Alles ist möglich. Auch, dass ein hochtalentierter Komiker den Bezug zur Realität verliert
Nach vielen erfolgreichen, guten Jahren, in denen seine Phantasie geniale Figuren geschaffen hat, über die viele in Deutschland herzhaft lachen konnten, ist seine Phantasie offensichtlich in eine verrückte Wahrnehmung der Realität übergegangen.
Das hat man feststellen müssen, als er sagte, dass jeder Pestverseuchte vierzig andere mit in den Abgrund reißt.
Dann hat er in der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf eine wirre Laudatio auf die nach Blut lechzende Rüstungslobbyistin Zack-Bimmelmann gehalten.
Und aktuell hat er im Thüringer Landtag versucht, die AfD in Verbindung mit Buchenwald zu bringen, was ihm eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung beschert hat.
Vielleicht wäre es mal wieder dringend an der Zeit, dass Herr Kerkeling an die frische Luft geht? Im Park eines geschützten Rahmens, in denen Menschen Hilfe finden, wenn sie Probleme mit der Einordnung der Realität haben.
Man fragt sich, was Herrn Kerkeling so aus der Bahn geworfen hat?
Zu seiner Ehrenrettung könnte man vielleicht noch hinzufügen, dass so geniale Künstler wie er, gerne einen Charakter haben können, der von außen leicht beeinflussbar ist. Künstler leben oft über Jahre in ihrer eigenen Welt und schotten sich gegen die Welt da draußen ab. Nur als Beispiel: Es gab einen Grimme-Preis-Träger (er hat auch einen bekommen), der seinerzeit noch nicht einmal in der Lage war, eigenhändig eine Überweisung auszufüllen.
Möglicherweise ist Herr Kerkeling unter einen Einfluss geraten, der aus staatskonformen Menschen besteht, die sich abgewöhnt haben, Dinge zu hinterfragen, weil das nicht mehr en vogue ist.
Hinzu kommt, dass er den Zenit seiner Karriere wohl überschritten hat. Mit Anfang 60 kann man einfach nicht mehr das Hannilein geben und für die Beatrix reicht es dann auch nicht mehr. Anders wäre es vielleicht, er würde sich etwas Witziges zu Queen Victoria ausdenken.
Mit Anfang 60 hat man auch einfach keine Lust mehr, in bestimmte Rollen zu schlüpfen, weil man sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben möchte. Wie man sieht, geht das allerdings auch anders.
Wenn man lange in einer eigenen Welt gelebt hat, ist es heute um so schwerer, in der „normalen“ Welt anzukommen, auch hier mag es eine Rolle spielen, dass man nicht mehr zwanzig ist. Den Anschluss zu finden, kann schwer sein.
Weil man es jedoch einen wesentlichen Teil seines Lebens gewohnt war, im Rampenlicht zu stehen, viel Aufmerksamkeit zu haben, fühlt man sich nicht vollständig und sucht sich wahrscheinlich andere Möglichkeiten, im Fokus zu stehen. Das kann durchaus gut gehen, das kann aber auch schief gehen, wie man derzeit an Herrn Kerkeling erleben muss.
Das Problem vieler Künstler: Den richtigen Zeitpunkt zu finden, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen und besser den Mund zu halten, bei Angelegenheiten, von denen man keine Ahnung hat. Man muss es ja nicht gleich wie Marlene Dietrich übertreiben, aber ein wenig Zurückhaltung in Dingen, von denen man augenscheinlich nichts versteht, wäre schon angebracht.
Herrn Kerkeling in Verbindung mit dem Amt des Bundespräsidenten zu bringen, würde einerseits zu einer Bananen-Republik passen, hier bräuchte Herr Kerkeling nur seinen Vortrag als polnischer Opernsänger Miroslaw Lem umzuschreiben, inhaltlich wäre das auch nicht schlechter, als das, was der derzeit amtierende Bundespräsident auf vulgäre Art und Weise von sich gibt.
Andererseits wäre es Herrn Kerkelings Aufgabe gewesen, auch nur die Erwägungen rigoros von sich zu weisen, falls er in der Lage wäre, die eigentliche Aufgabe eines Bundespräsidenten richtig einzuschätzen, was wiederum dem Amtierenden auch nicht gelingt. Welche das sind, kann man auf der offiziellen Seite des Bundespräsidenten genau nachlesen. Wichtig wäre es, das Volk zu einen, statt zu spalten, und das Neutralitätsgebot einzuhalten, was nicht bedeutet, dass in der Opposition jeder sein Fett abkriegt und keiner ausgelassen wird. Fairerweise müsste man allerdings sagen, dass das Anheften von Staatsklimpergedöns und das Vortragen von staatstragenden Konform- und Konfektions-Reden mit Herrn Kerkeling sogar einen gewissen Unterhaltungswert haben könnte.
Weiter zeigt die aktuelle Geschichte, welches Unheil Komiker anrichten können, wenn sie Präsident werden, wie man am Beispiel der Ukraine bestens studieren kann. Man sollte daher in der Wahl eines Nachfolgers für den aktuellen vor Geistesblitzen nur so strotzenden Vulgär-Präsidenten, etwas sorgfältiger vorgehen.
Vielleicht sollte sich Herr Kerkeling, nach dem großartigen Misserfolg des Films „Extrawurst“, in dem er die Rolle des Heribert Bräsemann gibt (die Namen waren auch schon mal lustiger), und in den alle staatskonform relevanten Themen mit Druckluft hineingepresst wurden (auch die Stellen, wo man lachen soll), stattdessen besser darauf konzentrieren, noch ein Buch zu schreiben. Da hätte er die Ruhe und die Zeit, sich genau zu überlegen, was er sagt, und wer weiß, vielleicht käme dann auch mal wieder was G’scheits dabei heraus? Irgendwo auf der Welt, wo es nicht homophob zu geht, wie in Köln, in Berlin und in Italien. Vielleicht wäre ja Nord-Korea ein geeigneter Ort für ihn?
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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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