Gold ist die beste Krisenwährung – ausser in dieser Krise

Ausgerechnet als im März 2026 der Krieg im Nahen Osten eskalierte, brach der Goldpreis ein. Vom Allzeithoch bei rund 5'500 Dollar im Januar verlor Gold bis Ende Juni rund 27 Prozent. Der Kurs fiel kürzlich zeitweise sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 4'000 Dollar. Silber traf es noch härter. Vom Allzeithoch bei rund 120 Dollar im Januar fiel Silber auf unter 60 Dollar. Ein Minus von rund 50 Prozent. Viele Anleger waren überrascht.

Die drei Hauptgründe für Kursrückgang beim Gold

Erstens: Zwangsverkäufe der betroffenen Länder um die Liquidität zu erhöhen. Die Türkei war am stärksten betroffen. Die türkische Zentralbank verkaufte allein in den zwei Wochen nach Kriegsbeginn rund 60 Tonnen Gold. Damit wollte sie die Lira stützen und den massiven Kapitalabfluss abfedern. Indien reduzierte seine Goldreserven ebenfalls, als die Rupie unter Druck geriet und die Notenbank Liquidität in Dollar benötigte. Dies sind belegte Fakten aus den Daten des World Gold Council. Die Zentralbanken insgesamt wurden im März 2026 erstmals seit langer Zeit zu Nettoverkäufern. Türkei und Russland führten die Verkäufe an.

Zweitens: Steigende Zinsen machten Gold unattraktiv. Der Iran-Krieg trieb die Inflation in den USA auf 4.2 Prozent. Die Märkte begannen, statt Zinssenkungen nun Zinserhöhungen einzupreisen. Gold wirft keine Zinsen ab. Bei steigenden Anleiherenditen schichten viele Investoren aus Gold in verzinsliche Anlagen um. Genau das geschah.

Drittens: Gold war nach drei Jahren Anstieg stark überkauft. Viele Privatanleger und Momentum-Trader hatten vom Preisboom profitiert. Als die Märkte ins Wanken gerieten, verkauften sie ihre Gold-ETF’s. Die Liquidität floss mehrheitlich in KI-Aktien. Im Einzelnen kleine Beträge, in der Summe Milliarden.

Eine überfällige Korrektur

Als neutraler Beobachter mit über 35 Jahren Erfahrung in der Finanzbranche stelle ich fest: Diese Korrektur war überfällig und gesund. Der Edelmetallpreisanstieg von Mitte 2025 bis Januar 2026 war ausserordentlich stark und nicht nachhaltig. Die Bodenbildung kann noch einige Monate dauern. Je nach Schock an den Märkten kann der Goldpreis kurzfristig nochmals sinken. Ein Platzen der KI-Blase oder eine starke Zinserhöhung der US-Notenbank wären solche Auslöser. Ich wäre überrascht, wenn die Höchststände von rund 5’600 Dollar noch im Jahr 2026 wieder erreicht würden.

Langfristig bleiben wir positiv für Edelmetalle

An den langfristigen Aussichten für Gold und Silber hat sich nichts geändert. Die Gründe sind strukturell. Die weltweiten Staatsschulden wachsen ungebremst. Die Geldmenge steigt. Das Vertrauen in den US-Dollar schwindet global. Die Überbewertungen an den amerikanischen Aktienmärkten erhöhen das Rückschlagsrisiko. Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldreserven weiter auf. Eine klare Mehrheit der befragten Notenbanken planen, ihre Goldbestände in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen. Dieser Trend dürfte anhalten.

Aktienkurs und Positionierung der RealUnit Schweiz AG

Per 30. Juni 2026 halten wir bei RealUnit rund 25 Prozent Gold und rund 12 Prozent Silber in unserem Portfolio. Physisch und sicher verwahrt in verschiedenen Hochsicherheitslagern in der Schweiz. Unserem aktuellen FactsheetJ) entnehmen Sie unsere Vermögensallokation und weitere Kennzahlen per Mitte Jahr.

Der Rückgang bei Gold und Silber hat in den letzten Monaten auch unseren Aktienkurs belastet. Das ist keine Überraschung. Unser Aktienkurs folgt dem inneren Wert der Gesellschaft. Wenn Edelmetallpreise fallen, sinkt der innere Wert. Und damit der Kurs. Diesen Kursrückgang konnten auch die zahlreichen neuen Aktenkäufe nicht kompensieren. Steigen hingegen die Preise für Edelmetalle wieder, wird sich dies auch im RealUnit Aktienkurs wieder spiegeln.

Wir haben seit anfangs März 2026 unser Portfolio defensiv aufgestellt. Unser Liquiditätsanteil ist erhöht. Ein Teil unserer Aktienpositionen ist aktuell gegen fallende Kurse abgesichert. Sollte es zu einem Aktiencrash kommen, sind wir bereit. Dann kaufen wir gezielt stark unterbewertete Unternehmen zu günstigen Preisen. Unternehmen, die unsere hohen Selektionskriterien erfüllen. Wir kaufen, wenn die meisten anderen Marktteilnehmer aus Panik und dem Herdentrieb ihre Aktien auf den Markt werfen.

Direktbesitz: Der unterschätzte Vorteil

Physisches Gold und Silber im Direktbesitz bieten einen Vorteil, der in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird: Unabhängigkeit von Gegenparteien. Die meisten Wertpapiere beinhalten eine Forderung zwischen Gläubiger und Schuldner. Wussten Sie, dass Ihr Geld auf der Bank eigentlich ein Darlehen an die Bank ist? Die Bank arbeitet mit Ihrem Ersparten für die Gewinnmaximierung. In einer Welt von wachsenden Staatsschulden, geopolitischen Verwerfungen und spekulativen Aktienmärkten wird der Direktbesitz ohne Gegenparteirisiko zu Finanzdienstleistern immer wichtiger.

Neu: Die RealUnit Mobile Wallet

Genau diesem Gedanken folgen wir konsequent. Der RealUnit-Token ist seit 2022 eine Namensaktie der RealUnit Schweiz AG, ausgestaltet als Registerwertrecht nach dem Schweizer DLT-Gesetz (Art. 973d ff. OR) auf der Blockchain. Der RealUnit-Token ist damit kein Versprechen auf die Aktie, er ist die Aktie.

Heute gehen wir einen Schritt weiter. Wir haben diese Woche unsere Mobile Wallet App veröffentlich. Interessenten können damit den gesamten Prozess vom Kauf bis zur Verwahrung unserer Aktientoken einfach und bankenunabhängig umsetzen. Nach meinem Kenntnisstand ist RealUnit die weltweit erste börsenkotierte Investmentgesellschaft, die ihren Investoren ein firmeneigenes Wallet für die kostenlose Verwahrung der eigenen Aktien anbietet.

Damit bieten wir Menschen, welchen den Direktbesitz von Sachwerten schätzen, Gegenparteienrisiken vermeiden möchten und sich nicht selber um die Verwaltung kümmern möchten, eine spannende Alternativ an. Willkommen in der Welt der Finanziellen Souveränität.