Diejenigen, die schon viel früher damit angefangen haben, erleben sich jetzt als ungeduldig, diejenigen, die noch gar nicht damit angefangen haben, wissen gar nicht, was man von ihnen will
Anlass für diesen Text ist der interessante Beitrag „Audimax: Hans-Georg Maaßen – Die lautlose Revolution, Helmut Schelsky und der lange Marsch durch die Institutionen“ im Kontrafunk, der leider seit einigen Monaten durch Einseitigkeit (Pro-Trump/Pro-Israel) „glänzt“, hier jedoch sehr zum weiteren Nachdenken anregte.
Hier zunächst einige Auszüge dessen, was Hans-Georg Maaßen darüber berichtet:
Verstehen:
1) Eine Methode verliert einen Teil ihrer Wirkung, wenn sie erkannt wird. Ein Zaubertrick funktioniert nur so lange, wie das Publikum nicht versteht, wie er funktioniert.
2) Pluralität wiederherstellen.
3) Leistung, Eignung, Befähigung statt Gesinnung, Herkunft, Geschlecht. Das Beste, nicht das Bequemste.
4) Die Institutionen müssen wieder ihre Aufgabe erfüllen. Die Polizei soll Straftaten bekämpfen, der Verfassungsdienst soll wirkliche Terroristen, Spione, Saboteure beobachten. Die Universitäten sollen forschen und lehren, der Rundfunk soll informieren.
5) Wir müssen der Macht misstrauen. Der Liberale: Gerade, weil sie sich für die Guten halten, muss ihre Macht begrenzt werden, Föderalismus, freie Medien.
6) Wir müssen wieder lernen, den politischen Gegner als Gegner zu behandeln, nicht als Feind. Keine Demokratie kann auf Dauer funktionieren, wenn die eine Hälfte glaubt, die andere Hälfte müsse politisch ausgeschaltet werden.
Es braucht politischen Mut. Handeln tun Lehrer, Richter, Polizisten, Beamte, Unternehmer.
Der erste Schritt ist die Entzauberung.
Aussprechen! Nicht einschüchtern lassen, sondern handeln mit den Mitteln, die eine freiheitliche Gesellschaft stark machen: Wahrheit, Recht, Vernunft, Pluralismus, Verantwortung, Mut.
So viel aus dem Beitrag.
Anknüpfend an den letzten Satz:
Alles schön und gut. Bleibt die Frage, wie Gegenkräfte so stark werden konnten, dass es all das braucht, um sie wieder zurückzudrängen? Und würde das gelingen, wären sie dann weg oder würden sie im Verborgenen weiter „schlummern“ und nur auf eine neue Gelegenheit warten? Man kann ein Trauma verdrängen, in den letzten Winkel seines Bewusstseins verbannen, dadurch ist es aber nicht weg, es arbeitet weiter. Dort treibt es oft seltsame Blüten.
Was stimmt mit der Demokratie nicht, wenn es nötig wird, dass eine freiheitliche Gesellschaft erst wieder stark gemacht werden muss? Es scheint doch Kräfte zu geben, die in sie eindringen können, vor denen die Demokratie, in der jetzigen Form, sie nicht in der Lage ist zu schützen.
Ist da irgendwo ein Denkfehler? Ist da irgendwo sogar ein Denkfehler im „System“ Demokratie? Sollte diese nicht einmal genauer angeschaut werden? So, wie sie jetzt ist, ermöglicht sie Menschen ihre Ideologien durchzusetzen, die letztendlich dazu führen, dass Begriffe bestehen bleiben, aber ihre Inhalte verändert werden können. Aus Demokratie wird Unseredemokratie, aus Schulden wird Sondervermögen, etc., möglich dadurch, dass die Lüge Einzug halten und damit die Demokratie vergiften kann.
Am Ende sind es immer Menschen, die das Wohl und Wehe anderer Menschen in die eine oder andere Richtung lenken können, und es sind Menschen, die sich lenken lassen, oft mehr in die für sie falsche, statt in die richtige Richtung.
Es bräuchte etwas, dabei entsteht Widerstand das Wort System gebrauchen zu wollen, dass die Menschen quasi vor sich selbst schützt, weil es wenig politisch Interessierte und von Natur aus vollkommen normal einfach strukturierte Menschen (das ist keine Überheblichkeit, sondern die Beschreibung einer Tatsache), die gerne die Meinung anderer übernehmen, immer geben wird.
Es wäre wirklich wichtig einmal genau darauf zu schauen, wie die Menschen wirklich sind.
Es bräuchte ein Miteinander der Menschen, das sich daran orientiert, wie der Mensch selber ist. Wie ist er aufgebaut, wie ist er leiblich organisiert, wie „funktioniert“ er? Was macht ihn krank, was hält ihn gesund?
Man könnte auch sagen, ein totes System müsste verlebendigt werden.
Kriege würden unmöglich werden, wenn das Bewusstsein da wäre, wenn die Menschen so empfinden würden, als seien die Kriege ein Angriff auf ihre eigene Gesundheit, und weiter, dass klar wäre, das alle Menschen so empfinden.
Machtansammlungen einiger Weniger müssten verunmöglicht werden.
Es müsste ein natürlich empfundenes, selbstverständliches Bedürfnis sein, das Miteinander als Einzelner mitgestalten zu wollen, ausgehend von der Grundhaltung: „Was Du nicht willst, das man Dir tu‘, das füg auch keinem andern zu.“, und dem Grundsatz, dass die eigene Freiheit da endet, wo sie die Freiheit des anderen einschränkt.
(Das hat nichts mit Naivität zu tun, sondern kommt dabei heraus, wenn man die eigene Schere im Kopf entfernt.)
Das Denken der Menschen ist derzeit so festgefahren, über Jahrzehnte auf festgelegte Denkbahnen gelenkt worden, dass viele sich gar nicht mehr trauen, aus diesen festgelegten Denkstrukturen auszubrechen. Angst, wie bei Corona, und das aufrecht erhalten Wollen des Lebensstandards, der Kampf um die eigene Existenz begünstigen den denkerischen Schienenverkehr.
Hier wären Philosophen, Freigeister, Quer- und Selbstdenker gefragt, die sich noch ihre Denkelastizität erhalten haben und noch in der Lage sind, systemfrei zu denken.
Das derzeit herrschende, festgefahrene Denken bringt vor allem Argumente hervor, warum, was auch immer, nicht geht, statt darüber nachzudenken, wie man was möglich machen kann, damit es geht.
Durch die selbstangelegten Scheuklappen tragen die Menschen zu ihrer eigenen Selbstverdummung bei, sie beschränken ihren eigenen Horizont, statt sich auf die Erweiterung zu konzentrieren. Ergebnis sind dann solche Sprüche wie: „Was kann ich alleine denn schon ausrichten?“ Sie erkennen dabei nicht, dass Millionen von Menschen genau dasselbe denken und kommen nicht auf die Idee, dass Millionen Menschen durchaus etwas bewirken könnten, wenn sie in die andere Richtung denken würden: Welchen Beitrag kann ich leisten, in meinen Mitteln und Möglichkeiten, damit sich etwas ändert, mit dem ich nicht zufrieden bin?
Hier fehlt das Bewusstsein dafür, dass das so gewollt ist. Die Menschen sollen die unendlichen Möglichkeiten gar nicht sehen, zu denen ihr schöpferischer Geist in der Lage ist, weil das für die überwältigende Minderheit derer, die die Richtung vorgeben, den Verlust der Macht bedeuten würde.
Das Ziel der Menschheitsentwicklung sind die Freiheit und die Liebe, nicht die Versklavung und der Krieg Jeder gegen Jeden. Das wäre die Aufgabe derjenigen, die den Auftrag schon verstanden haben, den anderen Menschen ihre Aufgabe bewusst zu machen. Daraus würden sich alle nötigen Schritte von ganz allein ergeben, die nötig wären, um den nächsten Schritt in der gesamten Menschheitsentwicklung zu gehen. Man kann jederzeit damit anfangen.
Die Zeit der Aufklärung, des Materialismus, der Entwicklung des logischen Denkens, dem kleinen Einblick in die Naturgesetze, die Entwicklung der Naturwissenschaften war richtig, wichtig, gut und nötig, um wieder daran zu erkennen, dass wir geistige, „göttliche“ Wesen sind.
Jetzt wäre es an der Zeit, wieder an unseren „geistigen“ Ursprung anzuknüpfen, das Menschsein und das Miteinander so zu gestalten, dass es menschenwesensgerecht ist, und wir nicht nur Kohlenstoffeinheiten sind, die mit Hilfe von transhumanistischen Möglichkeiten zu „Übermenschen“ gemacht werden sollen, weil das das Potenzial der Menschen einschränkt und sie vom natürlichen Weg ihrer Entwicklung abbringt.
Dazu sind Informationen nötig, die in den Menschen den Funken entzünden, sich ihrer selbst gewahr zu werden, ihren inneren unzerstörbaren Wesenskern zu erkennen. „Erkenne Dich selbst“ ist die Aufgabe, die uns zerstörerische Kräfte noch nie so deutlich, wie jetzt, wo alles auf dem Kopf steht, vor Augen führen.
Das, wenn man so will „Böse“ ist nicht da, um uns zu zerstören, sondern damit wir daran erkennen, wer wir eigentlich sind und was wir wirklich wollen, und das ist das Wahre, das Schöne und das Gute, weil wir Menschen genau daraus selbst bestehen.
Die Menschen wollen in einem Milieu leben, das ihnen ähnlich ist. Es ist ihre Aufgabe, die Voraussetzungen dazu zu schaffen, sich das Umfeld selbst zu gestalten, denn die „Götter“ haben uns Menschen in die Selbstverantwortung entlassen. Jetzt sind wir dran.
(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
(Helfen Sie, dass das nicht zensierbare pareto-Projekt weiterwächst. Leiten Sie Artikel, die Sie auch in den telegram-Kanälen finden, an Menschen weiter, von denen Sie sich vorstellen können, dass sie sich dafür interessieren.)
(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild von pixabay)