OPLAN DEU

Psst, geheim: Das heißt Operationsplan Deutschland, keinem weitersagen!

Marcus Klöckner von den Nachdenkseiten hat Interessantes in Sachen Kriegstüchtigkeit zu berichten. Die Bundeswehr nimmt auf lokaler Ebene Kontakt zu den politischen Entscheidern auf. Bei Oberbürgermeistern und Landräten in Sachsen kommt es zu Heimsuchungen.

In Hessen soll es sogar auf den Verzicht des Ausfüllens von Straßennutzungsformularen kommen, was einer kleinen bürokratischen Revolution gleichkommt.

Weiter heißt es, dass das BSW Sachsen mehr als 170 Fragen im Parlament eingereicht hat, von denen sehr wahrscheinlich mehr als 170 Fragen aufgrund der Geheimhaltung und des Staatswohls leider nicht beantwortet werden können.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=137985

Auf der offiziellen Seite der Bundeswehr findet man das siebenseitige Booklet:

„Operationsplan Deutschland – eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ zum Herunterladen.

https://www.baks.bund.de/de/tags/oplan-deutschland

Es lohnt sich, es etwas näher anzusehen:

Auf Seite 1 sind die markigen Worte zu lesen:

GEMEINSAM. ENTSCHLOSSEN. JEDERZEIT

Da taucht gleich die erste Frage auf. Ist GEMEINSAM von der menschlichen Seite zu sehen, also die Soldaten mit der Zivilbevölkerung, oder von der materiellen Seite, also Rest-Waffen, Fleischklopfer und Bratengabeln? Oder meint man mit GEMEINSAM die Bundeswehr mit der NATO (eventuell auch ohne die USA?).

Zu ENTSCHLOSSEN fällt einem nur der Satz ein: Sie waren stets zu Heiterkeit entschlossen!

Spätestens bei JEDERZEIT kriegt der Feind es schon mit der Angst zu tun, so er denn weiß, dass er nur ruhig kommen solle, man sei bei Tag und Nacht darauf vorbereitet. Da gruselt es vor allem Russland sicher jetzt schon. Hoffentlich nehmen sich die deutschen und NATO-Soldaten etwas zu Lesen mit, denn es könnte sein, dass sie sehr lange auf JEDERZEIT warten müssen, denn Russland hat gar nicht die Absicht Deutschland zu besuchen.

Weiter heißt es „eine gesamtstaatliche Aufgabe“, was wohl bedeutet, dass Bundesländer und deren Insassen nicht sagen können: Nöö, wir haben keine Lust, wir machen da nicht mit.

Und wenn man ganz ehrlich ist, ist die Gesellschaft nicht danach gefragt worden, ob sie den Operationsplan Deutschland auch als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ansieht. Wahrscheinlich hat man hier zugunsten des Bürokratieabbaus auf eine Nachfrage bei den Erwachsenen verzichtet, weil sie wohl eh keine Ahnung davon haben, was gut für den Staat und Unseredemokratie ist.

Auf Seite 2 wird dann gleich die Katze aus dem Sack gelassen. Es geht tatsächlich um Russland und seinen Angriff auf die Ukraine. Der hat nämlich Deutschland dazu gezwungen, seine Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit neu auszurichten. Das hört sich ein wenig so an, wie wenn der Mississippi über die Ufer getreten ist und Deutschland deshalb ein Rückhaltebecken bauen muss.

Weiter geht es um einen nach außen sichtbaren Willen zur Verteidigung der Bündnispartner und eine glaubwürdige Abschreckung zum Erhalt und Frieden.

Da von Deutschland nur noch Frieden ausgehen soll, wäre der erste nach außen sichtbare Wille, etwas auf diplomatischem Wege zu lösen, dem genannten Willen nach logischen Gesichtspunkten wohl vorgelagert. Aber was ist in Deutschland schon noch logisch?

Weiter stellt sich die Frage, was als glaubwürdige Abschreckung geeignet wäre, wenn es sich bei dem Abzuschreckenden, also Russland, um eine Atommacht handelt. Spätestens bei diesem Gedanken, sofern vorhanden, würde man automatisch wieder bei der Diplomatie landen. Trefflich darüber streiten könnte man auch, ob das Gespräch-suchen möglicherweise eine Abschreckung unnötig machen würde. Das ist aber nur so eine Frage nebenbei. Und wenn Deutschland laut dem zweiten Sauerländer zweiter Wahl an der Spitze des Landes stärkste Kraft in Europa werden will, steht das dem natürlich im Wege.

Für die die Sicherheitspolitik Neuausrichtenden ist klar: Deutschland und seine Bevölkerung müssen wehrhafter und resilienter werden, um gegen Bedrohungen und Aggressoren gewappnet zu sein (siehe Beispiel Hochwasser – Rückhaltebecken). Was allerdings stimmt ist, dass die deutsche Bevölkerung in der Tat resilienter werden muss, allerdings gegen die zunehmenden Angstszenarien, Bedrohungsbeschwörungen und ständigen Kriegstüchtigkeitsversuche.

Wenn das richtig gelesen ist, sagt die Bundeswehr, sie müsse den territorialen Frieden nötigenfalls auch mit Krieg verteidigen. Sorry, aber das geht gar nicht, denn wenn kein Frieden ist, ist Krieg, und wenn Krieg ist, ist kein Frieden. Eigentlich gar nicht so schwer zu verstehen.

Man erfährt, dass es eine aus Expertinnen und Experten, aus allen Bereichen der Bundeswehr bestehende, gemeinsame Planungsgruppe gibt, die aus Bund, Ländern und Kommunen, den sogenannten Blaulichtorganisationen (wie süß!) und der Wirtschaft geben soll, die gemeinsam etwas aushecken sollen. Bei der Verwendung der Begriffe Expertinnen und Experten können sich einem die Nackenhaare hochstellen, was die in der Corona-Zeit zustande gebracht haben, kann einem nur das Fürchten lehren. Ansonsten ist der OPLAN DEU aber geheim. Klar, damit der böse Russ nicht erfährt, welche Asse die Bundeswehr so im Ärmel hat. Weiter ist zu lesen, dass das Operative Führungskommando ständig an der Verschlimmbesserung arbeitet und diesen Geheimplan aktualisiert. Es ist zu befürchten, dass einer dieser Experten auch derjenige ist, der den dringenden Bedarf von Waffen sieht, die tief in das russische, atomar gesicherte Festland hineinreichen. Wahrscheinlich ist der schlanke, drahtige Bundeswehrler zu jung, um dass er sich vielleicht von seinem Großvater hätte erzählen lassen können, wie der deutsche Einmarsch in Russland vor gar nicht allzu langer Zeit geendet ist. Vielleicht aber ist er Optimist, einmal muss es doch klappen.

Ziel des OP-Plans auf Seite 3: Operation gelungen, Patient tot. Falsch, der OPLAN DEU ist ja eine Reaktion auf die sich verschärfende sicherheitspolitische Lage in Europa. Hier ist der Satz nicht ganz zu Ende geschrieben, denn es fehlt …an dem die NATO-Osterweiterung einen wesentlichen Teil dazu beigetragen hat. Zugegeben, kann man vielleicht so nicht schreiben.

Es soll eine Zusammenführung der militärischen Anteile mit der erforderlichen zivilen Unterstützungsleistung geben, alles natürlich im verfassungsrechtlichen Rahmen, über den das Verfassungsgericht dann wohl in letzter Instanz zu entscheiden hätte. Hier könnte es von Vorteil sein, die demnächst zu wählenden neuen Verfassungsrichter, nachdem eine Frau Brosius-Gersdorf vielleicht dann doch nur teilgeeignet war, auf ihre absolute Staatstreue und der Einsicht für die Wichtigkeit einer Landes- und Bündnisverteidigung hin auszusuchen.

Weiter heißt es, die territoriale Integrität und die Bürgerinnen und Bürger seien zu schützen und zu verteidigen. Auch hier stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller und vielleicht auch kostengünstiger wäre, wenn man miteinander reden, statt aufeinander schießen würde.

Und da der Wohnungsbau nicht vorankommt, wird es mit dem zertifizierten, umweltschonenden, mit erneuerbaren Energien betriebenen Bunkerbau wohl auch nicht schneller gehen können.

Der Aufmarsch der alliierten Streitkräfte (noch einmal die Frage nach aktueller Lage, ob eventuell ohne die USA?) über und durch Deutschland an die Ostfront, sorry, Ostflanke, ist sicherzustellen, womit eindeutig sicher ist, dass der Feind aus Sicht der Militärexperten bitte von Osten kommen möge.

Möglicherweise taucht hier ein kleines Problem auf, denn in den dem Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland beigetretenen Ländern an der Ostgrenze dürfen NATO-Truppen, zu denen die Bundeswehr wohl auch gehört, nicht stationiert werden. Vielleicht ist es aber etwas anderes, wenn sie nur durchspazieren. Und schlimmstenfalls kann man sie ja auch noch, wie am Beispiel des Nicht-NATO-Stützpunktes in Rostock, umetikettieren, damit wenigstens nach Außen hin der Schein gewahrt bleibt. Merkt garantiert niemand! Vielleicht gibt es aber auch nur eine verfassungsrechtlich konforme Einzel-Ausnahmegenehmigung. Auch hier währe auf einen wohlwollenden Kandidaten im Verfassungsgericht zu achten. Aber in Kriegszeiten gelten ja eh andere Gesetze, oder besser keine.

Seite 4 ist eine kleine Image-Kampagne zur Aufwertung der Bundeswehr mit markigen Worten wie Einsatzbereitschaft, Sicherheit des Landes und der Bevölkerung, Verteidigungsstrategie, Abschreckung potenzieller Gegner, mögliche Bedrohung, Ernstfall wofür eine robuste, widerstandsfähige, kriegstaugliche Verteidigungsarchitektur in der heutigen Zeit nötig ist. In der heutigen Zeit, in der die Kosaken schon begonnen haben, ihre Säbel zu wetzen. Kerniger Kernauftrag ist die Landes- und Bündnisverteidigung, nötigenfalls auch ohne einen Feind, der selbst über reichlich Territorium verfügt und gar kein Interesse an einem heruntergewirtschafteten Land mit schlechter Infrastruktur und abwandernden Unternehmen hat.

Ganz davon abgesehen bleibt die Frage offen, mit was und mit wem man die hoch gesteckten Ziele der Bundeswehr erreichen will. Kann Rheinmetall so schnell produzieren, können die USA so schnell produzieren und liefern, finden sich genug junge Kerle, die ihr Leben für einen kostenlosen Führerschein oder einen Kampfschwimmerkurs auf’s Spiel setzen wollen, haben schwangere Frauen, trotz angepasstem Panzer-Einstieg Lust darauf, in einem wackelnden Panzer eine Fehlgeburt zu erleiden, haben die Bock auf Dieselgestank, schmierige Hände, Läuse und Flöhe, das Gegenteil von Schönheits-Operationen?

Was, wenn sich nicht genug Menschenmaterial finden lässt? Bist du nicht willig, so brauche ich (der Staat) Gewalt, in Form einer Wehrpflicht?

Und zu guter Letzt die Frage, wird Russland freundlicherweise so lange warten, bis die Bundeswehr einsatzfähig ist?

Auf Seite 5 geht es um die Aufgaben des Operativen Führungskommandos. Hierfür braucht es auf jeden Fall einen Führungsbunker, vielleicht gibt es den auch schon, ist aber wohl geheim.

Der OPLAN DEU umfasst den Einsatz der Bundeswehr in Frieden, Krise und Krieg, von Heimatschutz (Heimat ist doch reeeechts, oder?) bis zur nationalen territorialen Verteidigung. Wenn es bei dem Punkt bleiben würde, wäre es ja noch akzeptabel, aber dann kommt’s: Die Fähigkeit, im Falle einer Zuspitzung der sicherheitspolitischen Lage sehr schnell große Truppenkontingente der NATO an die Ostflanke des Bündnisses zu verlegen, ist der zentrale Pfeiler der konventionellen Abschreckung. Das klingt irgendwie so, dass die Hauptaufgabe, also der Pfeiler ist, den Bus zur Verfügung zu stellen, damit die anderen gen Osten fahren können, weil man selber nicht so kann, wie man will.

Das wird bestätigt dadurch, dass Deutschland vor allem als Drehscheibe den Aufmarsch und die Versorgung verbündeter und eigener Streitkräfte (eigene Streitkräfte hätte eigentlich in Klammern gehört) gesamtstaatlich sicherzustellen gedenkt. Es geht vor allem um die logistische und medizinische Versorgung. Und vor allem auch darum, alles Erdenkliche zu tun, um zur Zielscheibe zu werden. Ich kann mir den Dolch nicht ins Herz stoßen, tu Du’s!

Seite 6: Von maximaler ziviler Unterstützung als entscheidender Faktor, als Unterstützung, wie bei der Flutkatastrophe im Ahrtal, können die Bewohner dort sicher nur von den allerbesten Erfahrungen berichten, die auch maßgeblich daran beteiligt waren, dass es heute, nach so vielen Jahren, nicht mehr ein einziges Fleckchen gibt, das erkennen lässt, dass hier einmal eine Katastrophe stattgefunden hat. Im Gegensatz zu den stockenden Geldflüssen in die Ukraine, haben hier die finanziellen, unbürokratischen Hilfeleistungen sofort gegriffen und das Schlimmste gelindert. Und auch die Beteiligung der Bundeswehr an der Verteilung der Genbehandlungs-Injektionen und im Krisenstab, haben dazu geführt, dass die sogenannte Pandemie wie Butter in der Sonne dahingeschmolzen ist, weitgehend nebenwirkungsfrei in Bezug auf Post-Vac-Syndrome und eine anhaltende Spaltung der Gesellschaft.

Die Zwangsinjektionen der Soldaten der Bundeswehr hat bei vielen sicher das Gefühl ewiger Dankbarkeit gegenüber ihrem Land fest in deren Leben verankert.

Als Dankeschön für all die guten Taten erwartet die Bundeswehr nun eine zivilgesellschaftliche und zivilgewerbliche Hilfe und gesteht sogar ein, dass sie auf diese angewiesen ist. Es wird daher angeraten, schon einmal die Kaffeemaschinen anzuwerfen, um den durchziehenden Truppen aus dem Fenster eine Tasse starken Bohnenkaffee zu reichen und vielleicht auch schon mal ein paar truppenmotivierende Liedchen zu lernen, um die Stimmung zu heben.

Auch wird schon darauf hingewiesen, dass es zu Staus auf festgelegten Verkehrswegen kommen kann, also auf dem Weg zur Arbeit mit dem Auto oder der Deutschen Vorzugs-Bahn schon mal etwas mehr Zeit einplanen, und wenn möglich, von Brücken wegziehen, da diese ja bekanntlich zahlreich einsturzgefährdet sind. Die Karola-Brücke wird übrigens bis auf weiteres nicht wiederaufgebaut, weil sie maßgeblich den Vormarsch der russischen Truppen über die Elbe verhindern kann. Weiter sollten Campingplatz-Verpächter damit rechnen, dass sie vorübergehend enteignet werden, weil die Wochenend-Domizile und die freien Stellplätze für Zelte und Feldlazarette bestens als Rastplätze geeignet sind. Und auch die Polizei wird sich über eine Abwechslung bei der Koordination durchziehender Truppen sehr freuen.

Seite 7: Dem Presse- und Informationszentrum des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr sei hiermit ausdrücklich für die aufschlussreichen Informationen gedankt.

Den geistesgrößten Verantwortlichen für die Ausheckung dieses genialen OPLANs DEU ist anzuraten, dringend einen Taxifahrer in ihren Beraterstab aufzunehmen, allein schon wegen der gewünschten zivilen Beteiligung. Der würde ihnen dann nämlich sagen, dass in einem tatsächlichen Krieg oft ungeahnte Verläufe entstehen können, und dass der gesunde Hausverstand eigentlich gebietet, eine Atommacht nicht einmal am dicken Zeh zu kitzeln, weil das möglicherweise Folgen haben könnte. Die Vernunft sagt eigentlich, dass man, so gut man sich vielleicht auch vorbereiten würde, man lieber die Finger davonlassen sollte, sich mit einer Atommacht anzulegen. Zumal auch noch eine große Gefahr besteht, dass die USA, auch bei Eintreten des Falles der Beistandsklausel, möglicherweise NEIN sagen könnten, sie wollen da nicht mitmachen, sie haben andere Interessen. Die Rumpf-NATO, vorausgesetzt sie hätte genügend Waffen, was zu bezweifeln ist und genügend Soldaten, was ebenfalls zu bezweifeln ist, sollte sich vor allem um die Instandsetzung von Bunkern kümmern, um sich darin zu verkriechen. Deutschland ganz besonders, denn die 27 Millionen gefallener Russen im 2. Weltkrieg sind allenthalben einigermaßen vergeben, aber auf keinen Fall vergessen. Das motiviert sehr.

Es ist beim besten Willen nicht nachvollziehbar, woher die deutsche Großmauligkeit kommt.

Sie ist allenthalben mit einem vollständigen Realitätsverlust zu erklären, und wie immer, würde die General-Inkompetenz vor allem auf dem Rücken der Zivilbevölkerung ausgetragen werden.

Viel gescheiter wäre es, vor allem von Deutschland, sich sofort und umfänglich dem Streben nach Frieden seitens der USA anzuschließen, statt Cochones zu zeigen, wo gar keine sind und auch keine wachsen werden.

Deutschland muss sich eingestehen, dass die Zeiten der Schutzmacht USA vorbei sind und dass es derzeit vollkommen wehrlos dasteht, selbst mit Unterstützung einer Rumpf-NATO. Zum Schutze seiner Bevölkerung sollte Deutschland die kleinsten Brötchen backen, die es backen kann, statt den Dicken Willi zu markieren. Könnte man alles andere als Verrat am eigenen Volk interpretieren?

Wie im gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich, hat man das Gefühl, die deutsche Regierung setzt auch im militärischen Bereich immer noch auf Eskalation und will mit voller Absicht, dass dieses Land in tausend Scherben zerbricht, von dem es sich im „Erfolgsfall“ dieses Mal sicher nicht wieder erholen wird.

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.”

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(Bild von pixabay)