Die Schönheit vom Drachenfels

eine Ballade nach einer wahren Begebenheit

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Die Schönheit vom Drachenfels

leuchtet und belacht die Welt.

Schon seit vielen dutzend Jahren,

poliert diese geschuppte Dame

oh, sehr gründlich ihre Narben.

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Gefährlich, in der Drachenwelt ist,

ihre Geistesschärfe, selbst für Drach-verhältnis.

Ungewöhnlich

und gerade, ihr offeriert sich Fluch der Gabe -

Kurieresmund, zufrieden mir hat zugetragen.

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Ein derart fremd anmutendes Wesen,

beansprucht schon die ganze Sphäre,

gähnend, um sich kurz auszudehnen,

sehend, kaum mal Grund zu reden -

und es kommt gern ungelegen.

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Alleinsein liebt sie, doch die Berggipfel,

sind alle schon gesehen, selbst der Entfernteste!

Wer kommt denn noch dort hoch zu ihr,

die hohe Kunst, sie wohnt doch hier,

warum kommt denn keiner,

hier oben ist es einsam,

liebt denn keiner So wie sie?

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„Der Verstand! Es mangelt ihnen,

Schon zu faul es zu probieren, zu studieren!

Kein Wissen, kein ermessen, ja, kein Ziel

ewig bloß, vergessen und verbiegen

DANN FRESS ICH SIE JETZT EBEN

Nein. Ich verletze niemanden.

Ich muss fliegen.“

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„Wohin? Wohin, wenn nicht nach Hause?

Doch habe ich ein solches, da wo ich es brauche?

Keiner kann mir folgen,

ich kann keinem folgen.

Ich kreise, ich verlaufe mich!

Ich brauche keine Hilfe,

Ich brauche… … Nichts!

Die Leere ist mein Heim!

Und wenn ich sie gefunden habe -

Zieh ich bei ihr ein!“

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Die Schönheit vom Drachenfels,

die wurde lang nicht hier gesehen.

Das letzte mal am Horizont,

da verschwand sie hinter Tränen.

Doch das warum weiß keiner,

darum kann auch keiner es erzählen.

Vielleicht studiert sie weiter?

Doch das konnte man schon damals nicht verstehen.

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In den Tiefen eines Ur-Vulkans,

meditiert sie wutentbrannt, dann gut entspannt.

Grillt Vegetation, rührt Pulver an,

verbringt die Tage,

zwingt die Nase bis zur Nüster in die Bücher,

ein ums andre Male!

doch nur wenig Trost liegt ihr darin,

nur mehr von dieser schmerzend Klarheit -

du musst stark sein!

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Sie hält durch und schleift sich,

Zähne spitz, die Krallen scharf, und schneidend,

Dornen an die Flügelspitzen-

und die Flamme wird noch heißer!

Die Strategie noch besser,

für mehr effektive Treffer,

das Innere gepanzert -

bei geringerer Angriffsfläche!

Zeig niemals Schwäche!

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Krankheit plagt die Drachin,

sie atmet nur ganz schwach, es rafft sie fast hin!

All die Anstrengung umsonst?

„NIEMALS GEB’ ICH AUF !!“

Sterbend, drückt sie sich die Seele aus dem Rachen.

Ganz entkräftet und allein,

Legt sich flach auf ihren Bauch,

hört tief in sich hinein, nein, sie lauscht…

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Du Dummheit vom Drachenfels!

Was hast du dir da hergestellt?

Einen glatten Anzug zwar, doch ein

Plattenpanzer der das Herz entstellt!

Schönheit im Kettenhemd,

die Güte in Gefängniszellen,

am Gürtel das selbst erhängt,

die Künste mit hineingezwängt,

und Lebens Lust und Frust verdrängt!

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Die Krankheit löscht die Flamme.

Es wird schwarz, die Drachin Angst und Bange,

eine letzte Träne fließt,

verzweifelt aus der Wange.

Noch immer schließt die Klauenzange,

ihren Griff um Feder die,

bis zuletzt die Formeln niederschrieb -

und stimmt an zu ihrem Wiegenlied.

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„Oh, Schönheit vom Drachenfels,

leider musst du sterben jetzt. Sehr entsetzlich.

Wie jeder Andere bist du unersetzlich,

doch dein Tod ist unumgänglich -

diese Pest ist unersättlich.

Knöchern noch schon, so gebrechlich,

Körperlich doch so geschwächt,

warum sollt’ er wiederkommen,

wo dein Todeszeitpunkt jetzt ist?

komm’ schon endlich.“

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Leere herrscht im Drachenfels.

Kalter Stein und gar kein Schmerz im harten Erz.

Nichts. Nur Finsternis.

Licht fehlt und ein Innerstes,

das in den Trümmern sitzt,

schluchzt und zittert -

keinen kümmert es.

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Winde streicheln den Horizont,

es fällt Regen der Gelegenheit,

aus einer Wolke Heiterkeit -

prompt mit ihr herein geschneit.

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„Hallo? Ist jemand Zuhause?“

Im Drachenfels schallen hohe Laute.

Das Echo prallt auf Panzerung,

weshalb man kurz zusammenzuckt.

In den Sinnen, wo ein Beben pocht:

„Ich spinne doch!

Hey! Lebst du noch?“

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Da dreht sich, zuckt weil angeklopft,

mit einem Ruck der Drachenkopf.

Schon wird ihm am Schwanz gerupft,

weshalb der Drache Flammen spuckt.

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„VERBRENNE UND VERSCHWINDE

scheußliches Gesindel, erkenn ich gleich-

auch wenn ich blind bin!

UAAAAAAAAAAAAAAAR!“

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Draußen forscht die Forscherin,

- wohl ziemlich krassen Ortungssinn -

hört Töne, horcht genauer hin.

Drinnen sitzt ein Drachenkind,

versteckt sich vorm Inferno in,

einer Ecke in der Decke,

im Hort, und haucht, und ordnet sich.

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Der Drachenfels ist sehr gefährlich,

steht in Drachenbücher-Reiseführern ehrlich,

man lernt auch schon im Märchen:

Bleib auf Abstand, halt Distanz,

Besser man entfernt sich!

Dann bleibt die Jacke ganz,

kein Drachentanz, kein Ärgernis.

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Achtung! Vor dem Tor Bewaffnung!

-Drinnen tobt die Feuersbrunst -

verwarnt sie wie ein Wachhund!

Züngelnd weiten sie sich aus,

weil Feuer keine Flügel braucht -

ein Fünkchen klein, genügt durchaus.

Ein Flächenbrand sich rächen kann,

doch im Inneren vom Drachenhaus-

Verbrennen sie die Reste auch.

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Es bewegt sich nichts.

Im Gegenteil. Der Nebel lichtet sich.

„Boah. Du hast aber starkes Zeug, da fehlte

bloß der Warnhinweis, mein Drachenfreund!

Meine Flammen sind zwar etwas kälter,

dafür machen die aus allem Kunst,

und darum bleibt alles beim Alten,

doch selbst graue Asche färbt sich bunt!

Obwohl ja alle Oberfläche, ständig sich verändert,

sehr erfreut dich kennenzulernen,

meine Freunde, nenn’ mich Ember!“

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Schweigen. Stille. Leises Echo.

Kein Geräusch- nach der Entsprechung,

Ereignis ersehnt sich sehr Entdeckung.

Noch immer schwer, die Luft, vom Rauch

leer die Gruft und der Geruch verfault.

Das kommt von der Verschwefelung,

davon bekommt man Klebelungen,

erfährt Belesener von Betroffenem,

sofern der dafür offen bleibt -

was steht für stolzen Forschergeist.

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„Hallo? Bist du tot?“

Fragt es in den Drachenfels.

unbedarft, nicht unbegründet, an den Raum gestellt.

„Was geht das alles heute schnell,

Bescheuert diese Neue Welt!

Erhole dich um Kraft zu sammeln,

Ich geh lieber los und hol zu mampfen.

nicht wieder alles verkokeln, verstanden?!

Dann bis dann! Ich muss verdampfen.“

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Als die Forscherin den Drachen blickt,

diese äußerst stark erschrickt!

was angesichts, der angespannten Lage,

wenig überraschend ist.

Und zur Krönung der Begegnung,

startet da

die Unterredung:

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„Senk die Waffe, Menschenkind,

da drinnen liegt ein Echsending,

dem es wohl sehr schlecht erging

weswegen ich ihm Medizin und Essen bring!

es ist gerade jetzt und hier,

deswegen müssen wir den Sprechtermin,

verschieben bis’ ihm besser geht!

Tschüss und Grüße,

nimms nicht übel, weil ich düse!“

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Jetzt herrscht Verwirrung, vor dem Drachenfels-

was immerhin die Waffe senkt.

und noch vollkommen in Gedanken,

murmelt man ein holprig ‚Danke‘.

„Was ist da bloß vorgefallen?

Ich hörte doch die Worte fallen:

„VERBRENNE UND VERSCHWINDE“

war das womöglich, voll der Schwindel?“

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Zum Denken gilt es, Zeit zu schinden:

„hab das Brennen mir nicht eingebildet,

nein, gewiss nicht!

Und dieser ausgesprochen bunte Drache,

hat mich ja nun zaudern lassen.

Oh, wie ich das Zaubern hasse!

Sollt’ besser wohl den Ort verlassen.

Hier, dieser verkohlten Asche,

entnehm’ ich bloß noch meine Tasche. „

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Ohne Zögern entnimmt ein Griff dem Täschchen,

ein darin mitgeführtes, kühles Fläschchen.

In jenem steckt das Leben drin,

Wasser nämlich, Elixier des Wesentlichen.

Dies Ungebetene wird, mit Gefühle,

zur Geste reiner Herzensgüte -

am Drachenfelsen in der Wüste.

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Der Mondschein über dem Drachenstein,

gibt ohne Schönung die Stelle preis-

des Todes Omen, färbt der Höhle nachtschwarze

Schwelle weiß.

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Der Kerbe im derben Stein -

entfährt ein erbärmlicher Schmerzensschrei.

Beim Einsatz des Feueratems,

- die Pein hat ihn aufgeladen -

wurde aus dem eigentlichen Neuanfang,

- die Schönheit hat ausgeatmet -

ein Bäuerchen aus tausend Flammen,

und setzt damit das Haus in Brand.

immerhin zwar ausgeschlafen -

Doch ganz schlimm auch angeschlagen.

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„Mein Kopf… wie lang hab ich geschlafen?

Tage, Wochen, Monate, gar Jahre?

Hier riecht es wie ein Wohnungsbrand,

und ich mich nach der Ohnmacht frag:

Kann’s sein das ich im Koma lag?“

Ohne Agonie spricht jetzt ihr Körper wahr,

- eine Antwort ohne schöne Wörter -

Wie man sieht, ihr hört sie ja.

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„Oh wie schön! Dir geht es besser!

Ich bringe dir ein Königsfestmahl!

Doch komm ich vorher an, in Ordnung?

Iss erst mal dein Mampf hier vorne -

denn dafür ist ein Lamm gestorben,

dass ich auf dem Land besorgte.

Leicht bange wars, doch keine Sorge -

als zweiten Gang, ich Obst noch borgte.“

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Im Stolz ein Knacks, der holde Drache,

doch spricht sein Magen deutlich Sprache.

Viele Fragen blieben’ zu fragen,

doch Antworten vom Lammknochen da liegen grade.

Traumhaft, sie duften verführerisch -

doch kaum ein Muskel rührte sich.

„Warte, komm, ich fütter dich!“

War der Satz, welcher Erlösung bringt.

Drache Happen für Happen hinunterschlingt,

darnach Wasser den Rachen hinunterrinnt.

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Drachenschlaf im Drachenstein,

ein Drache wacht dort ganz allein.

Die Zweite schnarcht so sanft und leise,

als wollt davon sein Schaden heilen.

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„Aufgewacht! Stolzer Drach’!

Solch ein Wrack!

- wie dies Laboratorium,

ist mir noch nie vorgekommen!“

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„Du warst an Kabel angeschlossen,

- die sind mir leider abgebrochen -

Als ich die gelötet hab,

ging’ sie leider flöten tja,

viel zu heißes Flämmchen macht,

leicht die ganze Technik platt -

Andere Themen, du wirkst genesen, ist es das gewesen?

Dann bis nächstes mal.“

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„Halt! WARTE! BITTE!

HALT! BITTE! WARTE!

BITTE! WARTE! HALLT!

… na dann, bis bald…

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Autor: Timogenes (1995-2026) Timogenes\@rizful.com