Eine Meldestelle wird zur Beratungsstelle
Das hört sich in etwa so an, wie wenn aus Kartoffelbrei plötzlich Purée de pommes de terre geworden wäre, oder aus der GeStaPo die StaSi.
Es ist schon schlimm genug, dass es im, ach so „demokratischen“ Deutschland mit einer leider nur theoretisch von offizieller Stelle erklärten heiligen Meinungsfreiheit überhaupt dazu kommen konnte, ein derartiges Denunzierungsportal einzurichten. Aus der reinen Meldestelle wird jetzt eine Beratungsstelle: -Denunzieren leicht gemacht-, oder wie?
Worüber niemand spricht, und was sogar noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass es in Deutschland offensichtlich mindestens 85.000 Blockwarte gibt (laut den Eingängen der unseredemokratieschädlichen Äußerungseingänge), die diese digitale Weiterentwicklung von StaSi-Methoden tatsächlich in Anspruch genommen haben. Wäre das Portal erst gar nicht von Denunziationswilligen, die die Demokratie offensichtlich nicht verstanden haben, genutzt worden, hätte sich die Angelegenheit auch so schnell erledigt. Aber nein.
Teilweise von staatlich finanzierten Non-Gouvernement-Organisations, aber wohl auch von ganz „normalen“ Leuten, die zuvor gelangweilt und analog mit dem Kissen im Fenster oder hinter der faltengesteckten* Wolkenstore-Gardine mit der Goldkante gelauert haben, dass endlich etwas, wenn schon nicht in ihrem eigenen Leben, dann doch zumindest in dem der Nachbarn passiert, damit man was zu erzählen hat.
Was für miese Charaktere alle zusammen. Aber was zeigt das? Es sind nicht nur „die da oben“, nein, sondern auch genau so „die da unten“, die, die heute so sind, wie „die damals waren“, in der vorläufig dunkelsten Zeit Deutschlands.
Und für diejenigen gibt es gute Nachrichten, denn weiterhin gibt es in Baden-Württemberg das Portal „REspect! im Netz“, und das ist sogar Digital Services Act-zertifiziert. Bravo!
Portale dieser Art sowie deren Bediener sind dafür verantwortlich, dass das Misstrauen in der Gesellschaft weiterhin wächst und dass das verbleibende Restvertrauen stetig weiter den Bach herunter geht.
Richtig losgegangen ist es wohl mit den Anschwärzungen während der Corona-Inszenierung. Wehe, wenn da einer zu viel im Garten stand, oder zwei mehr ins Haus gingen, als erlaubt war. Schließlich ist man ja ein gesetzestreuer Bürger gewesen, und derartig kriminelle Verstöße sind selbstverständlich zu melden. Man will sich ja schließlich nichts zu Schulden kommen lassen, als untadeliger Musterdemokrat. Was für arme Seelen!
Bei vielen führt das dazu, dass man mit angezogener Handbremse auf neue Menschen zugeht, weil man sich dabei erwischt, wie man sich innerlich fragt: Bist du auch eine(r) von denen? Angefangen hat das damit, dass man sich fragte: Hat der/die wohl auch bei der „Impfung“ mitgemacht und auf welcher Seite steht er heute? Was kann ich zu ihm/ihr sagen?
„Die da oben“, damit ist die Prekär-Elite gemeint, schaffen es seit 2020, nicht nur das Vertrauen in sie selbst, sondern auch das Vertrauen zwischen den Menschen nachhaltig zu vergiften. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wo das noch enden könnte.
Gnadenlos entfaltet der giftige Spaltpilz seine Kraft und sprengt auseinander, was auseinandergesprengt werden kann. Keine Anzeichen dafür, dem Einhalt gewähren zu wollen, noch nicht einmal die Einsicht der Notwendigkeit. Stattdessen hat man eher das Gefühl, es wird alles getan, diese Kraft weiter anzufachen und voranzutreiben.
Die Kontinuität der Zeit, der Geschichte, wird je nach Bedarf, vorne oder hinten abgeschnitten. Um Ukraine-Krieg die Zeit von 2014 bis 2022, in der Corona-Inszenierung die Erkenntnisse nach Lockdown, Nötigungen, Impfdruck, Lügen, medizinischem Unsinn, Schädigung der Entwicklung der Kinder, Geburtenrückgang, Aborte, Nebenwirkungen, Todesfälle, falschen Tatsachenbehauptungen, bis heute.
Ähnlich beim Thema Klima, Ende Februar 2026 stehen wir mitten in einer Kältemangellage, egal wie das Wetter ist, der menschengemachte Klimawandel ist an allem schuld, wenn es schon nicht auch noch Putin schuld sein kann. Gletscher wachsen weil…, Gletscher schmelzen weil…, Hauptsache der Klimawandel ist die Ursache.
Man wird mit dem „Geschlechtern“ belästigt, wenn man nicht fein aufpasst, in welchen Informationensportalen man sich bewegt. Man kriegt schon das kalte Kotzen, wenn man eine Rechnung als Anlage in einer Email mit der Überschrift: Liebe*r Geschäftspartner*in… bekommt.
Wer von den angepassten, braven Systemlingen weiß von den politisch motivierten Inhaftierungen von Ärzten, Rechtsanwälten und anderen?
Konformismus der Ärzte in der deutschen Geschichte ist kein Neuland.
Wie viele Richter haben nach Gründung der BRD ihre Robe ausgebürstet und fortan bundesdeutsches Recht gesprochen?
Es kommen so Antworten wie: Ich merke nichts von einer Einschränkung der Meinungsfreiheit. Ja, kein Wunder, wenn man sich schön bedeckt hält. Wer nichts sagt, sagt nichts verkehrtes!
Die EU ist zu weit weg, zu abstrakt, und sowieso: Was kann man alleine schon ausrichten? Wie viele Millionen sagen das? Oh, Leute, ihr macht es euch echt ziemlich einfach.
Themen, die nur ansatzweise politisch sein könnten, werden im Arbeitsleben tunlichst vermieden. Man hat inzwischen keine Ahnung mehr, wo die Kolleginnen und Kollegen, mit denen man schon ziemlich lange zusammenarbeitet, inzwischen stehen. Früher ging das, da hat man sich mal kurz in der Pause ausgetauscht, heute achtet man darauf, dass man ja bei unverfänglichen Themen bleibt, um nicht aneinander zu geraten. Und wenn man zu einem bestimmten Thema nicht an sich halten kann, merkt man ganz schnell, wie man gegen die Pumpe läuft und sich unbeliebt macht, oder gleich als Anhänger der Opponative für Deutschland eingeordnet wird. Wer nicht für die Unseredemokratie für Deutschland ist, steht kurz davor ein Staatsfeind oder Landesverräter zu sein.
Dadurch ist eigentlich alles unglaublich politisch aufgeladen, auf beiden Seiten, aber er gibt keine natürliche Möglichkeit, zum Beispiel durch ein vernunftbegabtes Gespräch, die jeweiligen Standpunkte auszutauschen und im Idealfall vielleicht sogar einen Konsens zu finden.
Auf die Dauer kann das nicht gut gehen. Diese aufgestaute Kraft, dieses Knistern und Knacken im Gebälk, wird sich früher oder später entladen wollen.
Da Deutschland dafür bekannt ist, immer alles richtig zu machen, entweder richtig richtig, oder richtig falsch, birgt dieses Verhalten eine große Gefahr in sich, dass sich der Unbill plötzlich und explosionsartig entladen kann.
Sind die Ereignisse in der Ex-DDR Ende der 80-er Jahre schon so in Vergessenheit geraten? Ist es im Sinne einer intakten Gesellschaft sinnvoll, mal mindestens 20 Millionen (das sind nur die Impfverzichter) plus diejenigen, die die Nase gestrichen voll von einer fehlgeleiteten Politik haben, auf die Dauer gegen sich zu haben? Wie länge halten die Machtinstrumente das aus? So lange, bis immer rigider werdende Maßnahmen zunehmend totalitären Charakter annehmen, bis die Demokratie in die Unseredemokratie endgültig überführt wird?
Die Organe der Gewaltenteilung (die Älteren erinnern sich noch daran), haben sich in der Politik auf eine für die Demokratie gefährliche Nähe zu einer Gewaltenhoheit zusammengeschlossen, wenn es um Themen geht, die Kritik an dem unentwegt sprudelnden Dilettantismus üben.
Wie weit will das Polit-Büro es noch treiben? Bei jedem, der noch halbwegs klar denken kann, ist das Vertrauen in staatstragende Entscheidungen schon lange abhandengekommen, auf unbestimmte Zeit verreist. Sprücheklopfereien steigern sich täglich immer mehr ins Lächerliche. Man ist nicht mehr in der Lage, diesen Unsinn auch nur ansatzweise ernst zu nehmen, wenn die Folgen dieses Dilettantismus nicht so gravierend wären.
Wir leben zwar noch nicht in den erneut dunkelsten Zeiten, fernab jedweder demokratischen Verhältnisse, aber es ist schon sehr bedenklich ziemlich finster geworden, in einem Land, in Deutschland, von dem man nie gedacht hätte, dass es in so kurzer Zeit so tief sinken kann, wirtschaftlich, politisch, aber vor allem menschlich.
Was kann man tun, um diesem Albtraum ein Ende zu bereiten?
https://norberthaering.de/propaganda-zensur/meldestelle-hessengegenhetze/
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/hessengegenhetze-rueckzug/
*(Durchsichtige Faltenstecker aus Kunststoff gibt es übrigens inzwischen nicht nur im Fachgeschäft, sondern auch schon im Baumarkt. Einmal gesteckt, bleiben die Falten auch nach der Wäsche erhalten. Der tadellose Faltenwurf ist und bleibt so exakt, als wäre er mit der Axt in die Gardine hineingeschlagen worden. Very German!)
(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
* (Wem meine Artikel gefallen: Einen Satoshi in Ehren kann niemand verwehren. Danke!)*
(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild von pixabay)