Wochenbericht: 31. Januar bis 6. Februar. Mit zwei Büchern, viel Schnee und Super Mario.
„Lieber Herr Meyen, Sie haben alles richtig gemacht“, hat @willijetz4897 in einem YouTube-Kommentar geschrieben. „Seien Sie gesegnet, ich schicke Ihnen Gesundheit und Kraft auf all Ihren Wegen, vor solchen Menschen (Ihnen) habe ich allerhöchste Hochachtung. PS: Das mit den Gerichten ist momentan so eine Sache, da kann es einem nur noch schlecht werden, ich denke, dass diese Richterschaft einen Preis zahlen wird, der sich gewaschen hat.“
Viel Energie kam diese Woche zu uns – ins Mailfach und am Telefon, über die Plattformen und in solchen Kommentaren. Ich hatte überlegt, ob und wie ich auf den SZ-Artikel über meine zweite Disziplinarstrafe reagieren soll, auch weil mir Anlass und Sanktion vergleichsweise klein und nichtig vorkamen im Vergleich zu dem, was ich zum Beispiel im Buch „Mut zum Widerspruch“ gelesen habe, und weil ich weit ausholen musste, um nachvollziehbar zu machen, warum ich vor Gericht gehe. Ein Video, dachte ich dann, erlaubt jedem, sich meine Version anzuhören. Es gab ein paar deftige Reaktionen (vor allem auf den Kontakt zu Öcalan-Kurden und zur Roten Hilfe), vor allem aber Zuspruch und sogar ein paar Therapieangebote. Vielleicht wirkt sich das irgendwann ja sogar auf unsere Seite und unsere Kurse aus. Danke an alle!
Texte
Verstaatlichte Wahrheit. Der Titel „ist richtungsweisend“, sagt Donar Rau in seiner Rezension über das gerade genannte Buch. Denn: „Dissens ist die Voraussetzung einer lebendigen Demokratie.“
Der fällige Kahlschlag. In der Schweiz kann Widerspruch in das Gefäß Volksentscheid fließen – Anfang März zum Beispiel über die Rundfunkgebühren. Michael Straumann ist eher skeptisch, was die Erfolgsaussichten angeht.
Die ewige Katastrophe. Winter in Moskau: „kein Ausnahmezustand, keine Krise, nur das ganz normale Leben.“ Felix Feistel vergleicht seine Eindrücke vor Ort mit der „hysterischen Überreaktion“ hierzulande und sucht nach „tieferen Ursachen“.
Ost-Ethnologie. Noch eine Rezension. Beate Broßmann über „In der Nähe“ von Simon Strauss. Junger Wessi mit einem berühmten Namen entdeckt in Prenzlau den Osten.
Nukleare Anarchie. Start für eine kleine Serie: Atomkrieg aus Versehen. Anlass: das Ende von New START. Bastian Werner über eine „gefährliche Entkoppelung“.
Eine Plagiatskampagne. Perfekt, Herr Voigt, sagt Helge Buttkereit am Medien-Tresen und seziert das Zusammenspiel von Leitmedien und Regierungschef in Thüringen.
Videos
Der Link zu meiner Stellungnahme: „Disziplinarstrafe Nr. 2: Was mir vorgeworfen wird – und warum ich klage“. Schon im Kasten: Buchtipps zum Thema Propaganda und Journalismus sowie eine kleine Gesprächsserie in drei Teilen. Freuen Sie sich auf Michi Sailer.
Kurse
Der Kompaktkurs Journalismus und das Seminar „Intellektuelle Selbstverteidigung“ sind voll. Es gibt aber eine Warteliste für Spätzünder. Und im Herbst weitere Kurse:
30. April bis 3. Mai: Intellektuelle Selbstverteidigung
13. bis 17. Mai: Kompaktkurs Journalismus
24. bis 27. September: Interview
8. bis 11. Oktober: Journalismus-Retreat
Jederzeit (wochentags, Anfragen per Mail): Still bleiben, dagegenhalten, weglaufen? Wie wir im Gespräch bleiben