Schöpfung der Krone

Das Individuum ist keine Illusion

Ich stehe für Frieden.

Ganz praktisch: Ich tue Niemandem etwas.

ENDE

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Ok. Ein wenig mehr darf es schon noch werden. Obwohl es das einzige ist, dass ich von einer Öffentlichkeit erwarte. Doch es etwas ausführlicher zu formulieren, schadet ja nicht. Papier ist geduldig. Das gilt auch für Bildschirme. Auch wenn die Betriebssysteme mitunter sehr gehetzt wirken.

Keine bange, das wird kein außenpolitischer Text. Ich schreibe direkt ans Innenministerium. Das individuelle, das Minnenministerium.

Nun gibt es die Notwehr, sich seiner selbst zu erwehren, wenn dieses selbst ernstlich bedroht wird. Ein klarer Fall: Eine Bedrohung unschädlich machen. Dazu gilt es zunächst, sich selbst, dieses schützenswerte Selbst nämlich, unschädlich zu gestalten.

Der Urheber eines Übels, ist immer das momentane Ende einer Gewaltkette. Woher kommt es also, dass Üble? Welches Übel machte den Täter, welches Übel den Täter, welcher den Täter machte, welches Übel wiederum tat dem Täter das an, welches ihn zum Täter macht? Es ist unerheblich. Es bleibt das Selbst schützenswert, egal von welchen Mitteln es angegriffen wird. Jede Gewalt ist ein Angriff auf das Selbst.

Der Ursprung des Üblen, ist das Gute. Neid z.B. entspringt dem schönen Glück eines anderen. Das Gute gebiert alles, auch seine Feinde. Der Teufel ist Gottes neidische Nachgeburt. Kannste ihn selbst fragen. Vielleicht formuliert er es aber anders. Sei's drum.

Die einzelne Tat gibt Aufschluss über den Einzelnen. Der Einzelne Aufschluss über sein Ganzes. Sein Ganzes ist sein Stück des Kollektivs. Sein Kollektiv ist Teil des Ganzen, dass Ganze Teil ist die Summe vieler "Selbst's". Wo man den Fokus setzt, bestimmt das wahrgenommene Motiv, welches man blickt.

Der Mörder tötete einen Menschen. Dem Mörder wiederum wurde vorher sein Selbst getötet oder verletzt, durch Erfahrung und Überzeugung von der Gutartigkeit oder Notwendigkeit, dass Gewalt angebracht sei. Doch ‘tot’ ist es selbst dann nicht.

Das Selbst selbst ist es, welche die Gewalt zur Notwehr erklärt, denn das Innere sträubt sich gegen Tyrannei und auch dagegen, sie zu rechtfertigen. Sie muss angebracht dargestellt werden, sonst ist es das eigene Gewissen, welches das Selbst zur Vernunft und Verantwortung ruft: Glauben wir nicht daran, dass Richtige zu tun, gehen wir an der Bürde zugrunde. Das Schuldgefühl, die aufrichtige Reue, wird raumgreifend und verunmöglicht von dort aus das eigene Leben. Sie frisst alles Glück vom Buffet und hinterlässt einzig den Wunsch zur Wiedergutmachung.

Es gibt einen gewaltigen Haken daran: Das Hirn, der Intellekt, der Glaube, die Sprache, die Weltanschauung, man nenne es wie man möchte, kann einfach alles rechtfertigen, unabhängig davon wie offensichtlich der entstandene Schaden ist.

Rauchen? Entspannung. Kreuzzüge? Christliche Mission. Folter? Verbrechensbekämpfung. Mord? Gerechtigkeit. Vergewaltigung? Naturgesetz. Lügen? Halbwahrheit. Prügel? Erziehung. Sprengstoffanschlag? Verteidigung. Zensur? Schutz.

Auch umgekehrt funktioniert das natürlich, behaupten lässt sich alles. Sprache hat da keine Einschränkung.

Ich bin ein pinkes Nilpferd mit einem silbernen Horn und Taubenflügeln, flattere durch die Fußgängerzone und lasse es hausgemachte Mayonnaise auf Pommes Frittes regnen.

Bombardierung? Friedenseinsatz. Rebellion? Terror. Terror? Präventivschlag.

Ein fühlendes Individuum erkennt die Gewalt. Ein wahrnehmendes Individuum erkennt eine Darstellung.

Während des Corona-Lockdowns saß ich einmal während einer Freistunde auf dem menschenleeren Pausenhof der Berufsschule und las ein Buch. Ein weiblich gelesener Lehrkörper kam stramm auf mich zu:

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"Name und Klasse".

"Hallo und Guten Tag."

Schweigen.

"Ich warte."

"Ich lese."

Schweigen.

"Mitkommen."

"Wie wäre es mit "weitergehen"?

"Maske auf."

"Wozu?"

"Das glaub ich ja wohl jetzt nicht: Damit sie die Leute nicht in Gefahr bringen."

"Welche Leute?"

"ALLE Leute."

"Hier sind nur sie uns sie kamen freiwillig."

"Maske auf, oder Schulverweis."

"Oder sie gehen weiter und nichts passiert."

"Damit du dann hier die Leute in Gefahr bringst?"

"Gute Frau, sie tragen selbst keine Maske. Und sie laufen durch das gesamte Gebäude. Niemandem ist etwas geschehen."

"Ich bin Lehrerin. Ich teste mich jeden Tag."

"Sie sind eine Idiotin und fordern meine Geduld heraus."

"Das wird für dich ein Nachspiel haben. Maske auf."

"Diese Unterhaltung ist beendet. Guten Tag."

"Das entscheidest nicht Du."

Schweigen.

Sie ging. Kehrte zurück. Mit zwei männlich auftretenden Kollegen.

"Würdest du bitte eine Maske aufsetzen?"

"Hallo. Hätten sie bitte die Güte, mich nicht in ihrer Freizeit zu belästigen? Ich lerne gerade."

"So einer also."

Schweigen.

"Entweder du setzt jetzt die Maske auf, oder wir müssen dich vom Schulgelände entfernen."

"Viel Erfolg."

"Ich soll also die Polizei rufen? Hab' ich kein Problem mit."

"Wenn sie sich dann sicherer fühlen, nur zu. Ist mir Recht."

Schweigen.

"Setz einfach die Maske auf."

"Wozu."

"'Wozu'. Du hast schon mitbekommen, was hier los ist, oder?"

"Ich lese allein im Freien ein Buch und werde von ihnen und ihrer Kollegin bedrängt, imaginäre Personen zu schützen, die sich außerhalb meiner Sichtweite befinden. Sie unterstellen mir, eine Bedrohung zu sein, während sie freiwillig auf mich zukamen. Meinen sie das?"

"Das glaub' ich wohl jetzt nicht."

"Genau. Sie verstehen meinen Unmut also."

"Wenn du nicht bei Pausenende verschwunden bist, ruf' ich die Polizei."

"Das wird nicht nötig sein. Bei Pausenende werde ich bereits wieder in der Klasse sein."

"Hast du überhaupt eine Maske."

"Ja."

"Warum trägst du sie dann nicht auf dem Schulgelände? Das ist eine Vorschrift, Freundchen."

"Weil ich mich im Freien, mutterseelenallein auf einer Bank lese, bis sie und ihre Kumpane beschlossen haben, meine Zeit zu vergeuden. Freunde werden wir in diesem Leben nicht mehr."

Ding Dong.

"Ey, komm, dass wird mir hier langsam zu doof."

"Schon haben wir etwas gemeinsam. Schöne Pause."

Nahende maskierte Mitschüler erscheinen.

"Ey Digga, was wollen die von dir."

"Moin. Dass ich Niemanden anstecke."

"Haha, warum kommen die dann zu dir?"

"Das habe ich sie auch gefragt. Aber sie wollen lieber die Polizei rufen."

"Geht der in eure Klasse?"

"Nö. Warum haben sie eigentlich selbst keine Maske auf?"

"Weil wir mit eurem Freund hier diskutieren müssen."

"Er ist nicht mein Freund. Und finden sie nicht das, dass irgendwie... sorry, richtig dumm ist?"

"Regeln sind Regeln."

"Und Dummheit ist Dummheit."

"Vorsicht."

"Nicht nötig. Ich trage eine Maske. Würden sie bitte ab sofort Abstand zu mir halten? Ich fühle mich langsam ernsthaft belästigt."

"Unglaublich."

"Schön, dass sie das einsehen."

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In dieser Geschichte taucht ein "gefährlicher Gefährder" auf, der seine Mitmenschen"willentlich in Gefahr bringt". Erkennen sie ihn? Tut mir Leid:

Der Gefährder ist frei erfunden. Doch diese Geschichte hat sich wirklich so zugetragen.

Drei Zeugen berichten übereinstimmend, einen gewaltbereiten Gefährder gesehen zu haben. 12 Zeugen berichten, drei Dullis und einen komischen Typen gesehen zu haben, aber keinen Gefährder. Zwei Zeugen berichten, sogar drei Gefährder gesehen zu haben. Was wirklich geschah, werden wir vielleicht nie erfahren. Keiner der Beteiligten ist dabei verletzt worden.

Ein souveräner Mensch zeichnet sich dadurch aus, das er gelernt hat, reale Bedrohungslagen von irrationalen Ängsten und harmlosen Situationen zu unterscheiden. Diese spezielle Fähigkeit ist die berufliche Grundlage von Leibwächtern, Soldaten und Security, allerdings ausnahmslos für jeden Erwachsenen wertvoll. Auf welchem Weg man diese Souveränität erlangt, ist dabei nicht ausschlaggebend. Die Fähigkeit ist universell. Einen hundertprozentigen Schutz, gibt es nicht, nie und nirgends. Auch vor Fehleinschätzungen oder Unfällen ist man nicht gefeit. Souveränität kann das nicht verhindern, aber sie ist erforderlich, um diese Feststellung überhaupt treffen zu können.

Wie auch immer man es nennt: Während ein Mensch atmet und liest, ist er keine Gefahr.

Er wird erst dann eine Gefahr, wenn jemand ihn dazu erklärt. Doch wen sollten gebildete Leser denn stören? Man frage bitte immer denjenigen, der etwas verlangt. Und sei es nur eine Reaktion.

Hör mir zu! Wir müssen! Du wirst es nicht glauben! Du bist im Gefahr! Wir werden angegriffen!

Ob es stimmt oder nicht: Es hilft sich umzuschauen. Ein Rundumblick. Auch in die Ferne schauen, in Innenräumen aus dem Fenster. Innere Gefahren sind meistens Kopfsache. Wirklich gefährliches wirkt auf Körper und Organe. Manchmal ist es harmlos, dann geht es in erster Linie auf den Geist.

Und manchmal, ist die Gewalt genau vor

unserer Nase.

Tote Winkel sind immer potenzielle Risiken, lehrt jeder Fahrlehrer. Er sagt es meistens anders: Schauen sie nach beiden Seiten, zurück und in den Spiegel.

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