Platon schrieb ein Muster vor über 2400 Jahren nieder für die Nachwelt – und es wirkt heute noch erschreckend vertraut.
Was Platon schrieb
Platon beschreibt in «Der Staat», wie jede Regierungsform letztlich an sich selbst zugrunde geht.
Er zeichnet einen Zyklus: Am Anfang steht die Aristokratie (Herrschaft der Besten), regiert von den wahrhaft Besten. Doch mit der Zeit tritt an die Stelle der Weisheit die Ehre, was zur Timokratie, (Herrschaft der Angesehenen oder Herrschaft der Besitzenden, auch Geldaristokratie) führt. Wenn dann Reichtum über Ehre gestellt wird, entsteht die Oligarchie (Herrschaft von wenigen). In der Folge revoltieren die Armen – die Demokratie (Herrschaft des Volkes) entsteht. Doch eine Freiheit ohne Mass und Weisheit führt ins Chaos. Aus diesem Chaos erhebt sich die Tyrannei – verkörpert durch eine Figur, die Ordnung durch absolute Kontrolle verspricht.
Jede dieser Staatsformen trägt den Keim ihrer eigenen Zerstörung in sich:
- Die Jagd nach Ehre korrumpiert Weisheit.
- Die Gier nach Geld korrumpiert die Ehre.
- Masslose Freiheit korrumpiert schliesslich die Verantwortung.
Was dabei auffällt: Jeder Übergang scheint im jeweiligen Moment plausibel. Aber der Gesamtverlauf entfernt sich immer weiter von der Gerechtigkeit.
Philosophen wissen mehr
Am 2. Februar 1905 wurde in Sankt Petersburg Alissa Zinovievna geboren, eine Philosophin und Schriftstellerin russischer Herkunft, die in der literarischen Welt besser unter dem Namen Ayn Rand bekannt ist.
Sie erklärte:
„Wenn du erkennst, dass du die Erlaubnis derer brauchst, die nichts produzieren, um etwas zu schaffen; wenn du siehst, dass das Geld nicht zu denen fliesst, die Güter, sondern Gefälligkeiten tauschen; wenn du erkennst, dass viele nicht durch Arbeit, sondern durch Korruption und Beeinflussung reich werden und dass die Gesetze dich nicht vor ihnen, sondern sie vor dir schützen; wenn du entdeckst, dass Korruption belohnt wird und Ehrlichkeit zum Opfer wird, dann kannst du ohne den Schatten eines Zweifels behaupten, dass deine Gesellschaft dem Untergang geweiht ist. “
Diese Worte klingen wie eine zeitlose Wahrheit, wie eine Warnung, die in den Marmor der Zeit gemeisselt ist.
Zeitlose Wahrheit
Beide Philosophen beschreiben einen Zyklus der von Ehre zu Weisheit zu Gier zu Korruption gelangt. Zentral dabei ist immer eine Gesellschaft und eine Herrschaft. Zwei Klassen die sich gegenüberstehen mit unterschiedlichen Vorstellungen und Werten. Dabei wird oft vergessen, dass wer in der Klasse der Herrschaft sitzt, das vorherrschende System zu seinen Gunsten lenkt. Die Gesetze werden so gemacht, dass sie nur für die Gesellschaft verpflichtend wird.
Steuern werden so festgehalten, dass nur das gemeine Volk – was den Grossteil der Gesellschaft ausmacht – zu gelten hat. Dabei sind der Fantasie des Eintreibens von Steuern keine Grenzen gesetzt. Jüngstes Beispiel ist die Besteuerung der Atemluft. Viele Befürworter des Klimawandels glauben, dass wenn das CO2 durch Zertifikate belegt, zum Einsatz kommen, das jeden betrifft in der breiten Masse, auch die Befürworter. Dabei verstehen die wenigsten, dass dies nur eine andere Form der Geldeintreibung ist. Die Herrschenden besitzen weiterhin mehr Häuser als sie jemals bewohnen können, mehr Autos die sie fahren und Privatflugzeuge die sie an jeden Platz der Welt fliegen. Damit ist ein System integriert, welches nur für die eine Klasse dieser zwei Klassen gilt.
Folglich richtig wäre es, dass entweder jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten sich an dieses System hält oder gar keiner. Dieses System wird, wie oben von den beiden Philosophen beschrieben, seit Jahrtausenden umgesetzt. Es wäre nun an der Zeit dieses System zu durchbrechen und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
"Es geht nicht darum das System zu bekämpfen. Es geht darum das System aus den Köpfen der Menschen heraus zu bekommen."
Jens Lehrich, Fair Talk
Wie kann dies erreicht werden? Indem wir, das Volk, uns der Herleitung dieser Systeme bewusst werden und nicht alles machen was uns – auch über Gesetze – vorgelegt wird. Wenn wir wirklich eine echte Demokratie wollen – also eine Herrschaft des Volkes – dann müssen wir dies Einfordern und auch die Verantwortung dazu übernehmen.