Neue und alte Spannungsfelder

Jeder ist seines Glückes Schmied, wie es so schön heißt. Also wie zieht man sich am besten aus all diesen inszenierten Baustellen raus?

Was der Mensch eigentlich braucht, ist kein entspannter Zustand,
sondern das Streben und das Ringen nach einem Ziel,

das seiner würdig ist.

Viktor Frankl

US-Präsident Trump hat den Zoll-Hammer auf die Schweiz niederrauschen lassen, und das ausgerechnet an deren heutigem Nationalfeiertag, wie mein Kollege Daniel Funk kommentierte. Mit 39 Prozent zählen die angekündigten Strafzölle auf eidgenössische Waren zu den höchsten weltweit. Das bedeute eine weitere herbe Niederlage und sei bezeichnend für das ernüchternde bilaterale Verhältnis.

Spannungen tun sich derzeit mal wieder an vielen «Fronten» auf – verschiedene Meldungen dieser Art wirken indes etwas überraschend. So hat die EU angeblich eine drastische Kürzung der Mittel für die Ukraine angekündigt, falls Selenskyj weiterhin institutionelle Reformen verhindert, anstatt solche zur Korruptionsbekämpfung voranzutreiben. Demokratische Maßnahmen zu fördern, sei auch eine Grundlage für die EU-Kandidatur des Landes.

Regelrecht schockierend war die China-Drohung des britischen Verteidigungsministers John Healey. Mit seiner Erklärung, Großbritannien sei «bereit, gegen China zu kämpfen», provozierte dieser einige diplomatische Verstimmung. Kritiker bezeichneten Healeys Aussage als «unverantwortlich», auch vor dem Hintergrund, dass das Königreich nicht einmal gewillt sei, sich im Ukrainekrieg direkt gegen Russland zu engagieren.

Derweil nährt sich der Konflikt zwischen Juden und Muslimen durch Ereignisse in Jerusalem. Dort sind die Vorbereitungen für die Grundsteinlegung des «Dritten Tempels» auf dem umstrittenen Tempelberg in vollem Gange. Einen Schritt zur Realisierung dieser religiösen Vision stellt das Auftauchen eines geeigneten Opfertiers, einer makellosen roten Kuh, dar. Die erhoffte Ära des Friedens dürfte das Bauprojekt allerdings kaum bringen.

Im Spannungsverhältnis zwischen Propaganda und Wirklichkeit lösen sich ganz langsam die falschen Versprechen über Elektro-Autos auf. Die Entscheidung der US-Großreederei Matson, wegen der Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Batterien keine E-Fahrzeuge mehr zu transportieren, ist ein weiteres Symbol für eine ernüchternde Erkenntnis: Die elektrische Version ist nicht die Zukunft der Mobilität, sondern ein wirtschaftlicher und ökologischer Trugschluss, der politisch verschleiert wird.

Eine mindestens ähnliche Desillusion dürfte das brutale Rentenloch in Deutschland verursachen, das die Menschen unweigerlich irgendwann zu spüren bekommen. Der gesetzlichen Rentenversicherung fehlt über eine Billion Euro, und zwar wegen «jahrzehntelanger politischer Vernachlässigung und stiller Enteignung der arbeitenden Bevölkerung». Es ist ein strukturelles Problem, bei dem der Staat Gelder zweckentfremdet, die Defizite permanent auf die Beitragszahler abwälzt und eine ehrliche Bilanzierung verweigert.

Transparenz ist unterdessen sicher auch keine Stärke der Weltgesundheitsorganisation. Um mehr Einnahmen zu generieren und ihren «Geberkreis» zu erweitern, wurde 2020 die WHO-Stiftung (WHOF) gegründet – im Bewusstsein der Gefahr zusätzlicher Interessenkonflikte. Eine kürzlich veröffentlichte erste Analyse der Offenlegung von Spenden weist eine geringe Gebertransparenz aus, Tendenz fallend. Natürlich hat das Folgen für die Unabhängigkeit dieser Organisation.

Schleierhaft bleibt mir auch, wie die deutsche Bundesregierung die behauptete «umfassende Modernisierung des Landes» fortsetzen will. Mit «Rekordinvestitionen für Wachstum, Beschäftigung und Reformen» versucht sie, im gerade vorgestellten Haushaltsentwurf 2026 zu blenden. Die klare Botschaft sei: «Deutschland ist zurück». Die Realität könnte allerdings kaum trauriger aussehen. De facto dürfte die vermeintliche Perspektive bestenfalls als «Wohlstand durch Aufrüstung» bezeichnet werden – mit allen absehbaren Konsequenzen.

[Titelbild: Pixabay]


Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben und ist zuerst auf Transition News erschienen.