Uneingeschränkte Sterbefreiheit

In einem freiheitlich-demokratischen Land darf jeder sterben, wie er will! Der neue Katalog mit erweiterten Todesursachen ist da!

Mit den Stimmen der EU-Parlamentarier, die bereits in Urlaub waren und als Ja-Stimmen gewertet wurden, konnte das Gesetz zur freien Wahl der Todesursache auf dem Totenschein mit knapper Mehrheit durchgebracht werden.

Bestandteil dieses innovativen Gesetzes war auch die Abschaffung der Triage. Jeder Mensch kann jetzt selbst frei entscheiden, ob er behandelt werden oder lieber gleich sterben möchte.

Man ist hier dem Ruf von Organisationen gefolgt, deren Anhänger mehr Angst vor einem Leben in totalitären Verhältnissen haben, als vor dem Tod und dem Beisetzen in Erde, die noch demokratische Bestandteile enthält.

Nach jahrzehntelangen langweiligen, oft jahreszeitenbedingten Aufs und Abs in der Erfassung der Sterbefälle in Deutschland, durfte man sich erst vor kurzem erstmalig aussuchen, ob man an oder mit Corona gestorben sein möchte. Viele entschieden sich für -an-, als letzter patriotischer Akt zur Erleichterung der Darstellung in Statistiken und Modell-Hochrechnungen.

Rund 300.000 alte Menschen durften sich frei dafür entscheiden, endlich wenigstens einmal ihre Ruhe vor der ewigen zu haben. Und als man ihnen diesen Wunsch erfüllte, sie isolierte, wie in Spanien und anderswo sogar nicht mehr richtig versorgte, lästige Verwandtenbesuche von ihnen fernhielt, nutzten diese raffinierten, lebenserfahrenen Alten die Gelegenheit schamlos aus und starben einfach dahin. Das ist der einzig wahre Hintergrund, der auch zu den Bildern von Bergamo, die um die ganze Welt gingen, geführt hat, wo aufgrund eines fehlenden Weitwinkelobjektivs nicht der Anfang und das Ende der LKW-Kolonne gezeigt werden konnte, und daher nach wie vor steif und fest behauptet wird, dass es sowohl links, als auch rechts im Bild gar nicht mit Fahrzeugen weiterging. Wie vor einem Steh-Urinal, ist die Kolonne oft kürzer, als man denkt.

Mit der uneingeschränkten Verteidigung der Demokratie in der Ukraine, -Slawa, Slawa-, wurde das Sterben erfolgreich aus den USA und Europa direkt dahin outgesourced, wo auch genug Braune Erde für Gräber vorhanden ist. Kurze Wege zu den Beisetzungsstätten der Restbestände einst vollständiger, überwiegend junger Leiber, Erfüllung des Lieferketten-Gesetzes, da von Anfang an klar war, woher die sinnlosen Toten kommen, also von der Front, eindeutige Todesursache: Gefallen für das ukrainisch-korrupte Vaterland, Slawa Ukraine – Der Soldat ist tot, es lebe die Ukraine. Was sind schon ein paar lausige Millionen Tote gegen die Milliarden, die man in die neu-nazistischen Strukturen der Ukraine pumpt.

Das gefiel aber vielen Deutschen nicht, sie wollten doch auch mal den Nervenkitzel der Todesangst erleben. Gesagt – getan. Seitdem tut die beste Regierung, die Deutschland je hatte, alles, um endlich mal wieder das Sterben durch Krieg im eigenen Land erleben zu dürfen. Ist ja schließlich auch schon wieder rund 80 Jahre her. Wir eskalieren wirklich nach Kräften, wo es nur geht, doch bislang konnten wir den bösen Russen noch nicht dazu bewegen, uns endlich mal so richtig auszupeitschen. Ja, du Sau, mach mir endlich den Bären!

Das Auswärtige Amt plant demnächst Unsicherheitshinweise für Länder herauszugeben, in denen die Wahrscheinlichkeit am größten ist, ums Leben zu kommen. Wer den Gefahren für Leib und Leben erlegen ist, darf in seinen Totenschein hineinschreiben lassen: Tod durch Reisefreiheit.

Das Thema Freiheit zieht sich in Sachen Sterben wirklich wie ein roter Faden durch den Teil der Gesellschaft, der es nicht mehr erwarten kann, bis die Unseredemokratie in Deutschland endlich vollendet ist.

Bis es so weit ist, hat man sich eine Übergangslösung ausgedacht. Was liegt da näher, als wieder einmal den für alle doch eher unangenehmen Sommer zu bemühen, die oft rekordistischen Temperaturitäten zum Anlass zu nehmen, dass man sich jetzt sogar als Hitzetoter registrieren lassen kann, selbst, wenn man ertrunken ist, oder gar einer langen Krankheit erlegen ist. Freie Todesursache für freie Bürger.

So konnte auch verhindert werden, dass etwa Klimaanlagen in Krankenzimmer eingebaut werden, was das Sterben wohl doch eher verhindert, statt beschleunigt hätte. Wenn man es denn nun schon vor sich hat, dann will man es ja auch schließlich schnell hinter sich bringen. Getan ist getan. Ein kühles Krankenzimmer würde diese stets freiwillig getroffene Entscheidung nur behindern und hinauszögern. Wohlmöglich würde man vielleicht noch ein halbes oder gar ganzes Jahr geschenkt bekommen, wer will das schon?

Deutschland entwickelt eine völlig neue Sterbekultur: Entdecke die Möglichkeiten im Land der Vielfalt von Todesursachen, bei denen für jeden etwas dabei ist, was ihm sicher gefallen wird.

Wer noch weitere gute Ideen für Todesursachen hat, möge diese bitte schriftlich beim Gesundheitsministerium einreichen. Diese werden dort eingehend geprüft und bei Gefallen im Register für Todesursachen auf dem Totenschein als weitere Auswahl ergänzt werden. Einfaches Ankreuzen in einem leicht verständlichen Formular, Bürokratieabbau auch als Ausdruck der uneingeschränkten Sterbefreiheit in einer dahinsiechenden Demokratie. Was will man mehr?

 

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(Bild von pixabay)