Gipfeltreffen kennen wir aus der Welt der Mächtigen. Dort treffen große Köpfe große Entscheidungen über - uns. Dass Gipfeltreffen auch anders sein können, lesen Sie hier.
Es gibt Erfahrungen, die einen unumstößlich verändern.
Gerade kehre ich zurück von einem Treffen an einem Ort in den Alpen. Erhöht, herausgehoben aus der Welt, lichtvoll, lebendig. Eine Art Gipfeltreffen, bei dem Menschen zusammenkamen, die sich von einer Einladung für eine „Seilschaft der Mutigen und Inspirierten“ gerufen fühlten.
Gipfeltreffen. Bisher holte der Begriff blitzartig einen Cartoon in meinen Kopf, den ich vor etwa zwei Jahrzahnten irgendwo fand. Ein älteres Ehepaar in einem Zimmer. Beide nicht sehr ansehnlich, sogar etwas verwahrlost. Sie sitzt am Tisch, mit einem Kreuzworträtsel und dem Rücken zu ihm. Er in einem Sessel, zeitungslesend, mit dem Rücken zu ihr. Sie liest fragend vor: „Großmacht mit drei Buchstaben …“. Er, laut rufend: „ICH!“
Das erklärte viel, wie ich damals fand. Jede Begegnung mit anderen – beobachtet oder selbst erlebt – konnte zu einem Gipfeltreffen werden. Einem Gipfeltreffen von Großmächten mit drei Buchstaben. Beim Bäcker. Im Büro. Im Hörsaal. In der Sauna. Auf der Straße. Ja, manchmal auch zuhause. Gipfeltreffen waren jederzeit möglich, spontan oder mit Ankündigung. Es brauchte nur die Aktivierung jener Großmacht mit drei Buchstaben.
Einfach Menschen. Ohne Identitätsüberschuss …
Die zweiundfünfzig Stunden, die ich mit gut vierzig Menschen an jenem herausgehobenen Ort in den Alpen verbrachte, haben diesen Begriff für mich radikal verändert.
Obwohl jede und jeder der Beteiligten eine ausgeprägte Persönlichkeit mitbrachte, gab es so gut wie keinen Identitätsüberschuss, den eine Großmacht mit drei Buchstaben auszeichnet. Und mit dem das Gegenüber überschüttet werden muss.
Keine Großmächte also, die aufeinandertrafen. Sondern Menschen. Menschen, die mit- und aneinander Resonanzräume öffneten. So ergab sich eine Begegnung nach der anderen, bei denen sich die Frequenz erhöhte.
(Wer nicht weiß, was in in diesem Zusammenhang „Frequenz“ meint, möge bei der Skala des Bewusstseins von David Hawkins nachlesen. – Man könnte auch einfach sagen: So ergab sich eine Begegnung nach der anderen, bei denen sich unsere Laune enorm verbesserte.)
Gipfeltreffen. Das Wort wird fortan anderes als Bilder jener Großmächte mit drei Buchstaben in mir hervorrufen. Nämlich reine Freude. Freude der Erinnerung. Und Freude darüber, dass wir Menschen in Begegnung mit Anderen emotionale Gipfel erreichen können. Einfach dadurch, dass wir miteinander Räume öffnen, in denen wir die zu diesem Zeitpunkt bestmögliche Version unserer selbst sein können.
Davon will ich mehr. Definitiv.