Russland ist unser Rorschachtest

Was die Projektion auf das Gegenüber über den eigenen Charakter erzählt. Von Mathias Bröckers

Autor: Mathias Bröckers. Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben. Sie finden alle Texte der Friedenstaube und weitere Texte zum Thema Frieden hier. Die neuesten Pareto-Artikel finden Sie auch in unserem Telegram-Kanal.


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“Wenn ihr mehr Tribut zahlt und Waffen kauft, dürft ihr den Krieg gegen Russland noch ein wenig weiter führen.” – So etwa lässt sich der “historische” Deal zusammenfassen, den Imperator Bombastus Maximus den EU-Vasallen in Gestalt ihrer “Kommissarin”, Madame von der Leyen, verordnet hat, nachdem diese ihm Fantastilliarden für Unmengen Flüssiggas, Waffen und Investitionen versprochen hatte. Die können zwar, was die Energie betrifft, mangels Transportmöglichkeiten gar nicht geliefert werden, oder sind mangels Produktionskapazitäten erst in fünf bis zehn Jahren erhältlich oder stehen, was die “Investments” betrifft, völlig in den Sternen. Aber Hauptsache: bombastische Zahlen, ein PR-Sieg im Handelskrieg und erniedrigte Vasallen, die dankbar den Ring des Imperators küssen – großes Theater! Und während Donald der Große sich heldenhaft auf die Brust trommelt, setzt Panzer-Uschi untertänigst ihr Betongrinsen auf, auch wenn die EU-Titanic mit diesem “Deal” gerade den Eisberg gerammt hat:

“Ursula von der Leyen und die übrigen zahlreichen Führungsgremien der EU werden weitermachen wie bisher, während das Gebäude langsam zusammenbricht. Sie werden die Russen und ihre unwürdigen Kohlenwasserstoffe beschuldigen, sie werden die Chinesen beschuldigen und sie werden Donald Trump beschuldigen, aber sie werden ihren Kurs nicht ändern. Sie mögen so tun, als wären sie damit beschäftigt, die Liegestühle neu zu arrangieren, aber letztendlich besteht kaum ein Zweifel daran, dass das Schiff bald sinken wird.”

Alex Krainer


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So schaut’s aus. Um an der Macht zu bleiben, brauchen die EU-Eliten den Krieg, die Angst vor dem Großfeind, um die auseinander treibende Herde zusammenzuhalten. Den Sündenbock, dem man den selbst verursachten Niedergang zuschreiben kann. Zu tief, zu blutig und zu viel – mit sagenhaften 250 Milliarden $ Investments (samt Deutschland als zweitgrößtem Zahler) und mittlerweile 1,5 Millionen Leichen – hat man sich in das Abenteuer “Russland ruinieren” verstrickt, als dass man noch zugeben könnte, dass dieser Krieg auf grundlegender Fehlplanung, strategischer Inkompetenz und militärischer Selbstüberschätzung basierte – und das Desaster Ukraine in einer Reihe mit den Ergebnissen der anderen NATOstan-Kriege der letzten Jahrzehnte (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien) steht.
Als Geschäftsmann und gewiefter Immobilienhai hatte Trump schon für seine erste Amtszeit angekündigt, sich aus diesen kostenträchtigen Pleiteobjekten (“permanenter Krieg”) zu verabschieden, wovon man ihn freilich mit “Russiagate” und zwei erfolglosen Impeachment-Verfahren erfolgreich abhalten konnte; in seiner zweiten Runde versucht er nun einen Deal mit den Russen und eine Abwicklung des gescheiterten Ukrainekriegs, von dem er als “Biden’s war, not TRUMP’S” spricht und nur noch Waffen liefern will, wenn die Europäer dafür bezahlen. Sowie für NATOstan künftig weitere Unsummen springen lassen, die vor allem bei den US-Rüstungsbetrieben landen. Für überteuerte, angeblich “smarte” Waffen (wie etwa die “Patriot”-Abwehrsysteme), die sich in der Ukraine und zuletzt in Israel als rückständig und ineffektiv herausgestellt haben. 
Mehr von diesen Waffen zu kaufen, um damit dann “kriegstüchtig” zu werden und es der größten Nuklearmacht der Erde jetzt aber richtig zu zeigen, ist rational und logisch nicht zu begründen. Dass Europa nicht davon lassen kann, Russland anzugreifen, dass es dem Imperator irrsinnige (und selbstmörderische) Tribute verspricht, um seinen Rückzug aus dem ungewinnbaren Krieg zu verhindern, dass niemand unter den EU- und NATOstan-Oberen merken will, dass nicht die Russen, sondern Europa der erste große Verlierer in diesem blutigen “Great Game” ist, mit dem das anglo-amerikanische Empire um seine unipolare Hegemonie kämpft; und dass es, wie seit dem römischen Imperiums bekannt, ein deutliches Zeichen für den Untergang eines solchen ist, wenn die expansiven Raubzüge scheitern und stattdessen die Kolonien und Vasallen “bis aufs letzte Hemd” ausgepresst werden…

Wer all das ignoriert und ausgeblendet, leidet an massivem Realitätsverlust, an einem kollektiven Trauma, oder, wie der Anthropologe Emmanuel Todd sagt:

“Unsere Russophobie hat nichts mit Russland selbst zu tun, es ist eine Fantasie, eine Pathologie der westlichen Gesellschaften, das innere Verlangen, Russland als Monster zu sehen. Wenn sie über Russland reden, reden die Führer von Frankreich, England, Deutschland oder Schweden vor allem über sich selbst. Russophobie ist ohne Zweifel eine Pathologie. Darüber hinaus ist aus Russland ein beeindruckender Projektions-Test geworden, sein Bild ist vergleichbar einem psychologischen Rorschach-Test. Die Subjekte erzählen dem Psychiater, was sie in den zufälligen oder symmetrischen Formen sehen – und projizieren in diesem Moment tiefe, verborgene Merkmale ihrer Persönlichkeit. Russland ist unser Rorschach-Test.”

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