Wochen-Bericht: 5. bis 11. September. Mit viel Sachsen-Anhalt, einem Windrad und natürlich mit der Mutter aller Verschwörungen.
250 Zuschauer und dreimal ein volles Haus: Das ist die Bilanz der Waldgespräche mit Gerd Reuther, Robert Stein und Friedrich Pürner. Also: ein Erfolg. Viel mehr Leute hätten wir gar nicht hineinbekommen in den ausgebauten Speicher auf einem Bauernhof vor den Toren von Regensburg. Ich verzichte hier darauf, den Ort zu nennen, obwohl die lokale Antifa inzwischen ein langes Dossier über das Besitzerpaar veröffentlicht und dabei neben unserer Veranstaltung auch einen Auftritt von Kayvan Soufi-Siavash genannt hat. Wenn man so will: Cancel Culture bei der Arbeit.
In einem Dorf ohne Bahnanschluss kann man sich den Aktivisten-Tross mit Plakaten, Parolen und Musik sparen. Ein digitaler Angriff reicht. Gerd Reuther fragte drei Stunden vor Beginn am Telefon, ob er gefahrlos anreisen könne, und parkte dann doch sicherheitshalber weit entfernt in einer Seitenstraße. Und auf dem Hof diskutiert die Familie, ob das Ganze diesen Stress tatsächlich Wert war und ist.
Aus unserer Sicht: auf jeden Fall. Ganz oben auf der Haben-Seite: die Besucher selbst. Einige sind mit dem Wohnmobil gekommen, und manche waren schon im letzten Jahr dabei. Ein Paar aus Karlsruhe sagte, dass sich die Reihe perfekt für einen Kurzurlaub geeignet habe. Und alle waren sich einig, dass die zweite Fragerunde, ohne Scheinwerfer und Kameras, jeweils noch besser gewesen sei als das Gespräch für den Videokanal. Wenn Sie auch wissen wollen, was besprochen wird, wenn wir „unter uns“ sind: Im nächsten Jahr gibt es hoffentlich die dritte Auflage.

Texte
Smartphonejunkies. Noch ein Argument fürs Analoge – aufgeschrieben von Donar Rau, der zeigt, wie uns das Überwachungsgerät in Hand- und Hosentasche verändert.
Hoch hinaus. Mehr Wirklichkeit geht kaum – 140 Meter über der Erde. Antje Meyen hat Thomas Horsch besucht, Windmüller aus Leidenschaft und trotzdem kein Freund der Energiepolitik.
Gefährlichster Sieger. Sachsen-Anhalt steht voller Windmühlen und hat trotzdem noch ganz andere Probleme. Rente und Bildung, Gesundheitswesen und Gerechtigkeit. Kommentar zur Landtagswahl von Bastian Werner.
Für eine neutrale Schweiz. Michael Straumann über eine Volksabstimmung, bei der es auch um das Selbstverständnis von Menschen geht, die sich für liberal halten und trotzdem Kollektivstrafen akzeptieren.
Vergesst links und rechts. Noch einmal Sachsen-Anhalt – wobei: Als Philip Manow sein Buch „Spaltungslinien“ geschrieben hat, kannte er das Wahlergebnis natürlich noch nicht. Rezension von mir.
Die Ur-Verschwörung. Der Kalender war gnädig. Ein Medien-Tresen am 11. September. Heimspiel für Helge Buttkereit.
Der Tag in drei Sätzen. Nachrichtenüberblick der Freien Medienakademie, jeden Werktag spätestens zum Abendbrot. Ganz stimmt der Titel nicht, da sich über die Woche 15 Sätze angesammelt haben.

Videos
Die Waldgespräche mit Gerd Reuther, Robert Stein und Friedrich Pürner sind noch in der Postproduktion. Also empfehle ich hier noch einmal mein Interview mit Walter van Rossum sowie den Förster Josef Erhard, der den Windmüller Thomas Horsch zum Widerspruch reizte und Anlass für unseren Besuch ganz oben war. Eher untergegangen ist meine Analyse zu den Rundfunkplänen der AfD in Sachsen-Anhalt. Könnte bald wieder aktuell werden.
Kurse
Der Bewerbungsschluss für die Herbstkurse ist abgelaufen. Wenn Sie trotzdem Interesse haben sollten: Versuchen Sie es mit einem Motivationsschreiben. Alle Termine:
24. bis 27. September 2026: Interview (Gast: Jürgen Fliege)
8. bis 11. Oktober 2026: Journalismus-Retreat
10. bis 14. März 2027: Kompaktkurs Journalismus
8. bis 11. April 2027: Intellektuelle Selbstverteidigung
Außerdem jederzeit (wochentags, Anfragen per Mail): Still bleiben, dagegenhalten, weglaufen? Wie wir im Gespräch bleiben.
Sonstiges
Fast schon eine Tradition: mein Ruderboot-Auftritt beim Sommerfest von Nuoviso in Braunsbedra. Diesmal neben Katrin Huß mit auf den Bänken: Uwe Steimle, Borris Brandt, Achim Winter und Kay Ray. Witze musste ich folglich keine machen.