Ja, es war ein Gipfeltreffen und kein Kipferl-Treffen!
Man kann jetzt schon gespannt sein auf die „exzellenten Experten-Analysen“ der westlichen, weisungsgebundenen Schreiberlinge und die verbalen Windungen der Presse und des öffentlich-rechtlichen Unfugs. Es würde nicht wundern, wenn einer der selbsternannten Experten herausfinden würde, dass der Rote Teppich von Putin um 3,5 cm kürzer war, als der von Trump, und dass das ein eindeutiges Zeichen einer beabsichtigten Demütigung ist.
Man muss sich bewusst machen: Nach sechs Jahren trafen sich erstmalig die beiden mächtigsten Männer mit der Gewalt über ein stattliches Atomwaffen-Arsenal.
Und man stelle den 5 Punkte Plan des deutschen Bundeskanzlers dagegen. Das ist so was von zweite Wahl! Aber vielleicht kommt schon morgen die Mitteilung von ihm, dass er das ja immer schon genau so gewollt hat: Die USA und Russland müssen aufeinander zugehen!
Trump hat Putin, gegen den ein Haftbefehl besteht, entgegen einiger Spekulationen, sogar in den Neuen Medien, nicht festgesetzt. Da hätten die USA der Russischen Föderation auch gleich den Krieg erklären können.
Die beiden Rednerpulte waren so aufgestellt, dass über beiden Köpfen stets vollständig die Botschaft zu lesen war:
Pursuing Peace = Streben nach Frieden
In den Inszenierungen der US-Politik geschieht nichts zufällig, für derartige Veranstaltungen gibt es ein Drehbuch. Die Worte sind ganz bewusst und gezielt ausgewählt worden.
Die Worte lauten nicht: Pursuing Peace for Urkaine, also Streben nach Frieden für die Ukraine, sondern eben „nur“ Streben nach Frieden. Da steckt eine ganz andere Dimension drinnen, es geht um die Befriedung in der Welt, den Frieden allgemein.
Und für die Deppen in Europa: Da steht nicht Continuing War = Fortsetzung des Krieges
Was auf der Pressekonferenz nicht gesagt wurde, aber was man zwischen den Zeilen lesen kann:
Wir haben ganz sicher nicht nur russische und amerikanische Kochrezepte ausgetauscht, aber es ist noch nicht an der Zeit, euch davon wissen zu lassen, was wir wirklich besprochen haben, weil die Gefahr besteht, dass durch dummes Geschwätz, ideologisch eingefärbte Berichterstattung und eine dem Narrativ entsprechende Einordnung des bisherigen Austausches, gerade von europäischer Seite, die Annäherung und der Abgleich unserer jeweiligen Interessen behindert und verzögert werden könnte.
Es ist in der Vergangenheit so viel Unsinn in der Öffentlichkeit geredet worden, es gibt immer noch so viele Kräfte, die einen Frieden in der Ukraine verhindern wollen, dass wir gezwungen sind, diese vorerst kaltzustellen, bis wir sie vor vollendete Tatsachen stellen können, die von der Seite, die den Frieden nicht wollen, nicht mehr boykottiert werden können. Die internen und externen Widersacherkräfte sind derzeit noch sehr groß, wir müssen aufpassen, dass uns keine Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, was man nach wie vor gerne täte.
Wir haben es derzeit mit einer großen Anzahl von politischen Hitzköpfen zu tun, die eine, vorsichtig formuliert, seltsame Vorstellung von Krieg und Frieden haben. Wir sind davon überzeugt, dass es besser für alle ist, diese aus den Bemühungen um eine Beendigung der Auseinandersetzung in der Ukraine weitgehend herauszuhalten. Wir versuchen auch hier den Austausch zu pflegen, zeigen den Umständen entsprechende Transparenz, wollen und müssen auch Europa, speziell die Ukraine, bis zu einem gewissen Grad einbinden, aber die letzte Entscheidungsgewalt bleibt bei uns.
Um mit einem Bild zu sprechen: In einer Familie kann man die Kinder vielleicht an der Auswahl des nächsten Urlaubsziels beteiligen. Man sollte sie jedoch nicht in Entscheidungen einbinden, von denen das Wohl und Wehe der gesamten Familie abhängt. Da ist es besser, dass die Erwachsenen sich ihrer Verantwortung bewusst sind und die Entscheidungen treffen.
Genau an diesem Punkt stehen wir jetzt in unserem Streben nach Frieden!
Es gibt sicher noch Aspekte, über die wir sprechen müssen. All das geschieht aber immer im Hinblick auf unser gemeinsames Ziel, das auf Frieden und nicht auf ein Fortsetzen des Krieges ausgerichtet ist.
Wir denken, die Achtung vor einander, der gegenseitige Respekt, die Zugewandtheit und die Wertschätzung, sind in der Pressekonferenz deutlich geworden. Die gute, freundliche Stimmung im Raum war nicht gespielt oder aufgesetzt, sondern echt, weil sich hier zwei Präsidenten auf Augenhöhe begegnet sind. Wir sind mit großer gegenseitiger Offenheit und ohne sentimentale Animositäten aufeinander zugegangen, weil es uns um etwas Größeres geht, nämlich den Frieden, und nicht darum herauszufinden, wer meint, die dickeren Eier zu haben.
Die Gespräche werden zeitnah fortgesetzt, und die Zeit wird kommen, in der wir den Menschen konkrete Ergebnisse unserer Gespräche und Verhandlungen mitteilen werden. Bis dahin bitten wir um Geduld. Wir sind sicher auf einem guten Weg.
“Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.”
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(Bild von pixabay)