veröffentlicht am 22.08.2025; Autor: Dr. Michael Palmer In einem kürzlich erschienenen Artikel haben Torsten Engelbrecht und Hans Tolzin die These vertreten, dass Poliomyelitis (Kinderlähmung) gar keine Viruserkrankung ist, sondern vielmehr durch DDT und andere Giftstoffe verursacht wird. Um diese Behauptung glaubhaft zu machen, mussten sie allerdings wesentliche Fakten auslassen. Hier bespreche ich einige dieser unterschlagenen […]Der Beitrag Gibt es in Wirklichkeit gar kein Poliovirus? erschien zuerst auf MWGFD.
veröffentlicht am 22.08.2025; Autor: Dr. Michael Palmer
In einem kürzlich erschienenen Artikel haben Torsten Engelbrecht und Hans Tolzin die These vertreten, dass Poliomyelitis (Kinderlähmung) gar keine Viruserkrankung ist, sondern vielmehr durch DDT und andere Giftstoffe verursacht wird. Um diese Behauptung glaubhaft zu machen, mussten sie allerdings wesentliche Fakten auslassen. Hier bespreche ich einige dieser unterschlagenen Fakten und frage außerdem, warum denn längst widerlegte Ideen wie die von Tolzin und Engelbrecht derzeit wieder Hochkonjunktur haben.
Engelbrecht und Tolzin schrieben ihren Aufsatz [1] als Replik auf einen von mir selbst hier veröffentlichten Artikel, in dem ich die Behandlung des Themas Polio in zwei impfkritischen Büchern besprochen hatte [2]. Darin hatte ich dargelegt, dass sowohl die ursächliche Rolle der bekannten Polioviren als auch die Schutzwirkung der Impfstoffe, und insbesondere die des Sabin-Lebendimpfstoffs, gut dokumentiert sind.
Engelbrecht und Tolzin beanspruchen, diese zwei Punkte widerlegt zu haben. Sie gehen in ihrer Kritik aber noch weiter. Beide hängen der radikalen Idee an, dass ganz generell die krankmachende Wirkung von Viren, und sogar deren Existenz, gar nicht belegt sind. Die Evidenz, welche dieser Idee entgegensteht, wurde hier schon zuvor präsentiert [3,4]; diese Debatte muss also hier nicht erneut aufgerollt werden. (Engelbrecht antwortete auf diese beiden Artikel; s. [5,6].) Ich werde hier zunächst auf Engelbrecht und Tolzins Argumente zum Thema Polio eingehen. Danach werde ich mögliche Gründe dafür besprechen, warum denn gerade heute diese seit langem widerlegten Ideen wieder populär geworden sind.
1. Zu Polio: die strittigen Punkte
Engelbrecht und Tolzin beanspruchen, in ihrer Antwort an mich die folgenden Thesen widerlegt zu haben:
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Die infektiöse Übertragung von Polio wurde zuerst vom schwedischen Arzt Ivar Wickman in seiner Studie aus dem Jahr 1907 klar dokumentiert.
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Zwei Jahre darauf gelang den Wiener Ärzten Karl Landsteiner und Erwin Popper die experimentelle Übertragung von Polio vom Menschen auf Affen. Dazu injizierten sie ihren Versuchstieren Proben vom Rückenmark menschlicher Patienten in die Bauchhöhle.
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In späteren Studien wurde Poliomyelitis bei Affen auch nach oraler Übertragung ausgelöst. Dies entspricht dem natürlichen Infektionsweg beim Menschen.
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Das Poliovirus ist isoliert worden, und es kann bei den meisten Patienten mit klinischer Poliomyelitis nachgewiesen worden.
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Poliomyelitis kann durch Impfung wirksam verhindert werden.
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Es gibt keine substanziellen Belege für die Verursachung von Polio durch das Pflanzenschutzgift DDT.
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Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Polio bereits in der Antike und im Mittelalter auftrat.
2. Zu den frühen Studien von Wickman, Landsteiner und Popper
Engelbrecht und Tolzin halten mir vor, dass es meiner Darstellung der frühen Studien von Wickman (1907) sowie Landsteiner und Popper (1909) an wissenschaftlicher Beweiskraft mangele. Sie missverstehen dabei, dass dieser Teil meines Artikels nur eine historische Skizze ist. Diese drei Forscher machten tatsächlich bahnbrechende Entdeckungen, aber natürlich waren sie bei ihrer Arbeit durch die damals verfügbaren wissenschaftlichen Methoden eingeschränkt. Es hat also keinen Sinn, ihre Evidenz an modernen Maßstäben zu messen, so wie Engelbrecht und Tolzin es tun.
Darüber hinaus verzerren Engelbrecht und Tolzin aber auch noch die Aussagen dieser Autoren. Sie sagen zum Beispiel, dass
die „Pampe“, die Landsteiner und Popper [ihren Versuchstieren] injizierten, beim besten Willen nicht als isoliertes Virus bezeichnet werden kann.
Aber Landsteiner und Popper behaupteten gar nicht, das Virus isoliert zu haben. Ihre Schlussfolgerung ist durchaus vorsichtig formuliert:
Da das Rückenmark unserer Fälle sich als sehr infektiös erwies, ohne dass darin Bakterien nachgewiesen werden konnten, ist daran zu denken, dass der Erreger der Poliomyelitis kein durch Bakterienfärbung nachweisbares und nach den bekannten Methoden kultivierbares Virus sei …
Ähnlich verfahren Engelbrecht und Tolzin mit Wickman:
Wickman setzte einfach voraus, dass ein krankmachendes Virus vorhanden ist und dass dieses Polio auslösen kann.
Dabei übersehen sie, dass Wickman den Begriff „Virus“ im damals üblichen, weiteren Wortsinn verwendete; die moderne Entsprechung wäre „Infektionserreger“. Diese beabsichtigte Bedeutung ergibt sich eindeutig aus Wickmans eigenen Versuchen, ein ursächliches Bakterium zu isolieren. Derselbe Sprachgebrauch ist auch aus dem obenstehenden Zitat von Landsteiner und Popper ersichtlich.
Interessierten Lesern empfehle ich, sich nicht auf Engelbrechts und Tolzins irreführende und abschätzige Besprechung dieser beiden historisch wichtigen Studien zu verlassen, sondern sich selbst ein Bild zu machen. Beide sind in elektronischer Form frei zugänglich [7,8]. Zur Frage der experimentellen oralen Übertragung auf Affen siehe [25] und darin zitierte Arbeiten.
3. Zu Nachweis und Isolierung des Poliovirus
Engelbrecht und Tolzin behaupten, dass das Poliovirus bis heute nicht nachgewiesen worden sei. Hierzu schreiben sie u.a.:
Der Bakteriologe Claus Jungeblut wiederum konstatierte 1952 im Journal of Pediatrics, dass das, was der Forscher Jonas Salk Mitte des 20. Jahrhunderts glaubte, als Poliovirus ausgemacht zu haben, lediglich ein „Kunstprodukt aus dem Labor“ war.
Sie geben allerdings keine genaue Referenz für diese Äußerung Jungebluts an, und im Inhaltsverzeichnis des Journal of Pediatrics ist für das Jahr 1952 kein Artikel von Jungeblut zu finden. Nun sind solche Verzeichnisse nicht immer vollständig. Aber der springende Punkt ist natürlich, dass das Jahr 1952 nun doch schon eine Weile zurückliegt, und dass man aktuelle wissenschaftliche Fragen nicht anhand von inzwischen antiquierten Einzelmeinungen entscheiden kann.
Es gibt mittlerweile eine solche Fülle von Evidenz zur Beschaffenheit des Poliovirus und zu seiner ursächlichen Rolle bei der Erkrankung, dass eine umfassende Darstellung hier unmöglich ist. Ich werde also nur einige wenige, aber besonders aussagekräftige Beobachtungen herausgreifen.
3.1. Strukturelle Studien an Polioviren
Abbildung 1: Strukturelle Studien an Poliovirus-Partikeln. *A: Das elektronenmikroskopische Bild zeigt Partikel einheitlicher Form und Größe. **B*: Die kristallographische Struktur des ganzen Partikels (links) zeigt eine ikosaederförmige Symmetrie, wie sie für viele Viren typisch ist. Die Hülle des Virus besteht aus vier verschiedenen Proteinen, deren einzelne Moleküle hier in verschiedenen Farben hervorgehoben sind. Die aufgeschnittene Ansicht (rechts) zeigt eine leer erscheinende zentrale Höhle. Diese enthält in Wirklichkeit die virale RNA, welche aber im Kristallgitter nicht einheitlich orientiert und daher für diese Untersuchungsmethode „unsichtbar“ ist. Bildnachweise: A, CDC; B, vom Autor anhand der Koordinaten-Datei 1HXS erstellt mit PyMOL.
Zur Zeit von Wickman, Landsteiner und Popper war es tatsächlich unmöglich, die Partikel von Polio- oder anderen Viren zu beobachten. Dies wurde erst durch die Elektronenmikroskopie (EM) möglich, die zuerst in den 1930er Jahren entwickelt wurde und mit der Entwicklung der Negativ-Kontrastierung („negative staining“) in den späten 1950er Jahren zur Reife gelangte. Abbildung 1A zeigt eine EM-Aufnahme von Poliovirus-Partikeln, die man in Zellkultur angezüchtet hatte. Die Partikel sind von einheitlicher Gestalt und Größe (etwa 30 Nanometer im Durchmesser).
„No Virus“-Ideologen wie Engelbrecht und Tolzin tun solche Befunde meistens mit dem Hinweis ab, es handele sich nicht wirklich um Virus-Partikel, sondern viel mehr um sogenannte Exosomen oder um sonstige Fragmente der zur Anzucht des Virus verwendeten Wirtszellen. Dies lässt sich im Fall von Poliovirus sehr leicht widerlegen, da wir hier nicht nur über EM, sondern auch über sogenannte Kristallstrukturen verfügen (Abb. 1B). Solche kristallographischen Experimente können nur dann erfolgreich sein, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
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die betreffenden Partikel liegen in hoher Reinheit und in beträchtlicher Menge vor;
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sie sind außerdem von völlig regelmäßiger, einheitlicher Struktur.
Wenn, wie beim Poliovirus, diese Bedingungen erfüllt sind und Kristalle sich bilden, dann können wir im Prinzip die genaue Position jedes Atoms im Virus-Partikel feststellen – wenngleich mit der Einschränkung, welche in der Legende zu Abbildung 1 festgehalten ist. Eine Verwechslung mit irgendwelchen Zellkultur-Artefakten ist damit ausgeschlossen.
Andererseits gibt es auch Viren, deren Partikel strukturell uneinheitlich sind, so dass sie keine Kristalle bilden, welche man mithilfe von Röntgen-Strahlung „unter die Lupe nehmen“ könnte. So sind zum Beispiel die Partikel von Grippe-, Masern- und Coronaviren allesamt der kristallographischen Methode nicht zugänglich. Aber auch hier lassen sich mithilfe anderer hochauflösender Darstellungsmethoden (insbesondere der sogenannten Cryo-EM) Verwechslungen mit Artefakten sicher ausschließen.
3.2. Zum Nachweis des Virus bei Polio-Patienten
Engelbrecht und Tolzin bestreiten die Aussage, dass das Poliovirus sich in der Mehrzahl der klinischen Fälle von Poliomyelitis nachweisen lasse. Hierfür gibt es aber durchaus Belege. McCarroll et al. [9] fanden das Virus bei einem lokalen Ausbruch in New York in allen vier beobachteten Fällen der paralytischen Erkrankung. In einer weiteren Fallserie fanden Bhatt et al. [10] das Virus bei 26 von 31 paralytischen Patienten. In beiden Studien wurde das Virus außerdem auch bei zahlreichen Kontaktpersonen nachgewiesen.
Die Erfolgsrate des Virus-Nachweises wird aber natürlich davon abhängen, wie gründlich und sorgfältig das betreffende diagnostische Labor arbeitet, sowie davon, ob die Proben frühzeitig genug entnommen wurden. Außerdem ist zu bedenken, dass andere Viren (z.B. Enterovirus 71) ein ähnliches klinisches Bild hervorrufen können, und dass bei einer hohen Polio-Impfrate diese anderen Viren für einen höheren Anteil aller klinischen Fälle verantwortlich sein werden als in einer ungeimpften Bevölkerung. Man wird also bei Fallserien, die erst nach der Einführung der Impfung berichtet wurden, nicht ebenso hohe Nachweisraten erwarten können wie in den beiden hier zitierten frühen Studien.
Zur grundsätzlichen Frage, welche Methoden denn zum Nachweis von Viren geeignet seien, habe ich mich anderswo ausführlich geäußert [4]. Dort begründe ich, dass Zellkulturen ein geeignetes und zulässiges Hilfsmittel sind. Dasselbe gilt auch für molekularbiologische Nachweistechniken wie PCR, wenn sie denn mit Umsicht und Sorgfalt eingesetzt werden. Ich werde diese Argumente hier nicht wiederholen.
4. Zur Polio-Impfung
4.1. Zum Nachweis der Wirksamkeit
Abbildung 2: Jährliche Anzahl von Polio-Fällen in der Sowjet-Union von 1955 bis 1981. Die Schluckimpfung begann in der Mitte des Jahres 1959. Daten von Grachev [11].
Die aussagefähigsten Untersuchungen zur Wirksamkeit der Polio-Impfung stammen aus der Sowjetunion. Dort wurde ab Mitte 1959 der Sabin-Lebendimpfstoff eingeführt und sofort in großem Stil angewandt. Bis Ende 1960 waren 260 Millionen Dosen des Impfstoffs an 77 Millionen Menschen ausgegeben worden [12]. Die Ergebnisse sind in Abbildung 2 sowie in Abschnitt 4 meines vorigen Artikels [2] zusammengefasst. Die Anzahl der Polio-Erkrankungen ging sofort steil herunter. Sie fiel innerhalb weniger Jahre auf nahe Null und blieb dann dort. Derselbe Effekt wurde kurz darauf auch in Ost- und dann in Westdeutschland beobachtet (s.u.).
Tolzin und Engelbrecht übergehen diese Evidenz völlig. Sie schreiben:
Abgesehen davon hätte ein nüchterner Blick auf die Statistiken genügt, um zu erkennen, dass es keinen Grund gab, Salks Impfstoff als den großen Bezwinger eines angeblichen Poliovirus zu feiern. … So würden einem sicherlich zuerst die historischen Daten aus Ländern wie den USA oder Westeuropas einfallen, wenn es darum geht zu überprüfen, ob die Polioimpfung wirksam war oder nicht …
Hierzu ist zu sagen:
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Die sowjetischen Studien zeigten eindeutig, dass der von Sabin entwickelte Lebendimpfstoff dem Salk-Totimpfstoff deutlich überlegen war. Nicht ohne Grund wurde kurze Zeit später auch im Westen der Tot- durch den Lebendimpfstoff ersetzt.
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Die sowjetischen Studien sind besonders aussagefähig, weil sie wirklich generalstabsmäßig durchgeführt wurden – auf eine Weise, wie sie damals im Westen gar nicht möglich gewesen wäre.
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Bei Impfstudien aus dem Westen unterstellen Kritiker gerne, dass die Ergebnisse durch Einflussnahme von Seiten der Pharma-Industrie verzerrt wurden. Es ist daher etwas seltsam, wenn Tolzin und Engelbrecht jetzt plötzlich westliche Studien zum Maß aller Dinge erheben wollen.
In Wirklichkeit wollen die beiden aber wohl nur den Leser von echter, substanzieller Evidenz ablenken und sich für ihren nächsten Coup in Stellung bringen. Dieser besteht in der irreführenden Interpretation einer Statistik aus dem damaligen Westdeutschland. Im Jahr 1961 waren dort 4673 Polio-Fälle gemeldet worden. 1962 wurde die Schluckimpfung eingeführt; im selben Jahr wurden dann nur noch 296 Fälle berichtet.
Nach den zuvor in der Sowjetunion gemachten Erfahrungen durfte man einen solchen Effekt der Impfung durchaus erwarten. Engelbrecht und Tolzin aber müssen ihn natürlich unbedingt ableugnen. Dazu bemühen sie das ebenfalls 1962 eingeführte Bundesseuchengesetz. Sie präsentieren einen Graphen, welcher zeigt, dass ab demselben Jahr die Zahl der gemeldeten Fälle von Meningitis und Enzephalitis stark anstieg. Dies deuten sie dann als „Diagnoseverschiebung“: Aufgrund des neuen Gesetzes seien dieselben Krankheitsbilder, die vorher als Poliomyelitis diagnostiziert und gemeldet worden waren, nunmehr als Meningitis oder Enzephalitis gemeldet worden. Aber diese Interpretation ist unhaltbar, aus den folgenden Gründen:
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Das neue Gesetz [13] führte zwar eine Meldepflicht für Meningitis ein; Polio blieb aber ebenfalls gesondert meldepflichtig und wurde nicht unter die Meningitis-Kategorie subsumiert.
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Eine Infektion mit dem Poliovirus kann zwar als uncharakteristische Meningitis verlaufen und dann möglicherweise unerkannt blieben, aber kein kompetenter Arzt wird eine mit Lähmungen verlaufende, klinisch typische Poliomyelitis mit einer Meningitis verwechseln.
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Bekanntlich galt das Bundesseuchengesetz nicht auf dem Staatsgebiet der DDR. Dort hatte man die Schluckimpfung bereits im Jahr 1960 begonnen, d.h. ein Jahr später als in der Sowjetunion, aber zwei Jahre vor der Bundesrepublik. Die Polio-Morbidität ging auch hier schlagartig zurück und betrug im Jahr 1961 nur etwa ein Zehntel des Wertes in der Bundesrepublik [14].
Insgesamt ist also festzuhalten, dass die Sowjetunion, die DDR und die Bundesrepublik die Schluckimpfung jeweils in verschiedenen Jahren einführten (1959, 1960 und 1962), und dass in jedem Fall die Zahl der Erkrankungen in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang steil abfiel. Für Leute ohne ideologische Scheuklappen ist dies sicherlich ein deutlicher Beleg für die Wirksamkeit des Lebendimpfstoffs. Nichtsdestoweniger ist dieser Impfstoff – ebenso wie auch der Salk-Totimpfstoff – mit einer Reihe von Problemen behaftet. Ich besprach diese ebenfalls in meinem vorigen Artikel [2], und ich traf keine Aussage zu der Frage, ob denn in toto – d.h. im Hinblick nicht nur auf Polio, sondern auf die Gesundheit der Menschen insgesamt – der Nutzen beider Impfstoffe ihre Probleme überwiegt.
4.2. Poliomyelitis durch Impfung
Wohl das schwerwiegendste Problem der Polioimpfstoffe ist die Auslösung von Poliomyelitis durch die Impfung selbst. Einige der frühen Chargen des Salk-Totimpfstoffs waren offenbar nicht ausreichend mit Formaldehyd behandelt worden, so dass ein Teil der darin enthaltenen Virus-Partikel infektiös blieb und unter den geimpften Personen klinisch typische Poliomyelitis oder auch abortive Formen der Erkrankung hervorrief [15]. Verbesserte Produktionstechniken scheinen dieses Problem des Totimpfstoffs behoben zu haben [16].
Auch der Lebendimpfstoff kann Poliomyelitis verursachen, entweder aufgrund einer Immunschwäche der Geimpften [17], oder aber durch das Auftreten von Mutationen im Genom der Impfviren, durch welche diese sich dann der Virulenz der Wildtyp-Virusstämme wieder annähern. Solche mutierten Impfvirus-Stämme können dann auch von geimpften auf ungeimpfte Personen übertragen werden und sich unter diesen weiter ausbreiten [18,19]. Dieses Problem war der Grund dafür, dass man inzwischen weltweit überwiegend wieder zum Totimpfstoff zurückgekehrt ist.
Während man aufgrund solcher Beobachtungen den Wert der Impfungen an sich durchaus in Frage stellen kann, so liefern uns diese Vorkommnisse andererseits einen eindeutigen Beleg dafür, dass das Poliovirus tatsächlich die klinische Polio-Erkrankung verursachen kann.
5. Industriegifte und Polio
Tolzin und Engelbrecht wärmen in ihrem Artikel auch die Geschichte von der angeblichen Verursachung von Polio durch DDT wieder auf. Ich hatte zuvor meine Argumente gegen DDT als eine wesentliche Ursache von Polio dargelegt [2]:
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In der Sowjetunion ging Polio nach Einführung der Schluckimpfung sofort drastisch zurück, obwohl DDT noch für etwa 10 weitere Jahre auf annähernd gleichbleibendem Niveau eingesetzt wurde.
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In der Ukraine wurde DDT in sehr viel höherer Dichte eingesetzt als in anderen Regionen der Sowjetunion; dennoch waren die Polio-Raten in der Ukraine nicht höher als im Durchschnitt des Landes.
Tolzin und Engelbrecht gehen wiederum auf diese Evidenz überhaupt nicht ein. Sie halten mir stattdessen eine Täuschung der Leser vor:
So lässt Palmer unerwähnt, dass sich die erste Anhäufung von Poliofällen 1887 in Schweden ereignete – 13 Jahre nach der Erfindung des Nervengiftes DDT in Deutschland.
Dabei verschweigen sie selbst allerdings, dass die Anwendung von DDT als Insektizid erst in den 1940er Jahren begann! Der von ihnen konstruierte zeitliche Zusammenhang ist also völlig irrelevant. Zudem schrieb bereits Heine in seiner Polio-Monographie von 1860, ein gewisser Colmann habe über ein epidemisches Auftreten von Polio berichtet [20]. Anthropologische Untersuchungen an exhumierten Skeletten aus mittelalterlichen Gräbern deuten darauf hin, dass Polio auch damals nicht selten war [21].
Ein Zusammenhang von Polio mit DDT lässt sich also mit Sicherheit nicht verallgemeinern. Aber Engelbrecht und Tolzin haben natürlich noch weitere Gift-Pfeile im Köcher, wie zum Beispiel Blei und Arsen. Nun können alle drei Gifte prinzipiell tatsächlich das Nervensystem schädigen. Aber der Verlauf und das klinische Bild solcher Vergiftungen werden anders sein als bei Polio. Die neurologischen Schäden werden im typischen Fall langsamer auftreten und sich nicht auf die motorischen Vorderhornzellen im Rückenmark beschränken, und andere Organe wie die Leber (DDT) oder das Knochenmark (Blei) werden ebenfalls betroffen sein.
Weiterhin lassen sich solche Gifte natürlich auch durch Labor-Untersuchungen im Körper vergifteter Patienten nachweisen. Ohne solche konkrete Evidenz ist es nicht hilfreich, aufs Geratewohl ein buntes Allerlei von chemischen Giften als mögliche Ursachen von Poliomyelitis in den Raum zu stellen, nur um von der bereits gut belegten viralen Verursachung abzulenken.
Zusammenfassend stelle ich fest, dass Engelbrecht und Tolzin keine überzeugenden Argumente vorgetragen haben, welche es erforderlich machen würden, unsere konventionellen Vorstellungen zur Verursachung der Poliomyelitis und zu ihrer Verhinderung durch Impfungen zu revidieren. Das führt uns zu der Frage, warum denn die von Ihnen vertretenen Ideen trotz fehlender Evidenz gerade in letzter Zeit so populär geworden sind.
6. Warum zweifeln so viele Menschen heute wieder an der Keimtheorie infektiöser Erkrankungen?
Wie oben illustriert, ist es wissenschaftlich belegt, dass
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das Poliovirus existiert und klinische Poliomyelitis auslösen kann,
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dass sich diese krankmachende Wirkung des Poliovirus duch Schutzimpfung verhindern lässt.
Polio ist hierbei nur ein Beispiel; auch bei vielen anderen Viren gibt es Belege für die Verursachung von Erkrankungen sowie für die prophylaktische Wirksamkeit von Impfungen. (Ich plädiere wohlgemerkt nicht für die unkritische oder gar zwangsweise breite Anwendung aller dieser Impfungen.)
Nichtsdestoweniger zweifeln heute viele Menschen an solchen wissenschaftlich gut belegten Aussagen. Viele von ihnen gehen sogar noch weiter und lehnen die gesamte „Keimtheorie“, d.h. die Verursachung von Infektionskrankheiten durch Mikroorganismen insgesamt rundheraus ab. Und es scheint, dass die Anzahl dieser Zweifler momentan im Wachsen begriffen ist. Welche Gründe könnte dies haben?
6.1. Die Korrektheit der Keimtheorie ist nicht selbstevident
Der Medizinhistoriker Erwin Ackerknecht hat in einem sehr lesenswerten Aufsatz geschildert, dass noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter den Ärzten der westlichen Welt die Ansicht vorherrschte, Krankheiten wie die Pest, Gelbfieber und Cholera seien nicht ansteckend [22]. Der berühmte Selbstversuch des Hygienikers Max Pettenkofer, der eine Flüssigkultur von Cholera-Bakterien schluckte und gesund blieb, wird auch heute noch gerne von Gegnern der Keimtheorie zitiert. Man kann Wissenschaftlern wie Pettenkofer oder dem von Ackerknecht hochgelobten französischen Arzt Chervin sicherlich nicht vorwerfen, dass sie bei ihren Studien nicht äußerste Sorgfalt hätten walten lassen.
Richard Shope, ein Pionier der Influenzavirus-Forschung, legte in einem interessanten Artikel die vielen Schwierigkeiten dar, welchen sich die Chronisten historischer Influenza-Epidemien gegenübersahen bei ihren Versuchen, das Ausbreitungsmuster dieser Erkrankung zu verstehen [23]. Aus ihren Berichten wird deutlich, dass die naive Vorstellung, das Virus springe von infizierten Erkrankten zu noch nicht infizierten Gesunden, die beobachteten zeitlichen Verläufe oftmals nicht erklären kann. Shope zitiert einen Dr. Johnson, der uns ein anschauliches Beispiel für die daraus resultierende Verwirrung gibt:
Ich behaupte nicht … dass Influenza überhaupt nicht ansteckend ist: Im Gegenteil, ich verfüge über Fakten, die auf unbestreitbare Weise zeigen, dass sie durch Ansteckung von einer Person auf eine andere übertragen werden kann und dies auch häufig geschieht. Aber ich meine … dass die Krankheit oft sowohl durch eine schädliche Eigenschaft der Luft oder durch Ausdünstungen in ihr als auch durch eine Substanz entsteht, die aus dem Körper eines kranken Menschen stammt.
Es gibt auch nur relativ wenige Infektionskrankheiten (wie z.B. Masern, eine im Grunde harmlose aber hochinfektiöse Kinderkrankheit), die praktisch jeden „erwischen“, der noch nicht gegen sie immun ist; die meisten Menschen in gutem allgemeinem Gesundheits- und Ernährungszustand werden eine Infektion z.B. mit Tuberkel-Bakterien ohne irgendwelche manifesten klinischen Symptome unter Kontrolle bringen.
Zur genauen Aufklärung der wahren Natur von Infektionserkrankungen war es daher notwendig, ihre mikrobiellen Erreger zu isolieren und eingehend zu studieren. Nachdem diese Arbeit im späten 19. Jahrhundert mit den Arbeiten von Koch, Pasteur und anderen begonnen hatte, setzte sich die Keimtheorie dann allerdings rasch durch, wobei die Aufklärung bakterieller Erkrankungen derjenigen von Viruserkrankungen zeitlich vorausging.
Das technische Wissen, das für die mikrobiologische Forschung und Diagnostik erforderlich ist, bleibt natürlich auch heute Spezialisten vorbehalten. Dies stellt medizinische und wissenschaftliche Laien vor die Wahl, diesen Spezialisten zu trauen oder nicht.
6.2. Der Verlust von Vertrauen in Wissenschaft und Medizin
Die weit verbreitete Bereitschaft, die Keimtheorie (oder evtl. nur die Virologie) zu verwerfen, scheint mir eine Folge von verloren gegangenem Vertrauen in die wissenschaftlichen und medizinischen Autoritäten zu sein. Dieser Vertrauensverlust ist in der immer noch andauernden Corona-Krise mit den Händen zu greifen, und er ist natürlich auch durchaus verdient – schließlich wurden den Menschen von offizieller Seite zahllose Lügen aufgetischt zum Ursprung des Coronavirus, zur Behandlung und Schwere der Erkrankung und zur Notwendigkeit, Wirksamkeit und Sicherheit der sogenannten „Impfstoffe“. Schwere Eingriffe in die Selbstbestimmung der Menschen wurden von offizieller Seite mit pseudowissenschaftlichen und faktisch falschen Behauptungen gerechtfertigt. Prominente Wissenschaftler halfen dabei tatkräftig mit.
Ein derartiger Missbrauch der medizinischen Wissenschaft begann aber schon früher. Wie unter anderem von Dr. David Rasnick dargelegt (s. Kapitel 9 in [24]), wurde bereits bei HIV und AIDS die wissenschaftliche Wahrheit von offizieller Seite auf grobe und nachhaltige Weise entstellt. Und es sieht derzeit so aus, als solle die Menschheit mit immer weiteren künstlich heraufbeschworenen „Pandemien“ drangsaliert und politisch manipuliert werden.
Solange die Vertreter der offiziellen, politisch linientreuen „Wissenschaft“ bei so etwas mitmachen, wird der angesprochene Vertrauensverlust nur noch weiter zunehmen. Und dies wird dann nicht nur die offizielle, sondern auch die inzwischen weitgehend heimatvertriebene echte Wissenschaft betreffen.
6.3. Einfache Antworten
Die Erkenntnis, dass man der offiziellen Medizin und Wissenschaft nicht mehr trauen kann, dürfte viele Menschen verunsichern. Nach wem oder was soll man sich jetzt richten? Eine Theorie, welche einfache Antworten anbietet, wird in dieser Lage natürlich sehr attraktiv erscheinen. Wenn es keine infektiösen Mikroorganismen gibt, dann kann man daraus sofort folgern:
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Alle Warnungen und Befürchtungen hinsichtlich neuer oder alter ansteckender Erkrankungen sind hinfällig.
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Impfungen und anti-infektiöse Therapien sind von vornherein sinnlos und können ohne weiteres pauschal abgelehnt und verworfen werden.
Eine Lehre, die es überflüssig macht, detaillierte Fragen zu spezifischen Infektionen oder Impfungen zu stellen, dürfte wohl von vielen Menschen als erleichternd und befreiend empfunden werden.
6.4. Positiver Effekt auf die Gesundheit
Ich selbst halte nach wie vor die Keimtheorie für wissenschaftlich erwiesen. Dennoch denke ich, dass diejenigen, die sie ablehnen, in der Praxis oft besser fahren als Menschen, welche sich immer noch von der politisch manipulierten offiziellen Medizin ins Bockshorn jagen lassen, und welche daher die hochgiftigen COVID-Impfungen oder andere längst als schädlich erwiesene Interventionen und Empfehlungen weiterhin ohne Widerspruch akzeptieren.
Am eigenen Leib gemachte Erfahrungen eines solchen gesundheitlichen Vorteils dürften bei vielen Menschen ihre Ablehnung der Keimtheorie noch verfestigen.
7. Warum ist die Ablehnung der Keimtheorie ein Problem?
Wenn sie uns also geistige Arbeit erspart und außerdem noch praktische Vorteile bietet, warum ist die Ablehnung der Keimtheorie dann trotzdem problematisch? Hier sehe ich die folgenden Aspekte:
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Man wird zwar häufig, aber nicht immer gute praktische Entscheidungen treffen. Zum Beispiel würde ich davon abraten, ohne Impfung gegen Gelbfieber ein Endemie-Gebiet aufzusuchen, oder eine kausale (d.h. gegen den Erreger gerichtete) Behandlung von Malaria oder Tuberkulose abzulehnen.
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Wenn man gründlich ist, dann wird man eine Menge geistiger Energie auf die Erfindung von ad hoc-Argumenten verschwenden müssen, mit denen offensichtliche Sachverhalte abgeleugnet oder in ihr Gegenteil umgedeutet werden können.
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Man macht es sich in Diskussionen mit Andersdenkenden selber schwer. Leute, die vielleicht unseren kritischen Argumenten zu spezifischen Fragen wie der Wirksamkeit und Sicherheit von COVID-Impfstoffen zuhören würden, dürften oft mit Ablehnung reagieren, wenn unsere Kritik mit zu weitreichenden, wissenschaftlich unhaltbaren Thesen vermengt oder begründet wird.
Insgesamt also betrachte ich die Ablehnung der Keimtheorie als eine zwar verständliche, aber dennoch irreführende und problembehaftete Reaktion auf das gegenwärtige gesellschaftliche und politische Klima.
In seinem bekannten Aufsatz zum Thema Aufklärung schreibt Kant:
*Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. … **Sapere aude!*Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! … Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen … gerne zeitlebens unmündig bleibt; und warum es Anderen so leicht fällt, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.
Aufklärung im Sinne Kants beinhaltet, dass man einerseits nicht den Autoritäten und ihrer politisch manipulierten Wissenschaft blindlings folgt, aber andererseits auch nicht denen, die in verständlicher Rebellion gegen die Autoritäten das Kind mit dem Bade ausschütten. Kant verlangt von uns eigene Anstrengung, aber nur sein Weg führt zu echtem Verständnis und zu echter geistiger Freiheit und Unabhängigkeit.
Literatur
-
Engelbrecht, T. und Tolzin, H.U.P. (2025) Was wissen wir wirklich über die Ursachen von Polio?.
https://tkp.at/2025/08/13/was-wissen-wir-wirklich-ueber-die-ursachen-von-polio/ -
(2025) Poliomyelitis und Polioimpfung: eine Kritik an zwei impfkritischen Büchern.
https://www.mwgfd.org/2025/03/poliomyelitis-und-polioimpfung-eine-kritik-an-zwei-impfkritischen-buechern/ -
Palmer, M. und Bhakdi, S. (2024) Gibt es Viren überhaupt?.
https://www.mwgfd.org/2024/05/gibt-es-viren-ueberhaupt/ -
Palmer, M. (2024) Der Irrweg der „’No Virus“‚-Doktrin.
https://www.mwgfd.org/2024/06/der-irrweg-der-no-virus-doktrin/ -
Engelbrecht, T. (2024) Virusnachweis – wo bist Du?.
https://www.mwgfd.org/2024/06/virusnachweis-wo-bist-du/ -
Engelbrecht, T. (2024) Virusnachweis, wo bist du? Teil II – eine Replik auf Michael Palmer.
https://transition-news.org/virusnachweis-wo-bist-du-teil-ii-eine-replik-auf-michael-palmer -
Wickman, I. (1907) Beiträge zur Kenntnis der Heine-Medinschen Krankheit (Karger).
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Landsteiner, K. und Popper, E. (1909) Übertragung der Poliomyelitis acuta auf Affen. Z. Immunitätsforsch. 2:377-393.
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