Der Schrei – von Edvard Much

Wer kennt das Bild nicht – an den Kopf gepresste Hände, die Augen weit aufgerissen. Hier neue Interpretationen:

Interpretation aus Sicht der Politiker und „Qualitäts-Medien“:

Wir erklären uns zu Tode, aber ihr wollt es einfach nicht verstehen, ihr wollt es nicht hören! Wir haben nicht die Deutungshoheit, aber wir wissen, was die absolute Wahrheit ist. Es ist unsere verdammte Pflicht, sie auf allen Kanälen zu verbreiten. Es ist uns unerklärlich, warum ihr uns auf einmal nicht mehr vertrauen wollt, nach so vielen Jahren, in denen das ganz anders war. Wir sind die Experten, wir wissen, was gut für euch ist. Wir können in Zusammenhängen denken, zu denen ihr nicht in der Lage seid. Aber es macht keinen Sinn, euch das zu sagen, ihr würdet es eh nicht kapieren. Und alles können wir euch nicht sagen, das ist eine Frage des Staatswohls, das können nur wir entscheiden.

 

Interpretation aus Sicht des Mainstreams:

Guckt euch mal den an, er will schreien, aber es kommt kein Ton aus ihm heraus. Wir hören nichts, was will er uns wohl sagen? Warum ist er so verzweifelt? Armer Kerl! Gehen wir mal weiter, wir können ja sowieso nichts tun, irgendeiner wird sich schon um ihn kümmern. Da fällt mir gerade ein: Wann kommt Tante Helga nochmal zu Besuch, am Samstag oder am Sonntag? Hast Du eigentlich die Balkontür zugemacht?

 

Interpretation aus Sicht derjenigen, die sich nicht den Mund verbieten lassen:

Wir brüllen euch inzwischen die Realität entgegen, wir sind schon ganz heiser vor lauter Schreien und der Kopf zerplatzt uns bald. Anfangs haben wir es im Ruhigen versucht, sogar mit Samtpfötchenstimme, ihr wolltet einfach nicht zuhören. Es ist zum Verzweifeln. Wir reden uns die Seele aus dem Leib und ihr schaut uns an, wie eine Kuh wenn es wittert. Bekommt ihr wirklich nicht mit, was hier los ist? Wie kann man nur so ignorant sein? Wie lange wollt ihr noch den Kopf in den Sand stecken? Ihr seid doch die ersten, die anfangen zu weinen, wenn es zu spät ist. Wir ahnen schon, was dann wieder kommt. Der bewährte Spruch: Das konnten wir doch alles zum damaligen Zeitpunkt nicht wissen. Doch, konntet ihr, wenn ihr uns nur zugehört hättet. Es ist, also ob man gegen eine Wand spricht. Was hat man mit euch angestellt, dass euch eure ganz normalen, menschlichen Reaktionen abhandengekommen sind? Wo ist euer Verstand geblieben?

Weil es sein muss: Wir werden „unsere“ Blase so lange weiter mit Berichten über die Realität fluten, bis sie platzt. Dann seid ihr es selber schuld, wenn der ganze Mist, vor dem wir uns seit Jahren nicht verstecken, auf einmal über euch herniederprasselt und euch umhauen wird. Ihr wolltet es so!

 

 

 

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)