Heart Words #22
Ich hatte einen symbolhaften Traum. Ich muss mich in einem GebĂ€ude in Indien aufgehalten haben â jedenfalls war mir der Ort fremd. Die Menschen jedoch waren mir vertraut, ich kannte sie.
Aus einiger Distanz beobachtete ich eine groĂe Gruppe, die sich ausgelassen vor einer groĂzĂŒgigen Fensterfront unterhielt. Die Stimmung blieb heiter, bis plötzlich ein groĂer, dunkler BĂ€r seine Tatze durch ein gekipptes Fenster streckte und versuchte, sich einen der zahlreichen Menschen zu krallen.
âHey, passt auf!â, rief ich laut.
Auf mich wirkte die Szene bedrohlich, aber die Menge blickte nur kurz auf, verstummte fĂŒr wenige Sekunden â und unterhielt sich anschlieĂend freudig weiter. Als wĂ€re nichts gewesen.
Der BĂ€r verschwand. Doch schon nach kurzer Zeit kam ein Tiger an dasselbe Fenster und brĂŒllte aggressiv und entschlossen. Doch statt wegzurennen, wandte sich die Menschentraube dem Tiger zu.
Es schien, als wollte jeder ein StĂŒck vom Tiger abhaben, vielleicht sogar ein Selfie machen.
âLEUTE, PASST AUF!â, schrie ich verzweifelt.
Anders als der BĂ€r schaffte es der Tiger, sich durch die schmale Ăffnung zwischen Wand und Fenster eine junge Frau zu schnappen. Er riss sie mit sich.
Die Frau war verloren.
Erst danach wich die Gruppe von der Fensterfront zurĂŒck, murmelte leise und löste sich nach und nach im groĂen Raum auf, von dem aus ich das Schreckensszenario immer noch beobachtete.
Ich war so enttĂ€uscht und traurig und fĂŒhlte mich unendlich machtlos⊠denn ich hatte das alles kommen sehen. Aber der BĂ€r beeindruckte niemanden, und der Tiger musste erst ein Opfer fordern, bevor ĂŒberhaupt jemand Notiz von ihm nahm.
Als ich aufwachte, blieb das GefĂŒhl der EnttĂ€uschung. Und die Erkenntnis, dass dieser Traum genau auf den Punkt bringt, wie sich meine Arbeit zurzeit oft anfĂŒhlt: Ich erzĂ€hle und warne so laut ich kann! Ăber Bitcoin, Gesellschaft und das, was mich bewegt. Aber mein Umfeld interessiert sich nicht dafĂŒr.
Hintergrund mit KI generiert âš
MEINE HEART WORDS DER WOCHE
1. Ein Weckruf
Ganz so schwarz-weiĂ, wie eben erzĂ€hlt, ist es natĂŒrlich nicht. Auch wenn sich nicht alle meine Freunde und Verwandten stundenlang mit Bitcoin beschĂ€ftigen, gibt es Einzelne, die zumindest ein paar Finger ausstrecken und ein bisschen Bitcoin halten. FĂŒr den Fall der FĂ€lle.
Was leider oft vorkommt: Aufschieberitis bei der sicheren Verwahrung der wichtigsten Information im Bitcoin-Universum â der Seedphrase.
Deshalb habe ich ein Video dazu aufgenommen und spreche ĂŒber das Poor Manâs Shamir Secret Sharing Scheme â ein einfaches Schema, mit dem du deine Seedphrase mit wenig Aufwand noch sicherer aufbewahren kannst. Und darĂŒber, wieso ich (fast) immer 24 Wörter statt 12 empfehle.
Und wusstest du, dass der Wert deiner Bitcoin im externen SchlieĂfach in der Regel nicht versichert ist â sondern nur der materielle Wert des Gegenstandes, auf dem deine Wörter stehen?
Weitere nĂŒtzliche Informationen zur Seedphrase findest du hier.
Heart Money Episode 20 â¶ïž Seedphrase: Diese Fehler kosten dich Bitcoin!
2. Ein heikles Thema
Diese Woche wurde in meinem X-Feed ĂŒber fast nichts anderes gesprochen als ĂŒber die RentenplĂ€ne der Regierung, den âLĂŒgenkanzlerâ und wie schlimm das alles ist.
Das Timing meiner letzten Heart Money Folge hĂ€tte besser nicht sein können (war Zufall!). Ich bin der Frage nachgegangen, wie viel Bitcoin fĂŒr die Rente reichen sollten.
Im Video: ein Gedankenexperiment â basierend auf fĂŒnf Annahmen (die falsch sein können). Ich behaupte nicht, die Zukunft zu kennen.
Das Resultat: unzÀhlige verÀrgerte Kommentare von Bitcoin-Kritikern und Bitcoinern, die mit der Power-Law-Preisprognose nicht einverstanden sind.
Meine Erkenntnis: Es gibt kaum ein Thema, das so aufgeladen ist wie die Rente. Wer dieses Feld betritt, tanzt auf Minen. Das gilt nicht nur fĂŒr Politiker.
Ich befĂŒrchte, dass wir erst am Rand dieses Minenfelds stehen. Und uns nichts anderes ĂŒbrig bleibt, als mitten hindurchzugehen.
Zum GlĂŒck stehen noch genĂŒgend Bitcoin-Schutzschirme bereit. Und auch wenn viele lieber ohne laufen, werde ich nicht mĂŒde, darauf zu zeigen.
3. Ein (Un-)Wille
Es beschĂ€ftigt mich sehr, wieso es fĂŒr einen Politiker und Bundeskanzler so einfach sein kann, falsche Versprechungen zu machen und immer wieder die Unwahrheit zu sagen.
Es scheint wohl schon sowas wie Common Sense zu sein: Wir haben einen LĂŒgenkanzler.
Dass wir uns eine Gesellschaft kreiert haben, in der so ein Verhalten eines Volksvertreters ĂŒberhaupt möglich ist und so gut wie ohne Konsequenzen bleibt, ist mir ein groĂes RĂ€tsel.
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Wirklich?
Versteh mich nicht falsch â ich fĂŒhle mich nicht machtlos. Freiheit ist nicht nur das Produkt einer Regierung, wie demokratisch oder undemokratisch ihr Label auch immer sein mag.
Aber rein formal muss jetzt doch auch der Letzte begriffen haben, dass WĂ€hlengehen wirklich kein Garant dafĂŒr ist, dass der Wille des Volkes von seinen Vertretern umgesetzt wird. Oder nicht?
Ich blicke fast tĂ€glich fassungslos in die Medien und frage mich: Was ĂŒbersehe ich? Sehe ich zu schwarz? Oder werden wir gerade alle vom Tiger attackiert?
Das kollektive Bewusstsein ist schon viel zu groĂ geworden fĂŒr die jetzige Gesellschaftsordnung. Wir brauchen etwas Neues! Wir tragen T-Shirt-GröĂe S und brĂ€uchten schon lange M oder L.
Der Stoff spannt so sehr um die Brust und macht das Atmen schwer! Wann er wohl reiĂt? Ich weiĂ es nicht! Ich weiĂ nur, dass er reiĂen MUSS â bevor Platz ist fĂŒr ein neues GewandâŠ
4. Ein Ausblick
Was Schönes! Schreib was Schönes, Nicole.
Positive Gedanken können eine starke Wirkung haben, und es liegt an uns, ihnen Raum zu geben.
Ich blicke trotz allem positiv in die Zukunft. Wirklich! âșïž Aus vielen GrĂŒnden. Bitcoin ist einer davon, klar! Menschen sind ein anderer: Immer mehr VerĂ€nderungswillige wollen die Welt neu gestalten â menschlicher, wĂ€rmer. Echter!
Ich habe letztens Imke kennengelernt, eine inspirierende Frau, die neue Wege geht und andere dabei mitnimmt. âRaus aus dem Funktionierenâ lautet das Motto ihres Online-Kongresses, bei dem ich Teil sein durfte. In ĂŒber 20 GesprĂ€chen teilen Mentoren, Vordenkerinnen und Mitgestalter einer neuen Zeit, wie echter Wandel beginnt â von innen nach auĂen.
Unser Interview geht Montagabend live. Melde dich gerne hier kostenlos an, wenn du dabei sein möchtest.
5. Ein Zitat
Manche Linke glauben, die kommunistische Welt wĂŒrde funktionieren, wenn gute Menschen die Macht hĂ€tten. Aber sie erkennen nicht, dass gute Menschen per Definition nicht das Leben anderer kontrollieren wollen. â Ludwig von Mises zugeschrieben
Die meisten Menschen wollen das Gute tun. Fast jeder sieht sich selbst als einen guten Menschen. Wie oft sind wir fest davon ĂŒberzeugt, wir wĂŒssten, was gut fĂŒr die Welt ist?
Es ist doch schon schwierig genug zu ergrĂŒnden, was gut fĂŒr uns selbst ist. Wie können wir da auch nur ansatzweise wissen, was gut fĂŒr andere ist?
Danke fĂŒrs Lesen! Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse doch gerne ein Herz und einen Kommentar. Dein Feedback hilft, diesen Newsletter besser und bekannter zu machen.
Hab einen schönen Sonntag oder eine schöne Woche â ganz egal, wann du diese Worte liest.
Nicole â€ïž