Israel – USA - Iran

In jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne – Der Anfang von einer neuen Weltordnung?

Wir erleben derzeit wohl den Untergang des zweiten Römischen Reiches, dass mit dem imperialistischen Anspruch und Selbstverständnis der USA nach dem 2. Weltkrieg seinen Höhepunkt gefunden hat und jetzt dabei ist unterzugehen. Mit dem israelisch-US-amerikanischen Angriff auf den Iran hat der Niedergang der bisherigen Kräfteverhältnisse wesentlich an Fahrt aufgenommen.

Es sieht so aus, dass der Auslöser dieser Beschleunigung pro-israelisch-zionistische Kräfte gewesen sind, die es geschafft haben, Trump und seine Berater gegen den Iran aufzuhetzen und ihn davon zu überzeugen, dass es gut wäre, wenn die iranische Führung ausgeschaltet würde, mit dem Ziel, eine pro-israelisch, pro-US-amerikanische Führung ein weiteres Mal im Iran einzusetzen. Das soll nicht bedeuten, dass es nicht auch genügend Kritikpunkte an der bestehenden iranischen Führung gäbe, doch zunächst wäre es vielleicht erst einmal wichtig, vor der eigenen Haustüre zu kehren.

Die US-amerikanische und israelische Arroganz und Überheblichkeit hat im Iran einen Meister gefunden, der dem eine andere, auf Intelligenz basierende Herangehensweise entgegenstellt.

Die USA haben nach einem alten, jedoch meist erfolglosen Muster versucht, noch einmal von dem überall akzeptierten Ruf einer allen anderen überlegenen militärischen Stärke zu profitieren.

Die USA definieren sich vor allem durch ihre militärische Stärke, hierauf liegt ihr Hauptaugenmerk. Federn mussten Sie dabei allerdings schon im Stellvertreterkrieg durch die Ukraine mit Russland lassen.

Der Iran hat Jahrzehnte lang Zeit gehabt, die US-Strategie zu studieren, Muster zu erkennen, sich darauf einzustellen und zu überlegen, was man dem entgegenstellen könnte. Der Iran hat hier seinen Schwerpunkt auf den Einsatz von Intelligenz gesetzt, statt ausschließlich danach zu streben, eine militärische Überlegenheit herzustellen, was eine militärische Verteidigung mit Waffen einschließt, jedoch mit solchen, von denen der Iran überzeugt ist, dass sie eine höhere Effizienz haben könnten.

Stark vereinfacht könnte man sagen, die USA setzen weiterhin auf die Keule aus dem Neandertal, und der Iran hat im Florett-Fechten Perfektion erreicht.

Der Iran hat erkannt, dass eine ausschließlich rein militärische Überlegenheit mit Waffen nicht zielführend ist und dass eine Konfrontation von Mann zu Mann auf dem Boden der USA sehr unwahrscheinlich ist. Umgekehrt ist dem Iran bewusst, dass er sich rein geografisch-geologisch in der Position einer natürlichen Burg befindet, da er weitgehend von hohen Bergen umgeben ist, die ihn vor einem Einmarsch von Bodentruppen weitgehend schützt.

Das Gerede vom Einnehmen-wollen einer Insel mit Bodentruppen durch die USA zeugt erneut von der verbreiteten Degenerierung strategischen Denkens. Die Gründe dafür kennt jeder, der sich dafür interessiert, aus einschlägigen Einschätzungen erfahrener Militärexperten.

Also hat der Iran überlegt, wo die Achilles-Verse der USA ist, und da ist er sehr schnell darauf gekommen, dass es die Wirtschaft ist. Hier also muss man einen Weg finden, anzusetzen, um den USA aus der Ferne heraus und doch im Inneren immensen Schaden zufügen zu können.

Weiter hat man das Prinzip erkannt, dass Israel, dem der Iran von je her schon ein Dorn im Auge war, von der massiven Unterstützung der USA abhängig ist. Wenn man sich gleich auf den „Geber“ konzentriert, schwächt man damit gleichzeitig auch den „Nehmer“, weil wenn vom großen Bruder nichts mehr kommt, weil nichts mehr da ist, dann verhungert auch der kleine Bruder, der „Nehmer“.

Wie erreicht man das jetzt?

Der Iran hat definitiv mit den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht angefangen. Er hat überhaupt in den vergangenen rund 200 Jahren keinen Krieg angefangen, musste sich jedoch immer wieder mal verteidigen.

Die natürlichste Sache von der Welt ist, dass er sich als souveräner Staat gegen einen Angriff wehren muss, es sei denn, er hätte suizidale Tendenzen, was nicht der Fall ist. Dafür sind derzeit eher die westlichen Staaten bekannt. Auch, wenn das zum Beispiel der deutsche Bundeskanzler anders sieht, obwohl den eh niemand mehr ernst nimmt, also spielt das im Grunde genommen gar keine Rolle.

Auf der anderen Seite des Persischen Golfs liegen die Länder, die ihre Existenz vor allem den Angelsachsen zu verdanken haben und denen weiß gemacht wurde, dass dortige US-Stützpunkte für deren Sicherheit sorgen würden. Nicht erkannt haben sie, dass die Stützpunkte nicht aus Nächstenliebe, sondern vor allem dem Nutzen strategischer Interessen der USA dienen. Derzeit werden sie eines Besseren belehrt.

Auf den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran folgte eine Antwort nach einem strategisch ausgerichteten Eskalationsplan.

Zuerst wurden als Antwort die Militärstützpunkte in den arabischen Ländern angegriffen und die Abwehrsysteme der USA weitgehend ausgeschaltet oder lahmgelegt.

Das provozierte seitens der USA (natürlich auch Israels) den Beschuss von Öllagern und Raffinerien im Iran, worauf dem Iran der Grund geliefert wurde, auf die Öllager auf der anderen Seite, bei den angelsächsischen Vasallen zu zielen.

Diese iranische Strategie zeugt davon, dass die angelsächsischen Reaktionen für den Iran sehr gut vorhersehbar sind und das macht deren intelligentes Vorgehen aus. Dabei geht der Iran ruhig, gezielt und geplant vor, während sich die USA eher wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen verhält, von denen die meisten Hühner obendrein auch noch bereits kopflos sind. Der Iran prescht nicht voran, er wartet ab und reagiert, allerdings anders, als die überheblichen USA es erwartet haben.

Neben einer intelligenten Vorgehensweise hat sich der Iran auch Waffen bereitgelegt, mit denen er seine Strategie durchsetzen kann. Bis jetzt sehr erfolgreich.

Nächster Schachzug: Der Iran hat die Kontrolle über die Straße von Hormus. Er erklärt, dass sie weiterhin geöffnet ist, allerdings zu Bedingungen, die der Iran vorgibt. Schiffe nicht feindlich gesinnter Nationen dürfen passieren. Man hat also die Wahl, genau zu überlegen, ob es Sinn macht, sich gegenüber dem Iran feindlich zu verhalten.

Hier sind die USA in die nächste Falle getappt, denn sie wollen die Durchfahrt der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln durchsetzen, rufen dazu Hilfe herbei, dann wieder doch nicht, weil sie es ja alleine schaffen, obwohl die Straße von Hormus gar nicht geschlossen ist. Das bedeutet, die USA wollen sich den iranischen Bedingungen mit militärischen Mitteln widersetzen.

Gleichzeitig bedeutet das für die arabischen Länder, dass ihre Schiffe in der Badewanne ohne Abfluss, genannt Persischer Golf, festsitzen. Die Öl- und Gas-Tanker kommen nicht raus, die lebensnotwendige Versorgung mit Lebensmitteln kommt nicht rein. Das könnte leider schlimm für die Menschen vor Ort werden, ist aber sehr gut für den Iran, weil so der Druck im Kessel steigt.

Die arabischen Länder können ihr Öl und Gas, dass noch da ist, nicht verkaufen und durch die Beschädigung der Lager und Raffinerien auch kein neues Öl fördern, was vor allem deren Einnahmequellen versiegen lässt. Das kann nur dazu führen, dass sich die arabischen Länder überlegen werden, ob die militärischen US-Stützpunkte wirklich so eine gute Idee gewesen sind. Gut Betuchte machen sich bereits aus dem Staub und nehmen ihr Kapital mit.

Um das zu unterstreichen, werden auch Wasserentsalzungsanlagen ins Visier genommen.

Nächster Schwerpunkt, die US-amerikanischen IT-Niederlassungen. Amazon wurde bereits ins Visier genommen, Oracle und anderen steht das möglicherweise noch bevor.

Das Öl, LNG-Gas, Düngemittel, Helium, Rohstoffe, die zur Chip-Herstellung benötigt werden, Lebensmittel, deren Handels- und Verkehrsketten durch den Iran unterbrochen werden, fügen der US-amerikanischen Wirtschaft einen erheblichen Schaden zu, während die US-amerikanischen Militärausgaben immens sind. Damit aber nicht genug, entsteht auch ein ungeheurer Druck der westlichen Nationen auf die USA, die unter steigenden Preisen zu leiden haben, was sich ebenfalls negativ auf deren Wirtschaft und die Stimmung in der Bevölkerung auswirkt. Nicht vorhandene Düngemittel in der Saatzeit können zu weniger guten Ernten führen. Hinzu kommen die gestiegenen Transportkosten.

Der noch vorhandene Handel mit Öl durch den Iran mit Staaten, die dem Iran nicht feindlich gesinnt sind, wird nicht mehr in Petro-Dollar abgerechnet, was ein weiterer Hebel ist, die US-amerikanische Wirtschaft und den Dollar zu schwächen. Das wiederum hat das Potenzial eine Finanzkrise auszulösen.

Der Iran betrachtet jeden Staat als potenziellen Feind und Angriffsziel, der die USA bei seinen Aktivitäten gegen den Iran unterstützt. Und auch hier geht er sehr besonnen vor. Dem Iran ist ganz sicher bekannt, dass Ramstein, Wiesbaden und Frankfurt den USA wichtige Informationen zur Kriegsführung mit dem Iran liefern. Statt auf die Idee zu kommen, dieses als bereits für legitim erklärte Ziel auszuschalten, hat der iranische Botschafter in Deutschland angefragt, wie Deutschland zur Verwendung der US-amerikanischen Militärstützpunkte im Zusammenhang mit dem Iran steht. Bislang keine Antwort, weil die Beantwortung der Frage von einem Ministerium zum anderen verschoben wird. Keiner ist zuständig und keiner will am Ende seinen Kopf für eine konkrete Stellungnahme herhalten. Aber Hauptsache Deutschland wird kriegstüchtig. Was für eine feige Bande. Allein die Bitte um Klarstellung ist schon eine Warnung, und keine Antwort wäre auch eine Antwort.

Natürlich gibt es auch auf der anderen Seite Möglichkeiten, weitere Eskalationsstufen zu nutzen. Erst kürzlich landete eine Rakete in Jerusalem. Was, wenn in einer False-Flag-Aktion die Al-Aqsa-Moschee angegriffen wird, was, wenn Israel auf die Idee kommt, eine Atomwaffe (soweit wirklich vorhanden) gegen den Iran einzusetzen?

Soweit der Stand der Dinge. Es würde nicht überraschen, wenn der Iran noch weitere Pfeile im Köcher bereithält, die er in weiteren Eskalationsstufen hervorzückt. Mit jedem Pfeil erhöht sich der Druck im Kessel.

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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