügung stellt. Mit „Heilkunst“ hat das nicht mehr das Geringste zu tun.

Wer sich gegen die Kirche auflehnte, wurde als Ketzer verfolgt oder als Hexe verbrannt, weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte. Bis heute noch schlummert ungeahntes Wissen in den geheimen Archiven des Vatikans, das der Menschheit vorenthalten wird, weil es sonst die „Allmacht“ der Kirche in Gefahr bringen würde. Auch hier wirkt das „Apfelscheite-Prinzip“. Die Kirche liefert die Häppchen für das Seelenheil, und der brave Kirchgänger kann es in der Messe herunterschlucken und geht „beseelt“ seiner Wege. Im Grunde genommen geht es jedoch nur um Machtausübung. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde in ländlichen Gegenden Armut und Hunger als Prüfung Gottes mit Entbehrungen fertig zu werden verkauft, damit das einfache Volk sich nicht auflehnt, während hohe Kirchenträger in Saus und Braus lebten. Wie vergiftet dieses perfide System ist, sieht man an den Kindesmissbrauchsfällen, die seit einiger Zeit überall wie Eiterbeulen aufplatzen.

Dieser kirchliche Machtmissbrauch hat nichts mit der christlichen Lehre im eigentlichen Sinne zu tun. Selbst, wenn man nicht so recht bibelfest ist, kann man wissen, dass Jesus ein Rebell war, ein Revoluzzer, der sich schon damals mit der herrschenden Klasse angelegt hat, der Ungerechtigkeit nicht ertragen konnte, der den Mut hatte, die Wahrheit auszusprechen, wenn sie für andere auch noch so unbequem war. Am Ende hat er dafür mit seinem Leben bezahlt, doch seine Feinde haben mit einem nicht gerechnet. Am Kreuz ist sein Blut auf die Erde geträufelt und ist in sie eingesickert. Der Materialist wird sagen, schön, war ja „nur“ Blut. Auf der geistigen Ebene ist jedoch etwas passiert, was den Allermeisten, auch den ganz besonders Frommen, nicht wirklich bewusst ist. Mit seinem Blut ist geistig die Erde mit Liebe getränkt worden, und das ist nicht rückgängig zu machen, die Mächtigen wissen das und auch um die Gefahr, die hiervon für ihre Macht ausgeht. Liebe ist nicht zu kontrollieren und nicht zu besiegen, aber ein wesentlicher Teil des Menschen, den man nicht herausoperieren kann.

Ohne diese klerikale Verklärung kann man Jesus als guten Kumpel, als Freund sehen, von dem man besonders in heutigen Zeiten sehr viel lernen kann, wenn man will und offen dafür ist.

Durch das Aneignen der Zuständigkeit für die Seele hat sich die Institution Kirche einen weiteren wesentlichen Bestandteil der menschlichen Ganzheit bemächtigt, sie sich unter den Nagel gerissen. Und damit hat sich der Mensch ein weiteres Stück seiner Ganzheit herausreißen lassen, was zu einem weiteren Verlust eines Teiles seiner Freiheit geführt hat. Die Institution Kirche ist ein weiterer Baustein, den Menschen von seinem Weg in die Freiheit abzubringen.

Fortsetzung folgt.

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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