Ja, Sie sind persönlich gemeint. Nicht irgendjemand, der irgendwann einmal diesen Text liest. Nein, Sie selbst, jetzt, in diesem Moment und auch noch in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren. Denn Sie können nicht entkommen. Es gibt keine Ausrede, keinen Ausweg, keinerlei Tricks.
Bashing – das bedeutet, jemanden schlecht zu machen, runterzumachen, salopp ausgedrückt. In den Social Media Portalen wird es in seiner extremen Form zum gefürchteten Shitstorm, der geballten Ladung von Anfeindungen. Es ist ein psychologischer Horror-Trip, so etwas zu erleben. Die gesamte Person wird - oft wegen einer einzigen Aussage (eines Tweets, eines Interviews, eines Instagram Posts) - komplett in den Dreck geworfen, selbst wenn die Aussage viele Jahre zurückliegt. Es ist das psychische Armageddon. Niemand möchte so etwas erleben. Wirklich niemand.
Jedoch erlebt das seit einigen Jahren nahezu die gesamte Menschheit! Nicht nur einige wenige Promis, bei denen sich ein Shitstorm wirklich lohnt, weil er genug Aufmerksamkeit garantiert, nein: Wir alle, wir acht Milliarden, werden mit Hass und unflätigen Beschimpfungen überzogen. Jedenfalls fast alle. Bis auf die, die den Unrat werfen.
Haben Sie sich auch schon geduckt, um der Schlammschlacht zu entkommen? Um ekligen Schuldbrocken zu entgehen? Sich hinter einem Mauervorsprung versteckt, um einer Schlammlawine zu entgehen? Nein? Dann wird es aber Zeit. Denn Sie – ja, Sie! – ganz persönlich, sind schuld. Vergessen Sie billige Ausreden wie “Ich trenne doch meinen Mülll!” oder “Ich achte doch auf meinen CO2-Ausstoß“, es wird Ihnen nichts nützen. Sie sind schuldig! Täter, nicht Opfer. Mit voller Absicht, zum persönlichen Vorteil. Das nennt man niedere Motive.
Ja, tatsächlich sind Sie persönlich gemeint. Nicht irgendjemand, der irgendwann einmal diesen Text liest. Nein, Sie selbst, jetzt, in diesem Moment und auch noch in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren. Denn Sie können nicht entkommen. Es gibt keine Ausrede, keinen Ausweg, keinerlei Tricks.
So langsam dämmert es hoffentlich. Sofern Sie Teil der Menschheit sind. Was – wenn Sie bis hierher gelesen haben – extrem wahrscheinlich ist. Also sind Sie Teil der Menschheit. Nun gut. Das wäre somit geklärt. Der erste Schritt ist getan. Nun zum zweiten. Die Anklage, die seit Jahren bekannt ist, überall zu lesen, zu hören und zu sehen, lautet: Wir machen alles kaputt! Also jeder einzelne, gerade auch DU. Du zerstörst die Wälder, die Böden, die Luft, die Gesundheit, das Klima, die ganze Erde! Es ist das größte Verbrechen, das man sich nur vorstellen kann. Alles, einfach alles, wird von DIR zerstört. Nein, nicht von irgendjemand, sondern genau von dir. Und deshalb wird dir jetzt der Prozess gemacht.
Alles ist unfassbar schlimm
Vermutlich dachtest du, das wäre alles gar nicht so schlimm. Doch! Es ist unfassbar schlimm. Die Menschheit, also Du, macht alles kaputt. Und weil Du nicht verstehst, dass es allein an Dir liegt, das zu ändern, deshalb schreiben und senden wir das jeden Tag. Du musst dich ändern! Du musst die Schuld anerkennen! Du musst die Scham tief in dir – ganz real – spüren. Denn Du bist es, der alles zerstört.
“Moment mal, ist das nicht ein wenig zu dick aufgetragen? Wenn wir das so überdehnen, dann springen die Leute spätestens hier ab.”
“Nein, nein, keine Sorge. Sie sind es gewohnt, in Schuld zu leben. Das machen sie schon seit 2000 Jahren, das ist tief im Betriebssystem namens Gewissen einprogrammiert.”
“Ach so, das war mir nicht klar. Aber erzeugt das nicht Verzweiflung, sinkenden Lebensmut und lässt die Freude am Leben verschwinden?”
“Schau an, schau an, jetzt kommst du der Sache endlich näher. Natürlich! Was denkst du denn, weshalb wir das alles inszenieren?”
“Aber wieso? Das ist doch nicht schön, die Menschen so schlecht zu machen? Oder?”
“Doch, das macht richtig Spaß. Ganz im Ernst, wenn einer glaubt, er könnte mit seinem Auto das Klima beeinflussen oder eine stellt sich mit ihrem Akku-Föhn bei Flaute aufs Feld, um die Windräder anzutreiben, das kannst du dir nicht ausdenken.”
“Ja, das sind ja auch übertriebene Beispiele. Natürlich kann kein einzelner das Klima beeinflussen oder Windräder antreiben, so etwas glaubt auch keiner. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum ihr den Menschen immer nur negative Botschaften sendet, weshalb sie immer und immer wieder an allem schuld sein sollen. Das kann doch nicht funktionieren.”
“Und wie das funktioniert. Denk doch nur, sie haben noch nie anders gelebt! Sünde, Schuld und Scham täglich, Vergebung, Glück und Freuden später, erst nach dem Tod. Das kennt wirklich jeder. Also, genau darauf bauen wir auf. Das ist das Muster, das ganz tief drinsteckt. Denk nur an eine der ältesten Geschichten der Welt, an Adam und Eva. Weil Adam Erkenntnis wollte, hat er sich versündigt. Und wurde aus dem Paradies verstoßen. Die Erbsünde, mit der jeder Christ geboren wird, war damit selbst geboren worden. Erkenntnis bedeutet Sünde, verstehst du?”
“Nein, ehrlich gesagt nicht.”
«Ich auch nicht, aber das ist egal. Wichtig ist nur, dass das in den Genen einprogrammiert ist, darauf können wir aufbauen. Nochmal für dich zum Mitschreiben: Erstens, jeder ist ein Sünder, klar? Zweitens, Erkenntnis, also selbst zu Erkenntnissen kommen zu wollen, das ist die Ursünde. Mit anderen Worten: versuche es erst gar nicht, daran ist schon Adam gescheitert. Wusstest du übrigens, dass seine erste Frau Lilith war?»
«Wie bitte? Was ist das jetzt für ein Blödsinn?»
«Na gut, das führt uns jetzt vom Thema weg. Aber du kannst es gerne einmal recherchieren, du wirst dich wundern! Gut, wo waren wir? Ach ja, die Ursünde, jeder Mensch ist von Geburt an sündig und schuldig. Es ist doch klar, dass – jetzt wo Religion immer weniger zu sagen hat – dieses tief verankerte Prinzip nicht einfach brachliegen darf. Wie soll einer denn die Leute steuern, wenn nicht mit Angst und Schuld?»
“Ja, das ist schon klar, das ist ja wirklich nichts Neues. Was mich stört, das ist, dass alle Erkenntnisse der Psychologie völlig unberücksichtigt bleiben.»
«Was soll das heißen? Wir haben unzählige Psychologen und Soziologen auf unserer Gehaltsliste. Woher stammen wohl all die unmerklichen Beeinflussungen, was meinst du?”
“Unmerklich kann man es wohl kaum nennen, wenn jeden Tag neue Katastrophen gemeldet werden und am Ende stets der Einzelne angeblich seinen Anteil daran hat. Nein, es ist sogar genau das, was ich meine. Jeder gute Therapeut weiß, dass er seinen Klienten stärken muss, wenn etwas erreicht werden soll.”
“Was meinst du denn, was erreicht werden soll?”
“Nun, dass sich mehr und mehr Menschen ihrer Einzigartigkeit, ihres Potenzials, ihrer Schöpferkraft bewusst werden. Dass sie erkennen, dass das Materielle nicht alles ist, dass Konsum nicht glücklich macht. Dass sie beginnen, neue Erfindungen zu machen, die allen zugutekommen. Und so weiter. Ich meine, es ist doch genug für alle da. Es geht mir nicht ums Verteilen, das entmündigt Menschen ja nur. Nein, sie können sich doch ihrer Energie und Potenziale viel mehr bewusst werden, dann wird automatisch vieles anders. Und besser. Warum lenkt ihr eure Botschaften nicht in diese Richtung?”
“Du hast wirklich gar nichts verstanden.”
Dieses fiktive Gespräch soll eines zeigen: den Menschen stets ihre Schlechtigkeit, ihre Bosheit und Unbelehrbarkeit vorzuhalten erzeugt zuverlässig das Gefühl von Schuld und Scham. Das eigene Gewissen verstärkt diesen Effekt immer weiter, ganz von allein. Es existiert eine Flut von Vorwürfen, Anschuldigungen und Schuldzuweisungen gegen die Menschheit insgesamt: wir zerstörten die Erde, das Klima, die Gesundheit, uns selbst.
Schulderzeugung verstehen
Diese zugewiesene Schuld hat die Eigenschaft, dass sie tatsächlich ein Eigenleben entwickelt, und zwar in jedem Einzelnen. Sie kommt und bleibt, denn es gibt keine Erlösung. Der Mensch ist schlecht, böse, rücksichtslos. Immer und immer wieder werden diese Vorwürfe erhoben. Das Ziel: Jede weitere Einschränkung von Freiheit, Selbstbestimmung und finanzieller Selbstverantwortung als notwendig zu akzeptieren. Vermögensregister, digitale ID, Kameras an jeder Ecke, Zensur, CO2-Steuer, absurde Staatsschulden und noch viel mehr. Denn nur ein starker und fürsorglicher Staat kann die unreifen Menschlein vor sich selbst bewahren.
Natürlich haben Menschen problematische Eigenschaften, die einen mehr, die anderen weniger. Doch die guten Eigenschaften überwiegen bei Weitem. Wie wäre sonst bei einer Erdbevölkerung von 8 Milliarden ein weitestgehend friedliches Zusammenleben möglich? Gar nicht. Und es ist weitgehend friedlich, in der Vergangenheit war alles wesentlich krasser. Vor allem, wenn man es auf die Zahl der paar hundert Millionen bezieht, die damals die Erde bevölkerten. Heute können 90 Prozent der 8 Milliarden gut ernährt werden, das war vor hundert Jahren undenkbar. Und nicht nur das, sie haben zumeist ausreichend Energie, die Mittelschicht umfasst etwa 1,5 bis 2 Milliarden Menschen, doppelt so viele, wie zu Beginn der Industrialisierung überhaupt am Leben waren! Die Bildung steigt unaufhörlich, Mädchen können fast überall zur Schule gehen, Männer müssen nicht im Lauf ihres Lebens zwangsläufig in den Krieg ziehen (hoffentlich) und Millionen von Menschen sind dabei, ihr Bewusstsein weiterzuentwickeln.
Deshalb: #stophumanbashing!
Jeder kann dazu beitragen, vorherrschende Narrative zu hinterfragen, in Diskussionen das Wort zu ergreifen, vor allem: die Mechanismen zu erkennen und anderen zu erklären! Wer am Tagesschau Derangement Syndrom leidet (TDS: die Angst vor einer Welt, wie sie in Tagesschau & Co erzeugt wird), der wird nach anfänglichem Widerstand vielleicht sogar dankbar sein. Denn die Idee, dass Menschen vor allem gut sind gibt Hoffnung. Und die ist bitter nötig!
#stophumanbashing!