Kunstbeziehung zwischen Individuum und Kollektiv, Kabinett und Kabarett sowie zwischen Schreibkunst und politischem Aktivismus
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Symbole der Kunstfreiheit
Darf Kunst politisch sein?
Um die Antwort vorweg zu nehmen: Ja, natürlich darf Kunst auch politisch sein. Es ist sogar viel eher nahezu unmöglich, unpolitische Kunst zu machen.
Wenn man jede Kunstform, jedes Werk, nämlich als ein Produkt ihrer Zeit und eines lebendigen Menschen sieht, der seine Lebenserfahrung, Wahrnehmung und Fähigkeiten, seine Stimmung und Gefühle, bewusst oder unbewusst, immer mit-ausdrückt.
Wenn man diese Perspektive nicht mit dazu denkt**, sie in das eigene Kunstverständnis nicht integriert, dann bleibt das Verständnis immer unvollständig. Wie ein nicht beendeter Sat…
Wo künstlerischer Ausdruck beschnitten wird, findet die Kunst Symbole, Metaphern und subtile Wege, jedes auferlegte Verbot zu umgehen. Wie ein Anwalt, der Formulierungen und Ungenauigkeiten in Gesetzestexten aufspürt und anwendet, erfindet die Kunst ihre immanente Freiheit mit jedem Ausdruck gleich mit. Es entsteht eine Chiffre, eine Verschlüsselung der Botschaft. Der Schlüssel ist die Neugier. Und der Mut, in einem Symbol oder Bildsprache mehr zu suchen, als man auf den ersten Blick annehmen könnte.
Wer sich nicht einschränken lässt, kann sich sogar an Verbote halten. Man kann sie nämlich wirkungslos machen. Was sonst auf der Welt, wenn nicht die Kunst, kann das von sich behaupten? Und was -wenn nicht eine Kunst- ist es, wenn es gelingt?
Was will der Künstler sagen? Wollte er einen Witz machen? Missstände anprangern? Etwas Schönes, etwas Spannendes, etwas Trauriges ausdrücken? Womöglich alles gleichzeitig? Kunst erinnert uns immer an unsere eigene Freiheit. Gleichzeitig erinnert sie an unsere Verantwortung für unser eigenes Handeln.
Niemand entscheidet für mich, was ich lese, anschaue, höre. Außer ich selbst.
Niemand sagt mir, wie ich mich dabei gefühlt habe. Außer mir selbst.
Wenn mir etwas nicht gefällt, darf ich jederzeit gehen. Ein Gerät ausschalten. Das Buch zuklappen. Die Werbung auf lautlos stellen. Es mir nicht ansehen. Nach Hause gehen. Den Stecker ziehen. Ohne Verabschiedung gehen. Eine Lektüre nicht beenden. Etwas nicht bis zum Ende anschauen. Diese völlige Freiheit gibt uns nur Kunst. Zivilisierte Kulturen und kultivierte Personen haben es schon lange begriffen und verinnerlicht. Verbote der Rede- und Ausdrucksfreiheit sind nicht bloß sinnlos. Sie sind stets ihrerseits ein Symbol, eine Chiffre, eine Verschlüsselung. Entschlüsselt bedeutet Zensur immer dies:
“ Ich habe Angst davor, was ausgesprochen und aufgedeckt werden könnte. “
Und genau dort liegt der gravierendste Unterschied zwischen Kollektiv und Individuum.
Das Individuum muss Informationsfreiheit, die freie Entscheidungsgewalt über seine persönlichen Daten für sich selbst in Anspruch nehmen dürfen. Ein Kollektiv darf das immer nur eingeschränkt. Es darf die individuelle Freiheit nicht verletzen, muss aber Verantwortung auch im Zusammenschluss wahren. Ein System darf kein Freifahrtschein für Individuen sein, verantwortungslos Egoismus als eine Art von notwendigem Kollektivismus auszugeben. Ein Einzelner darf alles sagen, muss alles sagen dürfen. Man muss selbst entscheiden dürfen, was man der Öffentlichkeit preisgibt. Auch in der Gruppe muss die Eigenverantwortung des Einzelnen erhalten bleiben, ohne den Kontext der Öffentlichkeit zu missachten.
Sonst können wichtige Funktionen des Kollektivs nicht erfüllt werden. Es gibt keine Kontrolle mehr, wenn das Individuum unterdrückt wird. Die Kontrolle wird zur Sucht. Sucht, alles kennenzulernen und zu erfahren, ohne dass das betroffene Individuum mitbestimmen darf. Es verkümmert unter der stillen Beobachtung, die nie müde wird, ihre vermeintliche Harmlosigkeit zu betonen.
Das birgt allerdings auch die Tendenz in sich, dass Individuen durch ein Kollektiv als trojanisches Pferd die Individualität der anderen durch kollektive Verantwortungslosigkeit ersetzen möchten. Ein Phänomen, das besonders auffällig bei politischen Funktionären auftritt. Zum Beispiel indem von “wir” gesprochen wird, obwohl es eine persönliche Meinung, also ein “ich” ist.
Rhetorische Kriegskunst
“Wir müssen kriegstüchtig werden.”
Sagt jemand, der selbst weder kampftauglich noch dazu bereit ist, auch nur einen Hauch Eigenverantwortung für die Folgen seiner eigenen Position und Äußerungen zu tragen. Man spricht von “Interessen des Landes”. Damit verschleiert man -leider sehr erfolgreich- die persönlichen Absichten, indem man sie als eine ‘natürliche’ Notwendigkeit darstellt.
Bleiben dann noch schlüssige Erklärungen aus, und die Datenlage wird selektiv bewertet, dann muss von einem niederen Beweggrund ausgegangen werden. Dieser Schritt findet allzu oft in der deutschen Mediendarstellung überhaupt nicht mehr statt. Man formuliert Meinung als Tatsache und es funktioniert. Was für ein billiger Trick.
Andersherum hat jedes Individuum stets ein Interesse, das Kollektiv als eine leistungslose Ergänzung seiner eigenen Möglichkeiten zu nutzen. Sozusagen das Kollektiv egoistisch zu ‘individualisieren’. Hier muss ein Kollektiv immer fair genug sein, um diese Bestrebungen mithilfe von verbindlichen Maßnahmen unterbinden zu können. Nicht durch Zensur, sondern durch Konsens.
Die Spielregeln müssen fair und verbindlich sein und der Realität Rechnung tragen können, nicht der bedingungslosen Auslegung eines ideologischen Dogmas. Wie viele Steuer- und Spendenaffären lässt man zum Beispiel jahrzehntelang unter dem Deckmantel der Parteipolitik eigentlich geschehen, bevor ein Kartellamt überhaupt auf die Idee kommt, einmal zu prüfen?
Von der institutionellen, längst systemisch und professionell betriebenen Aushöhlung von Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit und Verantwortung will Ich an dieser Stelle nicht schweigen. Wo liegt also der qualitative Unterschied? Warum ist die Freiheit des Individuums vor dem Kollektiv zu schützen und nicht umgekehrt?
Es ist simpel: Der qualitative Unterschied liegt in der Quantität.
Kollektive sind immer mehrere, viele. Mit vielen Möglichkeiten und exponentiell viel mehr Handlungsoptionen.
Individuum bin Ich. Mit meinen sehr viel stärker eingeschränkten Möglichkeiten und meinen eigenen Handlungsoptionen. Verantwortlich für mein eigenes Tun und Lassen.
Das Kollektiv vertraut seine eigene Freiheit dem Individuum an, weil nur das Kollektiv die Freiheit ernsthaft gefährden und sogar zerstören kann. In den Händen des Individuums ist die Verantwortung in Sicherheit, weil sein vereinzeltes Wirken nie der Macht des Kollektivs ebenbürtig ist.
Weil ein intelligentes Kollektiv ebenso wie ein intelligentes Individuum um die tatsächlichen Machtverhältnisse zwischen beiden weiß. Kollektive, die diese Tatsache relativieren oder sogar ganz verleugnen, sind nie auch nur annähernd so etwas wie intelligent oder gar objektiv.
Im Gegenzug für die individuelle Freiheit, stellt das Individuum seine Eigenverantwortung in den Dienst des Kollektivs. Man ist in einer Gesellschaft -nie- nur für sich selbst verantwortlich. Man hat auch seinen Mitmenschen gegenüber Verantwortung. In welchem Rahmen man sich einbringt, ist wiederum Teil des eigenen, individuellen Verantwortung Empfindens.
Wer in Deutschland arbeiten geht und Steuern zahlt, erfüllt damit eine finanzielle Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen. Der Politik genügt diese “finanzielle Verantwortungsübernahme” der Bürger vollkommen. Sie hat schlicht kein Interesse, dem Bürger in anderen Bereichen Verantwortungsübernahme und Handlungsoptionen zuzugestehen. Dem Bundespolitiker reicht es materiell zu einer mit ‘üppig’ verharmlosend formulierten Teilhabe an Kultur, Kunst, Dienstleistungen und Sachwerten, welche der produktive Teil der Bevölkerung aufbaut, bereitstellt und erarbeitet.
Wo das Kollektiv die Verantwortung und Entscheidungsgewalt an Individuen abgibt, deren Verantwortungsgefühl gegenüber dem Individuum sich im Bezahlen von Rechnungen, dem pünktlichen Erscheinen am Arbeitsplatz und dem Verzicht auf Meinungsausdruck beschränkt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Kollektiv sich verwandelt: Zu einem Kollektiv, welches Individualität als überflüssig und schädlich, ja, als verachtenswert betrachtet und schließlich auch so behandelt. Denn Macht über ein Kollektiv verspricht immer auch kollektive Macht . Für ein Individuum gibt es wenig auf der Welt, was so verlockend und nützlich ist. Die Hemmschwelle, diese Macht zu ergreifen, ist null.
Kein Verbrechen, keine Lüge, kein Verrat, keine Dreistigkeit und kein Hinterhalt ist einem Individuum nicht zuzutrauen, den es nicht bereit wäre zu begehen, um kollektive Macht zu erlangen.
Dieser simple Fakt kann und darf nicht fehlen, wenn es um Fragen des Gemeinwohls geht. Aber er fehlt. Schuld sind immer irgendwelche “die anderen”. Das Individuum wälzt seine eigene Verantwortung auf das Kollektiv ab, während es gleichzeitig das Kollektiv kontrollieren will, um selektiv und egoistisch von ihm zu profitieren. Dabei wird sehr kreativ vorgegangen.
Wenn das verfolgte Motiv Macht über das Kollektiv ist, dann verspielt das verantwortliche Individuum seine Berechtigung, dem Kollektiv auch nur Handlungsoptionen vorzuschlagen. Es ist dem Kollektiv nicht länger vertrauenswürdig.
Die freiheitlichen und friedliebenden Individuen werden den Rücktritt und Verantwortungsübernahme fordern und umsetzen müssen, bevor es den herrschsüchtigen und rücksichtslosen Individuen gelingt, das Kollektiv gegen die Individualität selbst zu richten. Dies erledigt nicht die Politik. Sie ist nur das Vehikel, welches sich als willfähriges Transportmittel derjenigen instrumentalisieren lässt, welche die Macht über das Wort ergreifen und sich dahinter verbergen, wie ein Zwischenrufer bei einer Auktion.
Blind richtet sich in Folge das Kollektiv gegen jedes Individuum. Gegen Individualität als solche. Und aus unserer Gesellschaft wird ein Schwarm. ‘Diversität’ ist heute zu einer Phrase degradiert, welche besonders beliebt zur Umdeutung dieses Sachverhalts ist. Das sinngemäße “Lasst uns alle bunt sein!” “ Verschleiert den Denkrahmen dahingehend, dass er die Abweichung von gesellschaftlicher Norm als Voraussetzung für gesellschaftliche Norm verklärt.
Die Eigenverantwortung wird verdreht zu einem “mach was du willst, außer…”. Anstatt die verbindenden Gemeinsamkeiten als Verhandlungsbasis und Diskussionsgrundlage in den Fokus zu stellen, wird beharrlich behauptet, sich keiner Norm anzupassen wäre per se “freiheitlich”. Während die Eigenverantwortung zur gesellschaftlichen Alleinaufgabe erklärt wird.
Aus einem “Ich bin anders als die Norm, wir müssen den kleinsten gemeinsamen Nenner finden und formulieren”.
Wird ein “Ich bin mehr besonders als die Norm, ich verlange Privilegien.” gemacht.
Ist die kollektive Jagd nach der Extrawurst erst einmal eröffnet, gilt es nur noch, den ständigen Nachweis seiner Andersartigkeit zu definieren. Man erfindet eigene Fantasie-Pronomen, die andere -ob wissend oder unwissend- zu befolgen haben. Sonst droht Strafe. Das Kollektiv gerät in eine imaginäre, permanente Holschuld, wo eigentlich das Individuum eine Bringschuld aufbaut.
Das ist dann nicht divers, sondern schlicht dreister Egoismus, getarnt als ein Akt der individuellen Selbstbestimmung. Ich bin es, der anders ist, aber Schuld und Verantwortung schiebt man einer abstrakten Gesellschaft in die Schuhe. Die permanente Opferrolle ist eine Fassade für den permanenten Kampf um Aufmerksamkeit geworden. Immer muss ein noch bemitleidenswerteres Phänomen sakral verklärt werden. Die vermeintliche Besonderheit verkommt zu einer entsolidarisierten Gesellschaft, im ständigen Kampf um das bestbegründete Privileg. Synchronisiert zur Erfüllung der Gelüste einiger weniger egoistischer Individuen.
Degradiert zu einem Dasein als eintönige Verfügungsmasse, kontrolliert vom ent-individualisierten Kollektiv und zunehmend kollektivierten Individuen gleichzeitig. Das erklärte Ziel der deutschen Regierung, -vertreten durch Individuen aller im Bundestag entscheidungsbefugten politischen Parteien-
Lautet “kriegstüchtigkeit”.
Von diesen Verantwortlichen wird niemals jemand aktiv kämpfen. Sie werden dem Individuum alles aus ihren bequemen Sesseln aus aufbürden, was sie selbst nicht im Stande sind zu erreichen. Den Menschen möchte Ich sehen, der eine solche Position freiwillig räumt, während er gleichzeitig schon zum Krieg aufruft. Und ihn -fast belustigend, so einfältig und dämlich- als Notwendigkeit darzustellen. Nach nachweislichen 80 Jahren in Frieden. Oh, Zeit. Wie grausam bist du mit uns? Vergessen hast du gemacht, was nicht vergessen sein darf.
Dann noch von Verantwortung zu sprechen, ist Kunst. Kriegskunst.
Kabarett ist tot, weil es jetzt Kabinett heißt. Kleinkunst auf der Weltbühne.
Die selbsternannten Satiriker und selbsternannten Satirikerinnen sind zu Marktschreiern eines Weltbildes verwandelt, das ihre eigene Bedeutungslosigkeit applaudierend als individuelles Selbstbild feiert. Das ist keine Satire. Das ist Kunst. Die verkörperte Rolle ist ‘der traurige Clown’. Der Spaß machen will, aber dem imposant geschmückten Elefanten im Raum dabei im Weg steht.
Das ist keine Demokratie mehr. Das ist Faschismus mit Demokratie auf dem Türschild. Welche diejenigen niederbrüllen, welche das Dogma des Tages aus der Informationsflut heben und anfassen. Und die vielen Individuen müssen heute wieder das Kollektiv vor den wenigen Individuen schützen. Damit das Kollektiv wieder Zeit und Ressourcen für das Individuum erübrigen kann.
Gelingt dies nicht, behaltet eure hässlichen Uniformen und eure widerlichen Sonntagsreden. Jagt mir gleich die Kugel zwischen die Augen. Diesen Schwachsinn höre ich mir nicht freiwillig an. Nicht für Geld, nicht durch Angst, nicht durch Verblödung. Ein paar Foltergefängnisse habt ihr ja immer irgendwo am Laufen. Wo ihr euren sadistischen Häschern Menschen wie mich als Spielzeug überlasst. Eines, das schnell langweilig wird, weil es nur langsam kaputt geht.
Um mir vorzustellen, was man mit kollektiver Macht anrichten kann, reicht ein Blick in die aktuellsten Geschichtsbücher der Welt: Die Tagespresse.
Für Kriegslogik braucht man keine Fantasie.
Die braucht man nur, um Krieg, Umweltzerstörung, Kulturlosigkeit und maßlose Manipulation als Ergebnis von angeblicher ‘Volksherrschaft’ zu inszenieren.
Bewertung
Die Kreativität in diesem Werk war beeindruckend. Die benutzten Methoden raffiniert und mit bemerkenswerter Präzision eingesetzt. Das historisch bedeutsame Bühnenbild war so real wie die Realität. Die schauspielerische Leistung ließ mit zunehmender Länge des Stückes leider rapide nach.
Auch gemein fand ich es, dass Teilnehmer, die später zur Veranstaltung kamen, mit höheren Preisen bestraft wurden, obwohl sie nur noch das Ende sehen durften.
Durch die vollkommen kontraproduktiven Sicherheitsmaßnahmen (das Publikum wurde allen Ernstes bewaffnet und ins benachbarte Theater geschickt, wo man abgesprochen dasselbe tat) gab es außerdem zahlreiche Verletzte und Tote. Die Veranstalter sprachen von einem “vollen Erfolg” und “historischer Verantwortung”, der das Theater mit dieser Inszenierung gerecht geworden sei. Die Außenbereiche des Theaters wurden zu einem Schlachtfeld.
Unangenehm empfand ich auch, dass sehr ausschweifend mit Nachhaltigkeit und Kundenzufriedenheit geworben wurde, obwohl man am Veranstaltungsort das genaue Gegenteil beobachten konnte.
Zum Beispiel die -angeblich von Windrädern und Solarzellen- betriebene Elektronik der Veranstaltung, waren in Wirklichkeit einfach nur Dieselgeneratoren, auf denen kleine Ventilatoren montiert waren. Oder französische Steckdosen, die mit einem Sonnenaufkleber abgedeckt wurden. Natürlich wurden die erhöhten Preise in der Werbung als Notwendigkeit dargestellt, die aus der Verwendung klimaneutraler Technologie entstünde. Ich empfand es als schamlose Verbrauchertäuschung. Die Generatoren wurden darüber hinaus einfach im Bereich mit den kostenlosen Stehplätzen platziert, so dass sich die Abgase dort anreichern konnten und lebensbedrohliche Atemnot bis zur Erstickung verursachten. Nur die teuren Ehrenlogen blieben aufgrund ihrer Raumhöhe verschont.
Tiere mitzubringen war erlaubt, deren Verköstigung allerdings verboten war. In der Folge tranken die Tiere in den Sanitäranlagen und fraßen aus den Abfallbehältern.
Der bedingungslose Einlass in die erschwinglichen Platzreihen sorgte bereits früh für Überfüllung und ein heilloses Gedränge. Wäre es im Theater zu einer Notlage gekommen, hätte man niemanden evakuieren können.
Die Verletzungsgefahr im Handgemenge war zwischenzeitlich extrem. Abgesehen von vielen vereinzelten Zwischenfällen, muss man jedoch fairerweise eingestehen, dass es zu 99,9% friedlich blieb. Das war aber ziemlich sicher mehr der Selbstbeherrschung des Publikums zu verdanken, als irgendeinem offiziellen Sicherheitskonzept.
Ob die Maßnahme, den angebotenen, bestenfalls mittelklassigen Catering-Speisen, Beruhigungsmittel beizulegen einen positiven Effekt gehabt hat, lässt sich jetzt im Nachhinein jedenfalls nicht mehr zweifelsfrei evaluieren.
Die Veranstalter behaupten allerdings, dass die geringe Opferzahl während der Veranstaltung ausschließlich auf diese durchdachte Maßnahme zurückzuführen sei. Ich habe da so meine Zweifel und schätze den Einfluss von Mitgefühl und gesundem Menschenverstand als größer ein. Aber ich bin auch kein Theater-Experte.
Die durch die Bewaffnung des Publikums und das daraus resultierende Kampfgeschehen Verstorbenen, gelten jedoch als Teil der Vorstellung und müssen deshalb auch nicht betrauert werden. Sie sind ja für die Kunst gestorben und wurden mit einem Notizzettel an der Eingangstür über ihr Risiko als Komparsen in diesem Stück belehrt.
Die Vordrucke zum Widerspruch der Teilnahme an diesem Geschehen waren jedenfalls auf den Werbeflyern abgebildet. Wobei die Schriftgröße 5,56x45 in Sorbet gelber Farbe auf weißem Grund als ungünstig bezeichnet werden darf.
Fazit:
Diesen Müll sehe ich mir nie wieder an. Ich habe die Veranstaltung vorzeitig verlassen. Der Ausgang des Stücks war bereits vorher verraten worden.
Ich habe nie live etwas verachtenswerteres auf einer deutschen Bühne gesehen.
Nicht empfehlenswert für irgendjemanden.
0/5 Stern*en.
+ Programmbeschwerde
+ Anzeige wegen Fahrlässiger Tötung
Schluss Gedicht
Dieses spezielle Gedicht widmen wir, der Handwerkskünstler Sebastian und meine Wenigkeit, Timogenes der Hund, gemeinsam dem ausgefransten Moralempfinden der Bundesrepublik Deutschland.
Gutmenschentun
Wenn Verrat des höchsten Bösen Krone,
Ist das gefälschte Gute wohl sein Throne.
Im falschen Gewand wandert´s herum,
moralisch verirrt, das Gutmenschentum.
Lügen mit bester Absicht ist nur einmal gratis.
Die Rechnung geht an dein Gesicht- und es bezahlt es.
Hilfe zur Hilflosigkeit ist höchstes Gebot,
suhlen und frönen in anderer Not.
‘Der Freund’ ist seine Lieblingskluft.
Sie verdeckt am besten seinen Duft.
Doch trägt der Duft moralische Fäulnis,
erschafft der Eigenverantwortung Zeugnis.
Sein größte Leistung ist heimlich unterwandern,
Da liegt im Zweifelsfall die Schuld beim andern.
Gut versteckter Übergriff,
ist des Gutmenschenwesen Inbegriff.
Frei verspricht er dir zu dienen und-
verdient sich dann durch Selbstbedienung.
Denn! Rührt er nicht in and´rer Wunde,
geht er an sich selbst zu Grunde.
Hass fraß langsam seine Seele,
Wo Hass habhaft, nährt ihn quälen.
Auf moralische Überlegenheit,
folgt Leere in der Selbstlosigkeit.
Verschenke Glück, nimm Respekt für Dich,
Was Allen nützt, bekämpft der Wicht.
Wenn aller Not zu Ende geht,
wo der Gutmensch dann bloß steht?
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Dies ist mein Blog-Beitrag zur 8#Blog-Challenge von
Margot Dimi, das Wortweib🖋️ zum Thema Grenzen.
Er erschien zuerst bei hier bei https\://pareto.space/u/timogenes\@pareto.town
Der anfängliche Titel wurde aus Gründen der Klarheit und Transparenz nachträglich verändert um dem Inhalt besser gerecht zu werden.
Ich stehe jedenfalls demnächst mit Tisch in meinem Wohnort.