Vergessene und angekündigte Kriege

Eine Offenlegung des selbstzerstörerischen Wahnsinns, der immer wieder durch Russophobie propagiert wird – von Mathias Bröckers.

Autor: Mathias Bröckers. Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben. Sie finden alle Texte der Friedenstaube und weitere Texte zum Thema Frieden hier. Die neuesten Pareto-Artikel finden Sie auch in unserem Telegram-Kanal.


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In ihrer “Chronik eines angekündigten Kriegs” haben Marc Trachtenberg und Marcus Klöckner zusammengestellt, mit welchen Schlagzeilen und Narrativen die deutsche Bevölkerung kriegsbereit und zahlungswillig gemacht wurde, um in der Ukraine gegen Russland zu kämpfen. Entstanden ist, so Michael Meyen in seiner Rezension,

“ein einzigartiges Zeitdokument, in dem der Kriegsgegner Marcus Klöckner die allermeiste Zeit in der Deckung bleiben kann. Das Material steht für sich und kommentiert sich selbst.
(…)
Historische Tiefe bekommt diese Chronik durch einen Text von Marc Trachtenberg, einem US-Politikwissenschaftler, Jahrgang 1946, der sich auf den alten und den neuen kalten Krieg spezialisiert hat und in diesem Buch die ewig junge Frage nach den Versprechen neu aufrollt, die der Westen der Sowjetunion 1990 in Sachen Nato-Osterweiterung gegeben hat. Wenn man so will: die Vorgeschichte der Vorgeschichte, die manche erst 2014 beginnen sehen und die bei Marc Trachtenberg wenigstens andeutungsweise bis zu Woodrow Wilson und Versailler Verträgen verlängert wird und bis zur Nachkriegsordnung von 1945.”

Wenn man die irrationale und geradezu idiotische Russophobie betrachtet, mit der in Deutschland und Europa erfolgreich Politik und Propaganda gemacht wird, muss man in der Vorgeschichte vielleicht noch 100 Jahre weiter zurückgehen, als unter Napoleon das vereinte Europa gegen Russland zog und geschlagen wurde. Seitdem müssen die einstigen europäischen Großmächte ihren imperialen, kolonialen Appetit bei wehrlosen Nationen vor allem in Afrika und Asien stillen, Russland steht nicht mehr auf dem Menü. Und jeder Versuch, es wieder auf die Karte zu setzen, kann nur tödlich enden. Das weiß jeder, der Nuklearsprengköpfe zählen kann, und doch kann Europa nicht davon ablassen, es zum dritten Mal zu versuchen – und nach französischer und deutscher nunmehr unter anglo-amerikanischer Führung gegen Russland zu ziehen. Um es dieses mal besser zu machen.

Es muss ein tief sitzendes, kollektives Trauma sein, eine seit Jahrzehnten, Jahrhunderten unverheilte Wunde, der Verlust einstiger Großmacht und Herrlichkeit, die im kollektiven Unbewussten in Frankreich, Deutschland, England und den anderen europäischen Ländern noch immer das irrsinnige Verlangen schürt, Russland zu besiegen. Schon steht ein uniformierter deutscher Generalmajor in Kiew und fordert: „Wir brauchen Waffensysteme, die weit (…) in die Tiefe des russischen Raumes reichen, die angreifen können (…).” – doch statt zwei Sanitätern schickt man das ZDF und lässt ihn in den Nachrichten reden. Und niemand scheint den akuten Schub von Russophrenie bei diesem Patienten wahrhaben zu wollen – die verrückte Überzeugung, dass Russland gleichzeitig extrem mächtig und extrem schwach ist, angeführt von unglaublich klugen, hinterhältigen 4-D-Schachspielern, die aber auch beschränkte Idioten sind und von jedem 4-Jährigen reingelegt werden können, mit einer starken, rohstoffreichen Wirtschaft, die eine Bedrohung für die westliche Welt darstellt, aber gleichzeitig kurz vor dem Zusammenbruch steht, wenn nur noch ein weiteres Sanktionspaket beschlossen wird – und mit einem unfähigen, schwachen Militär, das in der Ukraine kaum vorankommt, weil ihm “die Raketen ausgehen”, das aber morgen bis zum Rhein vorstoßen wird, wenn wir es nicht sofort stoppen und in der “Tiefe des russischen Raums” angreifen.


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Wer in seinem Generalstab derart aggressiv Verrückte weiter den Ton angeben lässt, statt sie mit einer Dosis “Haldol” ruhig zu stellen, muss sich nicht wundern, wenn am Ende die russische Notfallmedizin dem Hauptquartier eine Ladung “Oreschnik” verabreichen muss. (Wenn sie bis dahin genug Waschmaschinenchips für Raketen ausgebaut hat (-; ! )
Dass sich das Publikum so willig in diese Verunsicherungs-Trance wiegen lässt, dass die himmelschreienden Paradoxien der Doppelbotschaft vom gleichzeitig ultra-starken und ultra-schwachen Russland keine Aufschreie (und keine Lachanfälle) hervorrufen, sondern einfach kein Thema sind, könnte damit zu tun haben, dass sie in der Tiefe der kollektiven Seelen auf noch immer fruchtbaren, russophoben Boden fallen und Aggression wuchern lässt. Und die Enkel der Nazis “kampfbereit” und “kriegstüchtig” in den Fußstapfen der Großväter marschieren, als gäbe es kein Gestern: “Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.” (George Santayana) So macht es durchaus Sinn, dass die deutsche Regierung zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Regime keine Russen eingeladen hat – im Grunde ihres Herzens fühlen sich die Deutschen offenbar nicht befreit, sondern müssen die Niederlage vergessen machen…
Oder ist es, Psychologie der Volksseelen beiseite, am Ende nur die unersättliche Gier nach Bodenschätzen – von denen 1/3 aller globalen Energie,- und Rohstoff-Ressourcen unter russischer Erde liegen – und der Neid auf die Autonomie und Souveränität, die dieser Reichtum Russland beschert, die den Russenhass der NATOstan-Vasallen und ihres Rudelführers in Washington antreiben? Sie haben schon eine Million Ukrainer als Kanonenfutter dafür verheizt und wollen noch immer nicht einsehen, dass der Krieg verloren ist. Und dass sie keine Chance haben, ihn zu gewinnen, weil ihre “Wunderwaffen” zwar nicht viel taugen, aber viel zu viel kosten und die Ukraine in einem Monat soviel davon verballert wie ganz NATOstan in einem Jahr produziert. Und dass es idiotisch ist, Phantastilliarden für “Patriot”-Abwehrsysteme hinzublättern, die mit millionenteuren Raketen auf billige Drohnen feuern, um dann von einer einzigen Iksander zerstört zu werden. Um eine hyperschnelle Kinzhal,- oder Iksander-Rakete (geschätzter Stückpreis 500.000 $) abzufangen, braucht es 2-3 PAC-3 “Patriot”-Raketen (Stückpreis  4 Mio.$) und von denen können derzeit im gesamten Westen ca. 600 pro Jahr produziert, während in Russland pro Quartal 600 Iksander vom Band laufen.

Auch wenn man nur die Grundrechenarten beherrschen muss, um den Ausgang eines solchen Duells zu ermitteln und sich aus diesem selbstmörderischen Kampf zurückzuziehen, wollen die Nazi-Enkel Deutschland noch einmal antreten lassen. Mit Rohstoffmangel und Gier allein lässt sich ein derart selbstzerstörerisches Verlangen nicht erklären. Bleibt nur die Russophrenie, die sich auf allen Kanälen als Seuche ausgewachsen und die Gehirne weich gekocht hat. MICIMATT hat einmal mehr ganze Arbeit geleistet: nie war es leichter, dem verrückt gemachten Publikum sagenhafte Unsummen aus der Tasche zu ziehen…


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