Iran – Israel – USA - Weltordnung

„Entweder, oder“ oder „Sowohl, als auch“?

Man kann bestürzt bis entsetzt darüber sein, wie der Überfall auf den Iran es geschafft hat, selbst viele der unabhängig (oder doch nicht?) -selbstdenkenden (oder doch nicht?) Medien in zwei Lager aufzuspalten: Voll dafür und voll dagegen. Zwischentöne? Oft Fehlanzeige, leider.

Dabei wäre es in diesem Thema ganz besonders wichtig zu differenzieren, statt zu verallgemeinern. Was ist damit gemeint?

Genau so wenig, wie Kritik an den zionistischen Kräften in dem Regime Israels nicht gleich antisemitisch ist, weil das schon allein an der Zusammensetzung der Zionisten nach ihrer Religionszugehörigkeit scheitert, kann man die geistliche Führung im Iran für alles generalverantwortlich machen, was Angehörige des Islam in der Welt anstellen.

In den USA, in denen eine Mehrzahl der Amerikaner den Feldzug gegen den Iran für nicht gut heißt, und wo eine evangelikale Sekte ihren Ajatollah Trump im Weißen Haus bebetet, kann man alle Christen nicht dafür verantwortlich machen, dass da ein seltsamer Kult um den Präsidenten betrieben wird.

In Israel ist gegen Netanjahu nicht umsonst ein Haftbefehl erlassen worden. Seit längerem gibt es Proteste mit Tausenden, die gegen ihn sind. Man sollte auch an diese Menschen in dieser Zeit denken. Nicht alle Juden sind „schlechte“ Menschen, aber natürlich gibt es auch unter ihnen Personen mit verachtenswertem Charakter. Dass man über Kritik im eigenen “auserkorenen” Land oft nur erfahren kann, wenn man gezielt danach sucht, zeugt nicht gerade von Offenheit und Meinungsfreiheit, wenn man offensichtlich der Ansicht ist, das könnte dem israelischen Regime schaden.

Das Regime im Iran hat sich sicher auch nicht ausschließlich mit Ruhm bekleckert, der Enthauptungsschlag der USA hat jedoch dazu geführt, dass man sich in der Rache zusammenschließt und am Ende dann doch hinter seinem Land steht und es verteidigt.

Der Versuch des Regime-Wechsels im Iran ist die eine Sache. Die Strömungen in Deutschland, ein Kalifat ausrufen zu wollen, die mit Merkel begonnene Einlass-Politik von oft in gewalttätigem Umfeld sozialisierten Orientalen und deren Aufbau einer Parallelgesellschaft, sind eine andere Sache. Und auch hier gilt es zu differenzieren, denn viele von denen, die dem Islam angehören, haben sich schon längst gut in die deutsche Gesellschaft integriert, zahlen brav ihre Steuern und Sozialabgaben, und wollen mit dem Pack nichts zu tun haben und unter keinen Umständen mit ihnen in einen Topf geworfen werden.

Nicht jeder, der dem Islam angehört, ist auch gleichzeitig ein Iraner, und die in Deutschland lebenden Iraner sind auch keine homogene Masse, die haben wiederum auch ganz unterschiedliche Einstellungen zum Iran. Warum wird hier nicht feiner auseinandergedröselt. Ist das zu anstrengend?

Werden hier Äpfel mit Birnen zusammengewürfelt und alles als Obst bezeichnet?

Und wenn der Iran ein Regime hat, dass nach Ansicht der USA wegmuss, was ist mit dem Regime in den USA? Sind das alles ausgemachte, lupenreine Demokraten, die sich niemals etwas haben zu Schulden kommen lassen?

Wenn es schon um Moral geht, um ein iranisches Regime, das foltert, das Babys nicht nur aus den Brutkästen auf den Boden wirft, sondern sie gleich köpft, das Menschen ermordet, dann sollte man vielleicht den besonderen Geist Amerikas dagegenstellen, der derzeit durch die Epstein-Files tröpfchenweise zum Vorschein kommt. Sind das alles die wahren Christen oder alles untadelige Juden, oder kommen in den USA genauso zu verachtende Taten und Handlungen vor? Wer gibt hier wem das Recht über was zu urteilen und zu richten?

Das Messen mit mehrerlei Maß ist wirklich unerträglich geworden.

Der Kriegsminister der USA, Hegseth, hat eine Tätowierung: „Deus vult“, eigentlich richtig wäre „Deus lo vult“. Damit soll Pabst Urban II zum ersten Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems aufgerufen haben. Was soll der Spruch auf seinem Oberarm? Welche Botschaft geht davon aus, wie könnte man sie interpretieren?

In diesen wirren Verstrickungen scheinen derzeit drei Strömungen durch: Die christliche, die jüdische und die islamische. Man könnte auf die Idee kommen, dass sich hier die USA und Israel, unter der Führung von Israel zu einem weiteren Kreuzzug gegen den Islam zusammengefunden haben. Geht es am Ende vielleicht doch um Armageddon, getrieben von Kräften im Hintergrund, die die derzeitigen Machthaber vor sich hertreiben und sie zu ihren Spielbällen machen?

Gibt es etwas, das Trump dazu veranlasst hat, entgegen seinen Sprüchen, keine Kriege anzufangen und bestehende zu beenden, jetzt das Gegenteil davon zu tun? Wird er möglicherweise erpresst und von wem? Oder ist er einfach nur verrückt geworden?

Wie sind die USA, Epstein, die Zionisten, Israel, der Mossad, die CIA und reiche, mächtige Familien wie die Rothschilds miteinander verbunden und ineinander verwoben? Wird der Deep-State immer mehr erkennbar?

Warum hat Trump, der angeblich genau so das Sterben in der Ukraine beenden will, wie Putin will, dass der Krieg dort mit einem Friedensschluss beendet wird, sich nicht mit ihm zusammengeschlossen und sie haben gemeinsam einen Regime-Wechsel durch eine Bombardierung auf die Schaltzentrale in Kiew durchgeführt? Können die USA Putin, der den Krieg in der Ukraine ohnehin schon, nur noch nicht mit einem endgültigen Abschluss gewonnen hat, den „Sieg“ nicht gönnen, weil sie es nicht ausschließlich sein würden, die dafür die Lorbeeren erhielten? An einer Hemmung vor der Tötung eines Machthabers kann es nicht liegen, das hat man im Iran gesehen. Sind da noch ein paar lukrative Geschäfte mit Waffen einzuheimsen, was im Iran nicht der Fall ist?

Bei allem Fokus, der derzeit auf dem Iran liegt. Die Ukraine sollte darüber nicht aus dem Blick geraten.

Der Eisenbahn-Fan Seehofer hat einmal ein wahres Wort gesprochen: Die gewählt wurden, haben nichts zu sagen, und die, die was zu sagen haben, wurden nicht gewählt.

Frankreich und Deutschland fabulieren von einem gemeinsamen atomaren Schutzschirm. In Bezug auf den Iran nicht vergessen: Ramstein ist das Logistik- und Informationszentrum für die USA in Europa. Ramstein/Wiesbaden sind die Satelliten-Relais-Station für die Amerikaner. Was, wenn die Iraner auf die Idee kommen, diese auszuschalten? Dann wäre es den USA gelungen, die NATO endgültig und vollständig mit in den Iran-Krieg zu ziehen, den Israel und die USA angezettelt haben?

Was ist mit der Türkei, die sich Israel wohlmöglich als nächstes „vorknöpfen“ will? Die Türkei ist NATO-Mitglied.

Was ist mit den arabischen, ebenfalls islamisch geprägten Staaten, die den USA erlaubt haben, Militärstützpunkte auf deren Gebiet zu errichten? Angeblich zum Schutz, doch wie sich jetzt gezeigt hat, um mit gezielten, nicht, wie ein bislang geschätztes Portal der alternativen Medien formulierte, wahllosen Angriffen, diese auszuschalten? Ist denen am Ende das Hemd näher, als die Hose?

Man kann sich nicht sicher sein, welchen Domino-Effekt die US-amerikanische Aktion mit ungewissem Ausgang noch weiterhin auslösen wird.

Was ist, wenn es dem Iran einfällt, einen der kreuzenden Flugzeugträger zu versenken? Das ist heutzutage mit der Militärtechnik alles andere, als unmöglich. Und Grund für einen Gegenschlag haben die Amerikaner mit der Versenkung eines iranischen Schiffes ja schon geliefert.

China hilft mit Satellitendaten aus, und Russland wird auch nicht nur abwarten und Tee trinken.

Eine Entsalzungsanlage in den arabischen Ländern ist bereits beschädigt, wohl als Antwort auf einen Angriff auf eine Wasser-Entsalzungsanlage im Süden des Irans. Was, wenn den von den USA, ach so beschützten Ländern das Wasser ausgeht? Es gibt erste Anzeichen dafür, dass dort bereits die Stimmung kippt. Irgendwie hatte man sich die Präsenz der USA dort anders vorgestellt.

Den USA scheinen die Waffen auszugehen, Nachschub ist nicht mal eben weder zu holen, noch schnell zu produzieren. Niemand weiß, wie viel der Iran noch an Waffen und Munition vorhält. Sich auf die jetzige Situation vorzubereiten, hat er viele Jahre Zeit gehabt. Die Iraner sind alles andere, als doof, und die USA neigten schon immer zu Überheblichkeit mit einer Hybris, die durchaus auch einmal einen Punkt erreichen kann, an dem der Schuss nach hinten losgeht.

Vielleicht stehen wir tatsächlich am Vorabend einer komplett neuen Weltordnung. Nur könnte die anders aussehen, als die regelbasierte Vorstellung des stets auf der Seite des Guten beharrenden Wertewestens?

Zum Abschluss sei noch einmal wiederholt, weil es wirklich sehr wichtig ist: Egal wer, bitte versucht genauer zu differenzieren und abzuwägen. Es gibt nicht nur die Guten und die Bösen, denn wer genau hinschauen mag, der erkennt, dass es sowohl auf der Seite der Guten das Gute und das Böse gibt, wie es genau so auf der Seite der Bösen das Gute und das Böse gibt.

Und eins ist sicher: Die Kräfteverhältnisse werden sich nie wieder in der gleichen Form herstellen lassen, wie sie einmal waren. Es ist vorbei. Die „gute, alte Zeit“, die auch schon nie wirklich gut war, kommt nicht mehr zurück.

Es ist jetzt an der Zeit darüber nachzudenken, was zu tun ist, dass die Menschen, alle Menschen, endlich in die Freiheit entlassen werden, weil es sich mehr als deutlich gezeigt hat, dass das Vertrauen in einige wenige Personen, von denen wir glaubten, dass sie unsere Geschicke zu unser aller Wohl lenken können, auf ekelhafte Weise missbraucht wurde.

Von der Macht zum Missbrauch ist es nur ein Katzensprung.

Statt dafür zu sorgen, dass alle Menschen in Frieden miteinander leben können, haben sie Kriege vom Zaun gebrochen und uns das als Demokratie verkauft. Wie lange wollen wir dieser Lüge noch folgen?

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(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*

(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)