Chuck Spezzano: Psychologie & Spiritualität
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Krieg ist, Nähe mit Gewalt herstellen wollen
Chuck Spezzano: Psychologie & Spiritualität
Wer ist Chuck Spezzano, und wie kann er uns in Zeiten des Krieges helfen?
Dr. Chuck Spezzano ist Soziologe und Klinischer Psychologe. Er lebt auf Hawaii, hat 52 Bücher geschrieben und gibt aktuell Live-Seminare in Nordamerika, Europa und Asien. Zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er mit Kriegsveteranen aus dem Vietnam Krieg, die an posttraumatischen Belastungsreaktionen litten. Zwischen 1973 und 1979 leitete er unzählige Therapiegruppen mit ehemaligen Soldaten und machte Einzelsitzungen mit Schwersttraumatisierten. Diese Arbeit war offensichtlich Ansporn für ihn, Heilmethoden zu finden, die diesen Soldaten helfen konnten. Im Laufe der Zeit entwickelte er zusammen mit seiner Frau Lency ein Heilungsmodell, welches sich „Psychology of Vision“ nennt. Chuck Spezzano verbindet hierbei (endlich wieder) Psychologie und Spiritualität.
Seine heutige Therapieform, „Psychology of Vision“, lässt sich der transpersonalen Psychologie zuordnen. Transpersonale Psychologie geht davon aus, dass es ein Bewusstsein gibt, das sich außerhalb unseres menschlichen Körpers befindet. Dieses Bewusstsein ist uns größtenteils unbewusst, bietet aber erstaunliche Lösungen nicht nur für Probleme im Alltag und in Beziehungen an. Daher wird dieses Bewusstsein in der transpersonalen Psychotherapie „sichtbar“, erfahrbar gemacht. Andere Autoren bezeichnen dieses Bewusstsein auch als den vierten Raum neben Körper, Gefühl und Verstand. Chuck Spezzano macht diese Sichtbarmachung u.a. mit einer sehr bildreichen Sprache. Zur Verdeutlichung dieser bildhaften Sprache hat er 8 Kartendecks mit Begleitbuch heraus gebracht, welche in 20 Sprachen übersetzt worden sind.
Er begreift individuelle oder globale Probleme als spirituelle Krisen und gibt daher dieser wirkmächtigen und lebensspendenden spirituellen Dimension in seiner Therapie Raum. Egal welche ungünstigen Familienmuster oder Ahnenthemen beispielsweise am Werke sind, er erkennt sie. Auch spricht er von einem „weltweiten Prinzip der Trennung“, welches zu Kriegen führt. Das Erleben fehlender Verbundenheit macht Stress, macht in letzter Konsequenz Kriege. Im Krieg nähert man sich an. Aber die Annäherung ist gewaltsam. Die gewünschte Verbundenheit kann so nicht entstehen.
Wie kann man nun auf diesen spirituellen Raum zugreifen?
Chuck Spezzano zeichnet mit Worten eine psychologisch-spirituelle Landkarte, die die natürlichen Entwicklungsschritte und Stadien der meisten Menschen auf dem Weg zur Erkenntnis beschreibt. Er bestimmt den jeweiligen Standort eines Ratsuchenden auf dieser Landkarte und normalisiert diesen. Er sagt quasi: „Du hast xy erlebt. Und deshalb ist es normal, wo Du gerade stehst.“ Er nimmt Bewertungen und Erwartungen heraus, weil diese das Wesentliche verschleiern. Wenn man ihm in Videos zuhört, dann fühlt sich das wohltuend und stimmig an. Es gibt im Netz zahlreiche schöne Videos von ihm gemeinsam mit seinem deutschsprachigen Team.
Zentrale Themen bei Spezzano sind Wut und Schuld. „Täter“ sind wütend, wollen Rache, bewusst oder unbewusst. Menschen sind dann aggressiv oder wahlweise autoaggressiv. „Opfer“ sind hingegen hilflos, fordern Unterstützung durch andere, glauben, dass sie alleine aus der Sache nicht mehr heraus kommen. Sie sehen die moralische Schuld beim anderen, haben Erwartungen. Wut und Hilflosigkeit verkeilen sich dann ineinander, weil sie sich auch irgendwie bedingen. Das eine braucht das andere. Streit ist auch eine Art von Verbindung. Man will was vom anderen. Nicht selten kennen wir beide Rollen ganz gut. Irgendwann weiß man gar nicht mehr, wer angefangen hat. Wie kommt man da heraus? Chuck Spezzano rät dazu, dem „Täter“ die gleiche angeborene Unschuld zuzusprechen wie sich selbst. Wer die eigene Unschuld wirklich anerkennt, der gesteht sie auch anderen zu. Der erkennt, dass der andere sich auch nur in Reaktionen auf erlebte Verletzungen verzettelt hat und dass die Angriffe Versuche sind, alte Verletzungen (auf meine Kosten) abzuwehren. Aus dieser Haltung einer angenommenen Unschuld für alle Beteiligten heraus, so Spezzano, könne man anders ANTWORTEN. Er sagt, dass Menschen oft REAGIEREN. Aber es gehe um ANTWORTEN. Der Unterschied sei, dass man aus einer spirituellen Sichtweise handele und nicht spontan emotional reagiere, wie wir es im Alltag meist tun. Je nach Größe der Gewalttat ist das sicherlich unterschiedlich schwierig umsetzbar, weil wir Menschen aus Fleisch und Blut sind.
Es geht ausdrücklich nicht um emotionales Bypassing, also Unterdrücken von Gefühlen. Niemand soll sich alles gefallen lassen. Es geht darum, diese Gefühle von Wut und Ärger zu spüren, aber zu verstehen, woher sie kommen. Sie kommen oft aus meiner Biografie, aus meinen Verletzungen. Deswegen muss ich dem anderen nun nicht wehtun, nicht sofort auf alles reagieren. Zwischen gesundem Abgrenzen (act like a wolf) und dem anderen wehtun, liegen Welten. Es geht darum, angemessenes Verhalten zu lernen. Wir dürfen Lernende sein. Deswegen sind wir hier.
Manchmal gibt es Wut und Ärger auch, weil jemand unschuldig getroffen wird, z.B. wenn ein Kind im Krieg stirbt. Das ist vermutlich die schwierigste Aufgabe, mit solchen Gefühlen gut umgehen zu lernen.
Menschen spüren das in jedem Falle, ob man sie verurteilt oder ob man auf einer spirituellen Ebene „versteht“, dass sie gerade nicht anders „können“. Das bedeutet nicht, dass man auf 3D Ebene gut findet, was jemand macht. Und man darf und soll sich auch gesund abgrenzen. Es bedeutet, dass man das größere Bild sehen kann bzw. dies versucht. Chuck Spezzano geht davon aus, dass die Erlösung im Weiblichen Prinzip liege. Er meint damit nicht, dass Frauen die Welt retten, sondern, dass Menschen, die begreifen und spüren können, dass sie von einer Energie, einer spirituellen Welt, von Ahnen, von Geistwesen, von Gott oder „von oben“, egal wie sie das für sich individuell benennen, geliebt, gewollt, unterstützt und voll angenommen sind, dass diese Menschen unwillkürlich in die Lage versetzt werden, ihre Gaben (Be-gabungen), also DAS GUTE, zu teilen, teilen zu wollen. Erst, wenn wir ANNEHMEN können (DAS WEIBLICHE PRINZIP), können wir etwas geben. Erst wenn wir aufgefüllt sind, können wir etwas abgeben. Dieses Auffüllen kommt von „oben“. Deswegen ist die Anbindung nach „oben“ zur spirituellen Welt so wichtig. Diese füllt uns auf. Und wenn wir uns „nach oben“ angebunden fühlen, dann können wir auch „horizontal“ auf Bindungsebene zu anderen Menschen etwas geben. Ich persönlich finde das plausibel, wenn auch nicht immer leicht. Aber wo soll die Liebe und Güte für unsere Mitmenschen her kommen, wenn nicht von uns selbst? Und die spirituelle Dimension ist quasi unsere Tankstelle.
Ein konkretes Beispiel: Mir persönlich gefallen 2 Karten aus dem 48-teiligen Kartendeck „Das Buch der Erkenntnis“, welches ich von Chuck Spezzano habe, sehr. Das ist zum einen die Karte „Sinnlosigkeit“ und zum anderen die Karte „Unschuld“. Wenn Situationen auf die Spitze getrieben werden, wie ein Krieg zum Beispiel, dann stellt das laut Chuck Spezzano die, oft leider notwendige, Vorstufe für die Erkenntnis (des Friedens) dar. „Die Sinnlosigkeit liegt nah am Ort der Erkenntnis“, so Spezzano. Damit ist die Sinnlosigkeit nicht mehr sinnlos, sondern ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erkenntnis. Und zur Unschuld sagt er:“ Die Gnade der Unschuld heilt die Illusion der Schuld und beseitigt somit die wichtigste Ursache von Leid und Grausamkeit auf der Welt.” Schuld ist eine Illusion der 3D Welt. Und wenn ich das erkennen kann, dann ist das eine Gnade, die Gnade der Unschuld.
Wir verteidigen uns, weil wir unschuldig sein wollen, dabei sind wir es schon. Der andere soll schuld sein, dabei ist auch er unschuldig.
Mir helfen diese Karten in diesen Tagen, weil ich die Bilder von blutenden Kindern und weinenden Vätern dann anders verarbeiten kann. Kriege sind demnach scheinbar ein Schritt auf dem WEG DER ERKENNTNIS zum Frieden. Und auch die, die Kriege anzetteln, sind unschuldig in diese Welt gekommen. Es geht mir hierbei nur um mich und meine innere Haltung. Im Außen ändert das erstmal nichts, es fühlt sich für mich aber besser, gut und richtig an, stimmt mich etwas friedvoller, optimistischer. Ich sehe das tiefe Leid und weiß gleichzeitig, dass auch ich oft genug in diesen menschlichen Energien drinstecke. Es ist mir, wenn ich ehrlich bin, auch nicht fremd. Wir sind alle Lernende. Und auch zu Streitigkeiten im persönlichen Umfeld kann ich mich durch diese Haltung innerlich anders positionieren. Eine persönliche Streitsituation im Außen kann ich oft nicht von heute auf morgen ändern, aber meine innere Haltung dazu. Ich bin nicht hilflos, und der andere ist nicht schuldig. Das entbindet mich von Hilflosigkeitsgefühlen, Erwartungshaltung (und Wut). Und im anderen Falle, ich bin nicht schuldig, und der andere ist auch nicht hilflos. Das entbindet mich von Schuldgefühlen und der Tendenz, immer etwas für andere machen zu müssen, weil der Klügere ja nachgibt. Der Grat zwischen gesunder Abgrenzung und einem „Zuviel“ ist schmal.
Manchmal scheint es so, dass, je weiter ein Mensch auf seinem spirituellen Weg ist, desto härter werden die Angriffe vom Außen, weil das Außen die Trennung fürchtet. Menschen mögen das nicht, wenn einer sein Licht suchen geht. Wenn man eine Lektion gelernt hat, dann wird man zum Lehrer, ob man will oder nicht. Menschen spüren das, wie weit ein Gegenüber ist. Aber genau darin liegt auch eine Hoffnung. Die anderen merken was.
Jedenfalls ist jeder in der Fülle, wenn er das fühlen kann. Und ich bin auch in der Fülle. Und deshalb, kann ich gnädig und großzügig sein. Das tut mir und anderen gut. Ich kann auf Schuldverteilung verzichten und habe die Hände frei für das Wesentliche. Jeder steht da, wo er steht. Und jeder macht das, was er kann. Und wer heute Krieg macht, macht morgen Frieden. Daran glaube ich. Jeder darf selbst in`s Fühlen kommen, sich selbst verzeihen. Ich muss anderen nichts verzeihen. Meine Aufgabe ist es, mir selbst jeden Tag meine Fülle und meine Anbindung „nach oben“ klar zu machen. Wir können uns nur selbst befüllen und ent-schulden, aus dem Käfig befreien und dann das tun, wofür wir hier sind.
Wenn wir unsere Be-gabungen und gesunden Bedürfnisse leben, dann tun wir ganz viel für diese Welt. Eine Fülle, die nichts für andere zu geben hat, ist keine Fülle. Und wer nicht in der Fülle ist, braucht auch nichts zu geben. Fülle ist eine Gnade, die einem zufließt und einen dann ganz automatisch öffnet, wie eine reife Frucht, die platzt. Man möchte das dann mit anderen teilen.
Was wir brauchen, ist mehr Stille, mehr Anbindung zur Natur, zu unseren Ahnen, zu Geistwesen, zu kollektivem Wissen, zu den Dingen, die man nicht sehen und anfassen kann, die uns aber positiv berühren, uns unterstützen, beschützen und lenken, wenn wir uns dafür öffnen. Distanz und Zeit spielt dann keine Rolle mehr. Energie folgt anderen Gesetzmäßigkeiten.
Dieses Bewusstsein verbindet uns mit anderen. Trennung hört auf. Körper, Gefühl und Verstand werden gezähmt.
Dieses Bewusstsein schenkt uns allen den Frieden. Man könnte auch sagen, dieses Bewusstsein kann dann endlich mal „durchlaufen“, durch uns durch. Es ist ja bereits alles da.
Ich fühle dann den Frieden, obwohl draußen Krieg ist. Das ist nicht verrückt. Beides ist gleichzeitig.
Das ist das neue (alte) Bewusstsein, was jetzt durch jede Fensterritze und Pore herein strömt, weil die Sinnlosigkeit auf dem Siedepunkt ist und die Schuld eine menschengemachte Illusion.
Das Bild kippt bei mir noch manchmal, aber ich sehe das immer deutlicher. Es ist bereits alles da.
Der Frieden ist bereits da.
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